
Jemen wird zum Spielball regionaler Machtinteressen â UN-Gesandter warnt vor weiterer Eskalation
Die Lage im Jemen droht sich weiter zu verschĂ€rfen, wĂ€hrend das Land immer tiefer in den Strudel regionaler Konflikte gezogen wird. UN-Sondergesandter Hans Grundberg warnte am Dienstag eindringlich vor dem UN-Sicherheitsrat, dass der Jemen nicht noch weiter in die regionalen Turbulenzen hineingezogen werden dĂŒrfe, die vom Gaza-Krieg ausgingen. Seine Worte klingen wie ein verzweifelter Hilferuf angesichts einer Situation, die lĂ€ngst auĂer Kontrolle geraten zu sein scheint.
Eskalationsspirale ohne Ende?
Grundberg zeichnete ein dĂŒsteres Bild der aktuellen Lage: Die Angriffe der Huthis auf zivile Schiffe im Roten Meer mĂŒssten aufhören, ebenso wie die Raketenangriffe auf Israel und die darauf folgenden israelischen VergeltungsschlĂ€ge auf jemenitisches Territorium. Was hier beschrieben wird, ist nichts anderes als ein gefĂ€hrlicher Teufelskreis, der die ohnehin fragile StabilitĂ€t des Landes weiter untergrĂ€bt.
Besonders alarmierend sei die nahezu vollstĂ€ndige Zerstörung der Hafenanlagen an der WestkĂŒste des Jemen. Diese kritische Infrastruktur sei fĂŒr die Versorgung der notleidenden Bevölkerung unverzichtbar. Im Hafen von Saleef dauere das Entladen von Schiffen mittlerweile dreimal so lange wie noch im Juni â ein klares Zeichen dafĂŒr, dass die Versorgungslage immer prekĂ€rer wird.
Die Huthi-Milizen als Brandbeschleuniger
Statt auf Deeskalation zu setzen, hĂ€tten die Huthis am 27. Juli angekĂŒndigt, den Kreis der Schiffe, die sie ins Visier nĂ€hmen, noch zu erweitern. Diese Entwicklung zeigt einmal mehr, wie radikale Gruppierungen regionale Konflikte fĂŒr ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren und dabei das Leid der Zivilbevölkerung billigend in Kauf nehmen.
"FĂŒr eine echte Chance auf Frieden im Jemen muss das Land davor geschĂŒtzt werden, weiter in die anhaltenden regionalen Turbulenzen hineingezogen zu werden, die vom Krieg in Gaza ausgehen", mahnte Grundberg.
Versorgungskrise verschÀrft sich dramatisch
Die HĂ€fen von Hodeidah und Saleef seien kritische Eingangspunkte fĂŒr lebenswichtige Nahrungsmittel. Die verlĂ€ngerten Warte- und Entladezeiten stellten eine ernsthafte Bedrohung fĂŒr die ErnĂ€hrungssicherheit der jemenitischen Bevölkerung dar. Hier zeigt sich die perfide Logik des Konflikts: WĂ€hrend sich regionale Akteure in Machtspielen ergehen, zahlt die Zivilbevölkerung den Preis.
Ein Land am Abgrund
Grundbergs Appell fĂŒr "proaktive und pragmatische MaĂnahmen" klingt angesichts der festgefahrenen Fronten fast naiv. Die regionalen Turbulenzen, die er anspricht, seien dabei, jegliche Aussichten auf Frieden und StabilitĂ€t im Jemen zu zerstören. Was er diplomatisch umschreibt, ist in Wahrheit ein Stellvertreterkrieg, in dem verschiedene regionale MĂ€chte ihre Interessen auf dem RĂŒcken der jemenitischen Bevölkerung austragen.
Die Situation erinnert fatal an andere gescheiterte Staaten in der Region, wo externe Einmischung und interne Konflikte eine toxische Mischung ergeben haben. Der Jemen droht zum nÀchsten dauerhaften Krisenherd zu werden, wÀhrend die internationale Gemeinschaft weitgehend tatenlos zusieht.
Dringender Handlungsbedarf
Grundbergs Forderung nach einer "Deeskalation der Gewalt und einer erneuerten Fokussierung auf Diplomatie" sei zwar richtig, doch die RealitĂ€t sehe anders aus. Solange regionale Akteure den Jemen als Schauplatz fĂŒr ihre MachtkĂ€mpfe missbrauchen, bleibe Frieden eine ferne Utopie. Die internationale Gemeinschaft mĂŒsse endlich entschlossener handeln, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen â bevor es zu spĂ€t ist.
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