
Frankreichs demografischer Niedergang: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sterben mehr Menschen als geboren werden

Was sich seit Jahren abzeichnete, ist nun bittere Realität geworden: Frankreich verzeichnet zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen negativen natürlichen Bevölkerungssaldo. Die Grande Nation, einst stolz auf ihre vergleichsweise hohe Geburtenrate in Europa, erlebt einen historischen Wendepunkt – und dieser sollte auch Deutschland als mahnendes Beispiel dienen.
Die nackten Zahlen einer demografischen Katastrophe
Das französische Statistikamt INSEE präsentierte kürzlich Zahlen, die selbst pessimistische Prognosen in den Schatten stellen. Im Jahr 2025 erblickten lediglich 645.000 Babys das Licht der Welt – ein Rückgang von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erschreckende 24 Prozent weniger als im Spitzenjahr 2010. Dem gegenüber stehen 651.000 Todesfälle, was einen negativen Saldo von minus 6.000 Menschen ergibt.
Die Gesamtfruchtbarkeitsrate sank auf dramatische 1,56 Kinder pro Frau – der niedrigste Wert seit dem Ende des Ersten Weltkriegs. Zum Vergleich: Um eine Bevölkerung ohne Zuwanderung stabil zu halten, wäre eine Rate von etwa 2,1 erforderlich. Frankreich liegt also meilenweit davon entfernt.
Selbst Katastrophenszenarien waren zu optimistisch
Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass selbst die düstersten Prognosen der Demografen übertroffen wurden. Robin Nitot, ein Beobachter des Analyseportals Hexagone, kommentierte auf der Plattform X:
„Im Jahr 2021 erstellte das INED 30 demografische Projektionen für Frankreich. Das pessimistischste aller 30 Szenarien – das ultimative Katastrophenszenario – ging von durchschnittlich 1,69 Kindern pro Frau im Jahr 2025 aus. Heute erfahren wir, dass Frankreich bei 1,56 liegt."
Migration als einziger Wachstumstreiber
Dass Frankreichs Bevölkerung zum 1. Januar 2026 dennoch auf 69,1 Millionen Menschen anwuchs, verdankt das Land ausschließlich der Zuwanderung. Der Nettozuzug wird vorläufig auf plus 176.000 Personen geschätzt. Eine Entwicklung, die kritisch hinterfragt werden muss: Kann eine Gesellschaft langfristig funktionieren, wenn sie ihr Bevölkerungswachstum vollständig auf Migration stützt, während die einheimische Bevölkerung schrumpft?
Die Altersstruktur des Landes verschiebt sich dramatisch. Mittlerweile sind 22 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter – fast genauso viele wie unter 20-Jährige. Noch vor zwanzig Jahren betrug der Anteil der Senioren lediglich 16,4 Prozent, während ein Viertel der Bevölkerung unter 20 war.
Ein europäisches Phänomen mit existenziellen Ausmaßen
Frankreich steht mit diesem Problem keineswegs allein da. Ganz Europa erlebt eine demografische Krise von historischem Ausmaß:
Deutschland verzeichnete 2023 eine Geburtenrate von nur noch 1,35 Kindern pro Frau. Bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit liegt der Wert sogar auf einem 30-Jahres-Tief. Polen kämpft mit einer erschreckenden Rate von nur 1,12 – möglicherweise der niedrigste Wert in ganz Europa. Schweden, einst Vorbild für Familienpolitik, verzeichnete 2024 die niedrigste Geburtenrate seit 2003. Auch Tschechien rutschte unter die Marke von 100.000 Geburten jährlich.
Die Ursachen liegen auf der Hand
Das Durchschnittsalter französischer Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes stieg auf 31,2 Jahre – gegenüber 29,6 Jahren im Jahr 2005. Diese Entwicklung ist symptomatisch für eine Gesellschaft, in der traditionelle Werte wie Familie und Kinder zunehmend in den Hintergrund rücken. Karriere, Selbstverwirklichung und wirtschaftliche Unsicherheit werden als Gründe genannt – doch letztlich spiegelt sich hier auch ein kultureller Wandel wider, der die Grundfesten europäischer Gesellschaften erschüttert.
Die Politik hat es über Jahrzehnte versäumt, familienfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die junge Menschen ermutigen, sich für Kinder zu entscheiden. Stattdessen wurden ideologische Projekte vorangetrieben, während die demografische Zeitbombe unaufhaltsam tickte. Nun stehen wir vor den Konsequenzen einer Politik, die die Zukunft der eigenen Bevölkerung sträflich vernachlässigt hat.










