Kettner Edelmetalle
22.01.2026
09:23 Uhr

Goldpreis im Höhenflug: Goldman Sachs sieht 5.400 Dollar bis Jahresende

Goldpreis im Höhenflug: Goldman Sachs sieht 5.400 Dollar bis Jahresende

Die Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Prognose fĂŒr den Goldpreis drastisch nach oben korrigiert – und sendet damit ein unmissverstĂ€ndliches Signal an alle Anleger, die noch immer zögern, ihr Vermögen in das bewĂ€hrte Edelmetall zu diversifizieren. Das neue Kursziel fĂŒr Dezember 2026 liegt nun bei stolzen 5.400 US-Dollar pro Unze, was einer Anhebung von mehr als zehn Prozent gegenĂŒber der vorherigen SchĂ€tzung von 4.900 Dollar entspricht.

Private Anleger entdecken Gold als Schutzschild

Was treibt diese bemerkenswerte Entwicklung? Die Analysten Daan Struyven und Lina Thomas identifizieren einen entscheidenden Faktor: Die zunehmende Diversifizierung des privaten Sektors in Gold. Anders als frĂŒhere Absicherungsstrategien, die an konkrete Ereignisse wie etwa die US-Wahlen im November 2024 geknĂŒpft waren, seien die aktuellen Positionen deutlich „hartnĂ€ckiger". Anleger, die Gold als Schutz gegen makroökonomische Risiken und fiskalische Unsicherheiten erworben haben, werden diese BestĂ€nde voraussichtlich nicht so schnell wieder auflösen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Goldpreis ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 75 Prozent gestiegen und hat dabei einen Rekord nach dem anderen pulverisiert. Mit aktuell rund 4.828 Dollar pro Unze notiert das Edelmetall nur noch 60 Dollar unter seinem jĂŒngsten Allzeithoch.

Zentralbanken kaufen wie nie zuvor

Neben privaten Investoren treiben vor allem die Zentralbanken weltweit die Nachfrage nach Gold in schwindelerregende Höhen. Goldman Sachs prognostiziert fĂŒr 2026 durchschnittliche KĂ€ufe von 60 Tonnen pro Monat durch die WĂ€hrungshĂŒter. Besonders bemerkenswert: Polen hat angekĂŒndigt, im Jahr 2026 sage und schreibe 150 Tonnen Gold erwerben zu wollen. Die SchwellenlĂ€nder setzen offenbar konsequent auf eine strukturelle Diversifizierung ihrer Reserven – weg vom US-Dollar, hin zum zeitlosen Wertspeicher Gold.

ETF-ZuflĂŒsse ĂŒbertreffen alle Erwartungen

Auch die börsengehandelten Fonds verzeichnen einen regelrechten Ansturm. Seit Anfang 2025 sind die BestĂ€nde westlicher Gold-ETFs um rund 500 Tonnen gestiegen – ein Wert, der selbst die optimistischsten Prognosen ĂŒbertrifft. Diese Entwicklung lĂ€sst sich nicht allein mit den erwarteten Zinssenkungen der US-Notenbank erklĂ€ren, die Goldman Sachs fĂŒr 2026 auf weitere 50 Basispunkte beziffert.

Trump erschĂŒttert Vertrauen in die Fed

Ein wesentlicher Treiber der Gold-Rally ist das schwindende Vertrauen in die UnabhÀngigkeit der amerikanischen Notenbank. PrÀsident Donald Trump hat seine Angriffe auf die Federal Reserve erneuert und damit erhebliche Verunsicherung an den MÀrkten ausgelöst. Wenn selbst die mÀchtigste Zentralbank der Welt zum Spielball politischer Interessen zu werden droht, suchen Anleger verstÀndlicherweise Zuflucht in einem Vermögenswert, der seit Jahrtausenden seinen Wert bewahrt hat.

Der sogenannte „Debasement-Handel" – also KĂ€ufe aus Sorge vor einer langfristigen Entwertung der PapierwĂ€hrungen – gewinnt zunehmend an Bedeutung. Vermögende Familien greifen verstĂ€rkt zu physischem Gold, wĂ€hrend institutionelle Investoren Call-Optionen auf das Edelmetall erwerben.

Risiken? Eher nach oben gerichtet!

Die Goldman-Analysten betonen ausdrĂŒcklich, dass die Risiken fĂŒr ihre ohnehin schon bullische Prognose „deutlich nach oben gerichtet" seien. Private Investoren könnten angesichts der anhaltenden globalen politischen Unsicherheit noch stĂ€rker diversifizieren als erwartet. Einzig eine spĂŒrbare Verringerung der wahrgenommenen Risiken hinsichtlich der globalen Fiskal- und Geldpolitik könnte zu einer Auflösung der Absicherungspositionen fĂŒhren – doch wer glaubt ernsthaft daran, dass sich die weltpolitische Lage in absehbarer Zeit entspannt?

FĂŒr konservative Anleger, die ihr Vermögen langfristig schĂŒtzen möchten, bestĂ€tigt diese Entwicklung einmal mehr die zeitlose Weisheit: Physisches Gold gehört als unverzichtbarer Bestandteil in jedes gut diversifizierte Portfolio.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst fĂŒr seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor dem Kauf von Edelmetallen oder anderen Anlageprodukten eine eigenstĂ€ndige Recherche durchfĂŒhren sowie gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

Wissenswertes zum Thema