Kettner Edelmetalle
29.12.2025
15:34 Uhr

Industrieller Kahlschlag: Metall- und Elektrobranche verliert monatlich 10.000 Arbeitsplätze

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer dramatischen Abwärtsspirale, und die Zahlen, die nun aus der Metall- und Elektroindustrie bekannt werden, lassen selbst hartgesottene Beobachter erschaudern. Fast 10.000 Arbeitsplätze gehen Monat für Monat verloren – ein industrieller Aderlass, der die Substanz des einstigen Wirtschaftswunderlands Deutschland bis ins Mark erschüttert.

Alarmierende Bilanz: 200.000 Jobs in zwei Jahren vernichtet

Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands der Metall- und Elektroindustrie, schlägt Alarm. Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Vor gerade einmal zwei Jahren waren in dieser Schlüsselbranche noch knapp vier Millionen Menschen beschäftigt. Heute sind es nur noch rund 3,8 Millionen. Das bedeutet, dass in diesem Zeitraum etwa 200.000 Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren gegangen sind.

Die Gründe für diesen beispiellosen Niedergang sind dabei keineswegs überraschend. Hohe Steuern, explodierende Energiekosten und steigende Personalausgaben machen eine Produktion am Standort Deutschland für immer mehr Unternehmen schlichtweg unwirtschaftlich. Was jahrelang als Schwarzmalerei abgetan wurde, ist nun bittere Realität geworden.

Schwache Auslastung als Vorbote weiterer Entlassungswellen

Besonders besorgniserregend ist die Einschätzung Zanders, dass eine schnelle Besserung nicht in Sicht sei. Die schwache Auslastung der Betriebe lasse sich langfristig nicht durchhalten, erklärte der Branchenvertreter. Mit anderen Worten: Die Entlassungswelle hat gerade erst begonnen, und das Schlimmste könnte noch bevorstehen.

Die Politik müsse handeln, damit nicht noch mehr Jobs verloren gehen.

Diese Forderung Zanders an Bundeskanzler Friedrich Merz klingt fast schon verzweifelt. Doch was hat die Politik in den vergangenen Jahren getan? Die Ampelregierung unter Scholz hat mit ihrer ideologiegetriebenen Wirtschaftspolitik den Grundstein für diese Misere gelegt. Und auch die neue Große Koalition scheint bislang nicht den Mut aufzubringen, das Ruder herumzureißen.

Wirtschaftsweiser kritisiert fehlenden Reformwillen

Der frühere Wirtschaftsweise Lars Feld bestätigt diese Einschätzung. Er rechnet für das kommende Jahr mit einem massiven Stellenabbau in der Industrie und kritisiert offen, dass Bundeskanzler Merz der Mut zu weitreichenden Reformen fehle. Reformen, die nach Ansicht des renommierten Ökonomen dringend notwendig wären, um die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland zu sichern.

Es ist eine bittere Ironie der Geschichte: Ausgerechnet jene Branchen, die Deutschland einst zu einer der führenden Wirtschaftsnationen der Welt gemacht haben, werden nun systematisch demontiert. Die Metall- und Elektroindustrie, das Rückgrat der deutschen Exportwirtschaft, blutet aus – und die Politik schaut zu.

Ein Standort auf dem Abstellgleis

Die Konsequenzen dieser Entwicklung werden nicht nur die betroffenen Arbeitnehmer und ihre Familien zu spüren bekommen. Wenn die industrielle Basis eines Landes erodiert, hat das weitreichende Folgen für den gesamten Wohlstand der Gesellschaft. Steuereinnahmen brechen weg, Sozialsysteme werden belastet, und die Abhängigkeit von ausländischen Produkten nimmt zu.

Deutschland braucht dringend eine wirtschaftspolitische Kehrtwende. Niedrigere Steuern, bezahlbare Energie und weniger Bürokratie wären ein Anfang. Doch solange ideologische Scheuklappen den Blick auf die Realität verstellen, wird der industrielle Niedergang weitergehen – mit allen Konsequenzen für den Wohlstand kommender Generationen.

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