
Iran zielt auf Europa: NATO-Basis Bezmer im Fadenkreuz

Der Iran-Krieg klopft an Europas TĂŒr. Iranische MilitĂ€rplaner haben Medienberichten zufolge Angriffe auf amerikanische MilitĂ€rziele in Bulgarien und Zypern durchgespielt. Sofia hat den Schutz des LuftwaffenstĂŒtzpunkts Bezmer am Mittwoch hochgefahren â und Europa steht plötzlich vor einer Frage, die es jahrzehntelang verdrĂ€ngt hat.
Zwei Insider, zwei Namen: Bulgarien und Zypern
Grundlage der Meldung ist eine Recherche der âFinancial Times". Die Zeitung beruft sich auf zwei Personen aus dem Umfeld der iranischen FĂŒhrung. Beide nennen Bulgarien als mögliches Ziel, einer zusĂ€tzlich Zypern.
Das Szenario greife demnach nur im Fall einer neuen groĂen US-Offensive oder amerikanischer SchlĂ€ge gegen iranische Infrastruktur. Ein Regime-Insider berichtet laut FT, Teheran bereite PlĂ€ne fĂŒr eine Ausweitung des Konflikts vor. Iranische Kommandeure hatten öffentlich gewarnt, sich im Ernstfall nicht mehr auf den Nahen Osten zu beschrĂ€nken.
Acht Tankflugzeuge â und ein diplomatischer Nervenkrieg
Im Zentrum steht der StĂŒtzpunkt Bezmer. Am 22. Juli genehmigte das bulgarische Parlament mit 136 zu 13 Stimmen bei zwei Enthaltungen die zeitweise Stationierung von bis zu acht US-Tankflugzeugen vom Typ KC-135 und bis zu 250 amerikanischen Soldaten â befristet vom 24. Juli bis 1. Oktober.
Sofia betont, von bulgarischem Boden aus wĂŒrden keine Kampfhandlungen gefĂŒhrt, offensive Waffensysteme seien nicht stationiert. FĂŒr Teheran ist das offenbar Haarspalterei. Bereits im MĂ€rz ĂŒbermittelte der Iran eine Protestnote, am 21. Juli warnte AuĂenamtssprecher Esmail Baghaei, Bulgarien mache sich zum Komplizen amerikanischer âAggression". Einen Tag spĂ€ter stimmte das Parlament trotzdem zu. Am 30. Juli telefonierte AuĂenminister Abbas Araqchi persönlich mit Sofia und Nikosia. Am 31. Juli landeten die ersten beiden KC-135 in Bezmer.
Artikel 5 â der Automatismus, den es nicht gibt
Innenminister Ivan Demerdzhiev erklĂ€rte nach einer Regierungssitzung, rund um Bezmer seien alle möglichen SicherheitsmaĂnahmen ergriffen worden â vorsorglich fĂŒr ein höheres Bedrohungsniveau, als die eigenen Dienste derzeit melden. Eine unmittelbar bevorstehende Attacke sieht Sofia ausdrĂŒcklich nicht.
Trotzdem: Bulgarien ist NATO-Mitglied. Ein Raketentreffer auf Bezmer wĂŒrde die Allianz vor die BĂŒndnisfall-Frage stellen. Ein Kriegsautomatismus ist Artikel 5 aber nicht â jeder Partner entscheidet selbst, welche MaĂnahmen er fĂŒr erforderlich hĂ€lt, militĂ€rische Gewalt eingeschlossen oder eben nicht.
Die Gefahr sei âreal, aber begrenzt", sagte Sidharth Kaushal vom Royal United Services Institute der FT.
Mit wachsender Distanz sinken PrĂ€zision und Sprengkraft iranischer Mittelstreckenraketen. Douglas Barrie vom IISS verweist auf Irans Versuche gegen die Basis Diego Garcia â ein Hinweis auf Waffen mit ĂŒber 2.000 Kilometern Reichweite. Experten halten Operationen ĂŒber Stellvertreter fĂŒr womöglich wirksamer.
Hormus, Hardliner, Handelsstopp
Parallel bleibt die StraĂe von Hormus ein Pulverfass: Der Schiffsverkehr ist minimal, bei einem Angriff auf einen Frachter starb diese Woche ein Mensch. Die Emirate setzten Handel und Finanztransaktionen mit Iran aus. In Teheran gewinnen Hardliner an Boden, Trump erklĂ€rte am Dienstag, es gebe keine GesprĂ€che.
FĂŒr Europas BĂŒrger heiĂt das: Energiepreise, Lieferketten und KapitalmĂ€rkte hĂ€ngen erneut an einer Meerenge, ĂŒber die Berlin und BrĂŒssel keinerlei Kontrolle haben. Gold notierte Medienberichten zufolge zuletzt deutlich oberhalb der Marke von 4.000 Dollar je Unze â Krisen haben eben ihren Preis. Physische Edelmetalle bleiben in solchen Phasen eine bewĂ€hrte ErgĂ€nzung zur Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere EinschÀtzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.
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