Kettner Edelmetalle
19.03.2026
09:23 Uhr

Gaspreise explodieren: Iranische Raketen auf Katars LNG-Anlagen treiben Energiekosten in die Höhe

Was fĂŒr ein DĂ©jĂ -vu fĂŒr die gebeutelten europĂ€ischen Verbraucher. WĂ€hrend die Politik in Berlin noch ĂŒber das 500-Milliarden-Sondervermögen debattiert und sich die neue Große Koalition in SelbstbeweihrĂ€ucherung ĂŒbt, schlĂ€gt die geopolitische RealitĂ€t mit voller Wucht auf den Gasmarkt durch. Bis zu 35 Prozent sind die europĂ€ischen Gaspreise am Donnerstag in die Höhe geschossen – ausgelöst durch iranische Raketenangriffe auf das Industriegebiet Ras Laffan in Katar, dem grĂ¶ĂŸten Exportzentrum fĂŒr FlĂŒssiggas auf diesem Planeten.

Katars HerzstĂŒck in Flammen

Der europĂ€ische Referenzpreis notierte am Morgen immer noch rund 22 Prozent im Plus bei ĂŒber 66 Euro pro Megawattstunde. Die Ursache ist so dramatisch wie besorgniserregend: Iranische Raketen hĂ€tten mehrere Anlagen im Industriegebiet Ras Laffan getroffen, wie der staatliche Energiekonzern Katars mitteilte. Es sei zu BrĂ€nden und erheblichen SchĂ€den gekommen. Die Anlage sei bereits zuvor wegen der angespannten militĂ€rischen Lage heruntergefahren worden. Durch die neuerlichen Angriffe wachse nun die Unsicherheit, wann die Produktion ĂŒberhaupt wieder anlaufen könne.

Wie schwer die SchĂ€den tatsĂ€chlich sind, wie lange Reparaturen dauern könnten – darĂŒber herrscht derzeit völlige Unklarheit. Und genau diese Unklarheit ist Gift fĂŒr die MĂ€rkte.

Europa sitzt auf leeren Speichern – und hat keine Alternativen

Man muss sich die Tragweite dieser Entwicklung vor Augen fĂŒhren. Katar gehört zu den weltweit wichtigsten Exporteuren von FlĂŒssiggas. Ein gewaltiger Anteil des global gehandelten LNG stammt von dort. FĂ€llt dieses Angebot ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum aus oder verzögert sich auch nur die RĂŒckkehr zur normalen Produktion, wird es auf dem Weltmarkt spĂŒrbar eng. Und Europa? Europa steht mit heruntergelassenen Hosen da.

Nach einem harten Winter sind die Gasspeicher vergleichsweise leer und mĂŒssen in den kommenden Monaten dringend wieder aufgefĂŒllt werden. DafĂŒr ist der Kontinent massiv auf LNG-Lieferungen angewiesen, die per Schiff vor allem aus Katar, den USA und anderen ExportlĂ€ndern kommen. Wer sich erinnert, wie Deutschland nach dem Beginn des Ukraine-Krieges hektisch LNG-Terminals aus dem Boden stampfte und sich von russischem Pipeline-Gas löste, der weiß: Die AbhĂ€ngigkeit wurde nicht beseitigt, sie wurde lediglich verlagert.

Der globale Verteilungskampf verschÀrft sich

Doch Europa ist bei weitem nicht der einzige Abnehmer auf dem Weltmarkt. Asiatische LĂ€nder – allen voran China, Japan und SĂŒdkorea – sichern sich ebenfalls gewaltige Mengen FlĂŒssiggas. Steht durch den Ausfall in Katar weniger Angebot zur VerfĂŒgung, verschĂ€rft sich der Wettbewerb um die verbleibenden Lieferungen dramatisch. Das könnte die Preise ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum auf einem erhöhten Niveau halten – mit fatalen Folgen fĂŒr die ohnehin angeschlagene europĂ€ische Industrie und die Geldbeutel der BĂŒrger.

Die Quittung jahrelanger Energiepolitik-VersÀumnisse

Was wir hier erleben, ist nichts anderes als die bittere Quittung fĂŒr eine Energiepolitik, die ĂŒber Jahre hinweg ideologisch statt pragmatisch betrieben wurde. Statt auf einen breiten Energiemix zu setzen und die eigene Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt zu stellen, hat man in Deutschland Kernkraftwerke abgeschaltet, heimische Gasförderung durch Fracking-Verbote unterbunden und sich sehenden Auges in neue AbhĂ€ngigkeiten begeben. Erst war es Russland, jetzt ist es der volatile LNG-Weltmarkt, der uns erpressbar macht.

FĂŒr Verbraucher habe der Preissprung zunĂ€chst meist keine direkten Folgen, heißt es beschwichtigend. Doch wer sich an die Energiekrise 2022 erinnert, weiß: Steigen die Großhandelspreise ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum, schlĂ€gt das unweigerlich auf die Endkundentarife durch. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

Ein Weckruf, der verhallen wird?

Der Gasmarkt bleibt hochgradig anfĂ€llig und reagiert derzeit besonders sensibel auf jede neue Eskalation im Nahen Osten. Die iranischen Angriffe auf Katars LNG-Infrastruktur sind dabei nur das jĂŒngste Kapitel einer sich immer weiter zuspitzenden geopolitischen Krise. Wer geglaubt hatte, der Nahost-Konflikt zwischen Israel und dem Iran sei ein fernes Ereignis ohne Auswirkungen auf den eigenen Alltag, wird nun eines Besseren belehrt.

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen gegen Inflation und Kaufkraftverlust abzusichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Wertspeicher in Krisenzeiten bewĂ€hrt – unabhĂ€ngig von geopolitischen Verwerfungen, Energiepreisschocks und den Launen einer Politik, die offenkundig nicht in der Lage ist, die Versorgungssicherheit ihrer BĂŒrger zu gewĂ€hrleisten.

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