
Kampf um Taizz: Huthis kappen Jemens Lebensader – Ölmarkt zittert!

Im Südwesten des Jemen läuft eine der heftigsten Schlachten seit Jahren. Seit Ende September greifen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen Taizz an, die drittgrößte Stadt des Landes. Ihr Ziel ist es Berichten zufolge, die Stadt von der Hafenmetropole Aden abzuschneiden. Damit gerät auch Saudi-Arabien massiv unter Druck, und mit ihm einer der wichtigsten Ölexportwege der Welt.
Angriffe an 56 Frontabschnitten
Medienberichten zufolge handelt es sich um die größte und am besten abgestimmte Offensive der Huthis gegen Regierungsgebiete in der Provinz seit Jahren. Ein Offizier der international anerkannten Regierung sprach von Angriffen an 56 Brennpunkten. Zuerst schlugen Mörsergranaten ein, dann rückten Bodentruppen vor.
Anwohner berichten, die Angreifer hätten die Straße bei Hayjat al-Abd erreicht. Das ist die wichtigste Verbindung zwischen Taizz und Aden. Dort sollen sie einen Durchlass gesprengt und die Route unterbrochen haben. Für eine Stadt, die seit 2015 immer wieder belagert wird, ist das ein Schlag ins Mark.
Aushungern statt Häuserkampf
Nach Einschätzung des Jemen-Analysten Ahmed Nagi von der International Crisis Group wollten die Huthis die Autobahn nach Aden kappen und Taizz isolieren. Von dieser Schlacht könne abhängen, ob sie weiter nach Süden vorstoßen. Beobachter sprechen von einer Strategie, die auf Ersticken setzt und nicht auf Häuserkampf.
Die Vorgeschichte macht die Lage noch brisanter: Anfang September eroberten die Huthis überraschend schnell große Teile der jemenitischen Küste am Roten Meer. Darunter waren der Hafen Mokka und die Meerenge Bab al-Mandab. Über Mokka lief bis dahin ein großer Teil der Hilfslieferungen nach Taizz.
Wer gewinnt? Niemand weiß es genau
Die Regierungstruppen erklären, sie wehrten Angriffe in Jabal Habashi, Maqbanah und al-Misrakh ab. Dutzende Huthi-Kämpfer seien getötet, verwundet oder gefangen genommen worden. Gebietsgewinne der Gegenseite bestreiten sie. Unabhängig überprüfen lässt sich derzeit fast nichts davon. Präsidialratschef Raschad al-Alimi kündigte inzwischen eine Großoffensive an. Er will verlorenes Terrain zurückholen und, wie berichtet wird, sogar Sanaa zurückerobern.
Raketen auf Saudi-Arabien
Riad kämpft an mehreren Fronten zugleich. Lokale Behörden melden einen Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen auf das Hauptquartier der saudisch geführten Koalition in Aden. Angaben über getötete Offiziere sind bislang nicht bestätigt. Die Koalition meldete zudem Drohnen und Raketen über Khamis Mushait und Jazan, davor über Yanbu, Taif und Riad. Für einen Angriff auf ein Umspannwerk in Medina wurden ebenfalls die Huthis verantwortlich gemacht. Sie bestreiten das.
Schon 2015 warnten Beobachter, der Jemen könne zum „Vietnam Saudi-Arabiens" werden. Elf Jahre später wirkt diese Prognose erschreckend weitsichtig.
Warum das deutsche Sparer betrifft
Laut Reuters führen die Huthis seit Juli eine Seeblockade gegen das Königreich. Die Straße von Hormus ist weiterhin weitgehend blockiert. Damit ist die saudische Küste am Roten Meer die wichtigste Ausweichroute für Öl aus dem Golf, und genau diese Route ist nun bedroht. Wer glaubt, das sei ein ferner Wüstenkrieg, sollte an der Zapfsäule nachrechnen. Für ein energiehungriges Industrieland wie Deutschland, das nach Jahren verfehlter Energiepolitik ohnehin unter hohen Kosten leidet, ist das ein Warnsignal.
Den höchsten Preis zahlen die Menschen vor Ort. Seit Anfang September wurden nach offiziellen jemenitischen Angaben fast 200.000 Menschen vertrieben, die meisten aus der Provinz Taizz. Laut UN leidet fast die Hälfte der 34 Millionen Jemeniten unter akuter Ernährungsunsicherheit.
Fazit: Krisen kennen keine Grenzen
Der Nahe Osten brennt an immer mehr Stellen, und die Folgen schwappen über Energiepreise und Inflation bis nach Europa. Wer sein Erspartes schützen will, sollte über physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen nachdenken. Diese Werte haben sich über Jahrhunderte als Krisenschutz bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine individuellen Empfehlungen. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
- Themen:
- #Energie










