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08.01.2026
21:51 Uhr

Historischer Tiefpunkt: Deutsche verlieren massiv Vertrauen in die USA nach Venezuela-Intervention

Historischer Tiefpunkt: Deutsche verlieren massiv Vertrauen in die USA nach Venezuela-Intervention

Die transatlantische Partnerschaft liegt in Trümmern – zumindest in den Köpfen der deutschen Bevölkerung. Der jüngste ARD-Deutschlandtrend offenbart ein erschütterndes Bild: Nur noch magere 15 Prozent der Deutschen betrachten die Vereinigten Staaten als vertrauenswürdigen Partner. Ein historischer Negativrekord, der die fundamentale Erschütterung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses dokumentiert.

Venezuela-Einsatz stößt auf breite Ablehnung

Der Auslöser dieser dramatischen Vertrauenserosion ist der US-Militäreinsatz in Venezuela, bei dem Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde. Satte 72 Prozent der Befragten bewerten dieses Vorgehen als nicht gerechtfertigt. Lediglich 12 Prozent können dem amerikanischen Handeln etwas Positives abgewinnen. Zum Vergleich: Selbst beim umstrittenen Irak-Krieg 2003 lag die Ablehnung mit 80 Prozent nur geringfügig höher.

Was bedeutet das für die Sicherheitsarchitektur Europas? Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 70 Prozent der Deutschen zweifeln mittlerweile an der Verlässlichkeit der USA als NATO-Schutzmacht. Eine Entwicklung, die man durchaus als Weckruf verstehen könnte – oder als längst überfällige Ernüchterung.

Europa muss auf eigenen Beinen stehen

Die Konsequenz, die viele Bürger ziehen, überrascht kaum: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger – exakt 53 Prozent – befürwortet die Idee eines von der NATO unabhängigeren europäischen Militärbündnisses. Eine Forderung, die angesichts der geopolitischen Verwerfungen durchaus vernünftig erscheint. Wer sich auf einen Partner verlässt, der zunehmend unberechenbar agiert, handelt fahrlässig.

Merz' Zurückhaltung spaltet die Nation

Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete den US-Einsatz als „komplex" und kündigte an, sich Zeit für eine Bewertung zu nehmen. Diese diplomatische Zurückhaltung findet bei 39 Prozent der Deutschen Verständnis – sie fürchten offenbar, Trump zu provozieren. Die Hälfte der Befragten fordert hingegen eine deutlichere Positionierung gegen das amerikanische Vorgehen.

„Grundsätzlich müssten im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten."

So der Kanzler. Eine Aussage, die man als Selbstverständlichkeit oder als zahnlose Floskel interpretieren kann. Die Parteipräferenzen zeigen dabei interessante Muster: Während 58 Prozent der AfD-Anhänger die zurückhaltende Linie befürworten, fordern 78 Prozent der Grünen- und Linken-Anhänger eine klare Ansage an Washington.

Sorge um Europas Sicherheit wächst

Die Umfrage offenbart eine tiefe Verunsicherung in der Bevölkerung. 81 Prozent zeigen sich beunruhigt darüber, dass zunehmend das Recht des Stärkeren in der Weltpolitik gelte. 69 Prozent sorgen sich um die Sicherheit in Europa – bei Frauen liegt dieser Wert mit 76 Prozent deutlich höher als bei Männern.

Ein kleiner Lichtblick für die Bundesregierung: Bei der Zuwanderungspolitik konnte sie Boden gutmachen. 32 Prozent bewerten die staatliche Kontrolle der Zuwanderung als gut – ein Plus von 23 Prozentpunkten gegenüber Januar 2025. Dennoch bleibt die Mehrheit von 61 Prozent kritisch. Die Probleme der vergangenen Jahre lassen sich eben nicht über Nacht lösen.

In der Sonntagsfrage liegt die Union mit 28 Prozent vor der AfD mit 25 Prozent. Die SPD erreicht 13 Prozent, während Grüne und Linke bei 12 beziehungsweise 10 Prozent landen. Zahlen, die zeigen: Das politische Deutschland bleibt fragmentiert – und die Sehnsucht nach einer starken, souveränen europäischen Stimme in der Weltpolitik wächst.

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