
Hass statt Trauer: Polizei löst Anti-Israel-Demo in Kreuzberg auf!

Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker hat Berlin wieder Bilder geliefert, die sprachlos machen. Am Mittwochabend, dem 7. Oktober, löste die Polizei in Kreuzberg eine pro-palästinensische Demonstration gegen 20:55 Uhr auf. Nach Polizeiangaben hatte es Angriffe auf Beamte und erhebliche Straftaten gegeben. Mehr als 30 Menschen wurden festgenommen.
Parolen statt Gedenken
Rund 850 Teilnehmer zogen nach Angaben eines Polizeisprechers vom Oranienplatz durch den Kiez. Das Motto: „Until total liberation“, also „Bis zur vollständigen Befreiung“. Medienberichten zufolge waren Rufe wie „Fuck Israel“ und „Glory to the resistance“ zu hören. Auf Plakaten stand unter anderem „Israel Terrorstate“.
Und die Opfer? Der Menschen, die am 7. Oktober 2023 in Israel ermordet wurden, gedachte man auf dieser Demonstration laut dem Bericht nicht. Ein Jahrestag des Mordens wurde zur Bühne für Parolen. Auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg soll unter den Teilnehmern gewesen sein.
Berichtet wird außerdem von Sprechchören wie „Yallah, yallah Intifada“. Kritiker sehen darin eine offene Verherrlichung von Gewalt. In der Zweiten Intifada Anfang der 2000er-Jahre starben bei Selbstmordattentaten und anderen Anschlägen insgesamt 1.036 Israelis.
Tritte, Stöße, verbotene Fahnen
Laut dem Bericht wurden Polizisten immer wieder getreten und geschubst. An der Ecke Mariannenstraße/Skalitzer Straße kam der Zug an einer kleinen pro-israelischen Gegenkundgebung vorbei. Dort sollen die Rufe besonders laut geworden sein. Festgenommen wurde nach Polizeiangaben unter anderem wegen verbotener Kennzeichen, darunter Hamas-Fahnen. Anwesende Journalisten sollen als „Zionisten-Journalisten“ beschimpft worden sein.
Die Polizei begründete die Auflösung damit, dass die öffentliche Sicherheit „in erheblichem Maße gefährdet“ werde. Insgesamt waren an diesem Tag rund 1.000 Beamte in der Hauptstadt im Einsatz. Sieben pro-israelische Veranstaltungen standen einer einzigen anti-israelischen gegenüber. Den Großeinsatz hat aber vor allem diese eine Demo nötig gemacht.
Das Grauen, an das niemand erinnern wollte
Zur Erinnerung: Am 7. Oktober 2023 drangen Terroristen unter Führung der Hamas aus dem Gazastreifen nach Israel ein. Rund 1.200 Menschen wurden ermordet, 251 als Geiseln verschleppt. Unter den Opfern waren auch etwa 80 Thailänder. In der Gefangenschaft starben die israelisch-deutschen Brüder Ariel und Kfir Bibas, vier Jahre und zehn Monate alt. Die letzten lebenden Geiseln kamen erst am 13. Oktober 2025 frei, nachdem Donald Trump und Ägypten vermittelt hatten.
Ein Muster, das sich wiederholt
Neu ist das alles nicht. Schon 2024 löste die Polizei am Jahrestag pro-palästinensische Versammlungen in Kreuzberg auf. 2025 versammelten sich Medienberichten zufolge rund 500 Menschen am Alexanderplatz, obwohl die Kundgebung verboten war. Jedes Jahr dieselben Bilder, jedes Jahr dieselben Bekenntnisse der Politik. Ändert sich irgendetwas?
Große Worte vom Bebelplatz
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach am Nachmittag bei der Gedenkfeier auf dem Bebelplatz. Laut Tagesschau sagte er über Menschen, die das Existenzrecht Israels anzweifeln:
„nicht Teil Deutschlands und dürfen es auch nicht werden“
Deutschland solle für Juden ein „gutes Land bleibt und ein besseres Land wird“, so Dobrindt weiter. Das sind starke Sätze. Aus Sicht unserer Redaktion zählt aber, was danach passiert: Wie viele der Festnahmen enden tatsächlich mit Verurteilungen? Werden ausländerrechtliche Folgen konsequent geprüft, wo das Gesetz sie vorsieht?
Für viele Bürger ist der Abend in Kreuzberg ein weiteres Zeichen dafür, dass der Staat sein Versprechen zur Sicherheit jüdischen Lebens bisher nicht einlöst. Polizisten, die getreten werden, sind kein Randphänomen einer Demo. Sie zeigen, wie wenig manche Teilnehmer den Rechtsstaat respektieren. Sonntagsreden schützen niemanden. Das tun nur Konsequenzen.










