Kettner Edelmetalle
19.02.2026
21:09 Uhr

Kubas Todeskampf: MĂŒllberge, Blackouts und Moskaus verzweifelte Bitte an Washington

WĂ€hrend die westliche Welt sich mit Gendersternchen und Klimaklebern beschĂ€ftigt, spielt sich nur wenige Flugstunden von der US-KĂŒste entfernt ein Drama ab, das die geopolitischen MachtverhĂ€ltnisse unserer Zeit wie unter einem Brennglas offenlegt. Kuba, die letzte kommunistische Bastion in der westlichen HemisphĂ€re, steht am Rande des totalen Zusammenbruchs – und Russland fleht die Vereinigten Staaten regelrecht an, Gnade walten zu lassen.

Trumps Embargo zeigt verheerende Wirkung

PrĂ€sident Trump brĂŒstete sich Anfang dieser Woche an Bord der Air Force One mit den Ergebnissen seines verschĂ€rften Embargos gegen die Karibikinsel. Die Strategie sei aufgegangen: Venezolanische Öllieferungen seien abgewĂŒrgt, Mexiko unter Druck gesetzt worden, seine Rohölexporte nach Kuba einzustellen. Die Konsequenzen sind verheerend. „Kuba ist jetzt eine gescheiterte Nation, und sie haben nicht einmal Kerosin, damit Flugzeuge abheben können – die Rollbahnen sind verstopft", so Trump wörtlich.

Was sich auf der Insel abspielt, erinnert an dystopische Szenarien. Nur 44 von 106 MĂŒllfahrzeugen in Havanna können noch betrieben werden, weil schlicht der Treibstoff fehlt. Der Rest steht mit leeren Tanks herum, wĂ€hrend sich an den Straßenecken der kubanischen Hauptstadt und anderer StĂ€dte die Abfallberge tĂŒrmen. Aus einer Treibstoffkrise ist lĂ€ngst eine Gesundheitskrise geworden – ein Teufelskreis, der die ohnehin gebeutelte Bevölkerung in die Knie zwingt.

Rubios doppeltes Spiel im Weißen Haus

Besonders brisant sind die EnthĂŒllungen ĂŒber ein mutmaßliches TĂ€uschungsmanöver innerhalb der Trump-Administration selbst. WĂ€hrend der PrĂ€sident behauptet, seine Regierung befinde sich in GesprĂ€chen mit kubanischen Offiziellen, soll Außenminister Marco Rubio diese Kontakte aktiv blockieren – und Trump gleichzeitig vorgaukeln, die Verhandlungen liefen. Ein hochrangiger Trump-Beamter wird mit den Worten zitiert: „Er sagt das, weil Marco ihm genau das erzĂ€hlt." Die Strategie dahinter sei perfide kalkuliert: In einigen Wochen oder Monaten könne Rubio dann behaupten, die GesprĂ€che seien an Kubas Sturheit gescheitert – und einen Regimewechsel als einzig verbliebene Option prĂ€sentieren.

Das State Department wies die VorwĂŒrfe zurĂŒck und beharrte darauf, dass Verhandlungen stattfĂ€nden. Allerdings – und das ist bezeichnend – nannte es weder teilnehmende Beamte, noch Termine, noch Orte etwaiger Treffen. Eine bemerkenswert dĂŒnne Beweislage fĂŒr angeblich „ernsthafte Verhandlungen".

Moskau spielt die Bruderschaftskarte

In diese explosive Gemengelage platzte am Mittwoch der russische Außenminister Sergei Lawrow mit einem bemerkenswerten Appell. Bei einem Treffen mit seinem kubanischen Amtskollegen Bruno RodrĂ­guez in Moskau bezeichnete er Kuba als „brĂŒderliche Nation" und forderte die USA auf, „gesunden Menschenverstand und Verantwortungsbewusstsein zu zeigen" sowie von PlĂ€nen einer Seeblockade der „Insel der Freiheit" abzusehen. Eine Formulierung, die in ihrer pathetischen Überhöhung kaum zu ĂŒberbieten ist.

Lawrow wies zudem „unbegrĂŒndete Anschuldigungen gegen Russland und Kuba" kategorisch zurĂŒck. Washington warnt seit Langem vor russischen und chinesischen geostrategischen VorstĂ¶ĂŸen in Amerikas Hinterhof ĂŒber Kuba. Moskau bestreitet dies vehement – doch die Tatsache, dass Kubas Außenminister ausgerechnet jetzt nach Moskau reist, spricht eine eigene Sprache.

Die geopolitische Dimension

Man muss kein Kalter-Krieger sein, um die Brisanz dieser Entwicklung zu erkennen. Nach dem Sturz Maduros in Venezuela hat Kuba einen seiner letzten verbliebenen VerbĂŒndeten in der Region verloren. Gleichzeitig demonstriert das Pentagon im Nahen Osten gegenĂŒber dem Iran militĂ€rische StĂ€rke. Kuba steht isolierter da als je zuvor seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion – mit Russland als letztem großen VerbĂŒndeten, der selbst durch seinen Krieg in der Ukraine gebunden ist.

Die Situation offenbart einmal mehr die brutale RealitĂ€t der Machtpolitik. WĂ€hrend europĂ€ische Politiker sich in moralischen Sonntagsreden ergehen, schaffen die USA Fakten. Ob man Trumps Kuba-Politik nun fĂŒr richtig oder falsch hĂ€lt – sie zeigt, was entschlossenes Handeln in der Außenpolitik bewirken kann. Eine Lektion, die man sich auch in Berlin hinter die Ohren schreiben sollte, wo man seit Jahren eine Außenpolitik betreibt, die zwischen NaivitĂ€t und Selbstaufgabe changiert.

Ein Volk leidet – und die Welt schaut zu

Am Ende sind es wie immer die einfachen Menschen, die den Preis zahlen. Die Kubaner, die seit ĂŒber sechs Jahrzehnten unter einem kommunistischen Regime leben, das ihnen weder Wohlstand noch Freiheit gebracht hat, stehen nun vor leeren Tankstellen, dunklen Wohnungen und stinkenden MĂŒllbergen. Es ist die tragische Ironie der Geschichte: Ein System, das einst versprach, das Paradies der Arbeiter zu errichten, kann nicht einmal mehr den MĂŒll abholen lassen.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Kubas kommunistische FĂŒhrung einlenkt – oder ob die Insel tatsĂ€chlich in einen vollstĂ€ndigen Kollaps schlittert. Eines steht fest: Die Zeiten, in denen sich kleine Diktaturen hinter dem Schutzschild einer Supermacht verstecken konnten, neigen sich dem Ende zu. FĂŒr Kuba könnte das Befreiung bedeuten – oder Chaos. Vermutlich beides.

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