Kettner Edelmetalle
13.08.2026
13:11 Uhr
KI-generiert

Feuer am Schwarzen Meer: Brotpreis-Schock aus Noworossijsk?

Feuer am Schwarzen Meer: Brotpreis-Schock aus Noworossijsk?
Symbolbild: KI-generiert

Die Ukraine hat den russischen Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk mit einer massiven Drohnen- und Raketenwelle attackiert. Getroffen wurden nicht nur Kriegsschiffe, sondern auch Getreideterminals – ausgerechnet an jenem Nadelöhr, ĂŒber das ein erheblicher Teil der russischen Weizenexporte lĂ€uft. Nach Angaben des Gouverneurs der Region, Weniamin Kondratjew, starben drei Menschen, darunter ein achtjĂ€hriges Kind, 24 weitere wurden verletzt.

Fregatten getroffen, Terminals lahmgelegt

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem Erfolg. Kiew habe eine ungewöhnliche Kombination aus Langstreckendrohnen und weiteren Waffensystemen gegen Schiffe der russischen Flotte in der Bucht eingesetzt. Getroffen worden seien unter anderem die Fregatten „Admiral Essen" und „Admiral Makarow", ein großes Landungsschiff sowie eine Korvette.

„Andere russische Einrichtungen, die zur Finanzierung des Krieges beitrugen, wurden ebenfalls getroffen. Es ist völlig gerecht, dass die Ukraine auf Russlands Krieg antwortet, und es ist Russland, das seinen Krieg beenden kann und muss."

So Selenskyj laut seiner Mitteilung auf X. Die Getreideterminals erwÀhnte er nicht. Zwei russische Getreidehandelsunternehmen bestÀtigten Medienberichten zufolge SchÀden. Deutschen Berichten zufolge traf es unter anderem die Infrastruktur des Terminals NKHP. Ein am 12. August 2026 veröffentlichtes Satellitenbild soll schwer beschÀdigte Schiffe an der Marinebasis zeigen.

Moskau sucht Ausweichrouten – und einen Schuldigen

Russlands Landwirtschaftsministerium erklĂ€rte, man wolle Frachtströme in HĂ€fen an Ostsee und Kaspischem Meer sowie auf Landrouten umleiten. Übersetzt heißt das: lĂ€ngere Wege, höhere Kosten, weniger Tempo. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa warf der Ukraine laut der Agentur TASS vor, „Chaos" auf dem Weltnahrungsmittelmarkt provozieren zu wollen – im Interesse mehrerer westlicher Staaten. Belege dafĂŒr nannte sie nicht.

Die Zahlen sprechen unabhĂ€ngig von der Propagandaschlacht eine deutliche Sprache. Das Beratungshaus SovEcon rechnet fĂŒr diesen August mit russischen Weizenausfuhren von nur drei bis 3,4 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Der FĂŒnfjahresdurchschnitt liegt bei rund fĂŒnf Millionen Tonnen. Es wĂ€re der schwĂ€chste August seit der Saison 2016/17 – nach einem bereits mauen Juli.

Warum das bis in deutsche SupermÀrkte reicht

Russland ist der grĂ¶ĂŸte Weizenexporteur der Welt, die Ukraine ebenfalls ein Schwergewicht. Beide Seiten beschießen seit Wochen gegenseitig Exportanlagen – die Weizennotierungen ziehen an. Besonders empfindlich trifft das LĂ€nder in Asien und Afrika: Zwischen 2016 und 2021, also vor dem russischen Großangriff, gingen nach EU-Daten 92 Prozent des ukrainischen Weizens in diese Regionen.

Steigende Agrarpreise sind kein fernes Problem. Sie wandern ĂŒber Futtermittel, Backwaren und Logistik in die Verbraucherpreise – und damit in eine Inflationsrechnung, die deutsche Haushalte nach Jahren der Kaufkraftverluste ohnehin nervös macht. Wer angesichts explodierender Energie- und Sozialkosten auf eine ruhige Hand in Berlin hofft, wartet aus Sicht vieler BĂŒrger seit Jahren vergeblich.

Krieg als Dauerzustand – und was Anleger daraus lesen

Parallel intensiviert Russland Berichten zufolge seine RaketenschlĂ€ge auf ukrainische StĂ€dte und nutzt offenbar den Mangel Kiews an Abfangraketen aus. Ein Ende ist nicht in Sicht. Geopolitische BrĂŒche dieser Art haben historisch stets eines gemeinsam: Sie erinnern daran, wie schnell Lieferketten reißen und Papierwerte schwanken können. Physische Edelmetalle gelten in solchen Phasen traditionell als stabilisierende Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.

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