Kettner Edelmetalle
09.08.2023
09:31 Uhr

Die Ampelregierung feiert Investition von TSMC als Erfolg - eine FehleinschÀtzung?

Die aktuelle Wirtschaftskrise in Deutschland scheint die Ampelregierung nicht aus der Ruhe zu bringen. Trotz der Tatsache, dass Deutschland als einzige große Industrienation in einer Rezession steckt, verkĂŒnden Bundeskanzler Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Robert Habeck stolz die AttraktivitĂ€t und WettbewerbsfĂ€higkeit Deutschlands. Grund fĂŒr diese EinschĂ€tzung ist die geplante Investition des taiwanesischen Halbleiter-Herstellers TSMC in eine Fabrik auf deutschem Boden.

Investition als Beleg fĂŒr wirtschaftliche StĂ€rke?

Die Entscheidung des Halbleiter-Herstellers TSMC, ein Werk in Deutschland zu errichten, wird von der Ampelregierung als Beweis fĂŒr die wirtschaftliche StĂ€rke und AttraktivitĂ€t Deutschlands gesehen. Die Fabrik wird in Zusammenarbeit mit Bosch, Infenion und NXP, einem niederlĂ€ndischen Halbleiterhersteller, gebaut. TSMC wird 70 Prozent am geplanten Joint Venture halten. Mehr als 10 Milliarden Euro sollen in das Industrieprojekt fließen, das 200 ArbeitsplĂ€tze in der Region schaffen soll.

"Deutschland ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort", schrieb Bundeskanzler Scholz auf Twitter. Auch Wirtschaftsminister Habeck Ă€ußerte sich positiv und betonte, dass die Investitionsentscheidung zeige, dass Deutschland ein attraktiver und wettbewerbsfĂ€higer Standort sei.

Staatliche Subventionen als Anreiz?

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Projekt vom deutschen Staat zusĂ€tzlich mit fĂŒnf Milliarden Euro unterstĂŒtzt wird. Fast die HĂ€lfte des Investitionsvolumens wird also subventioniert. Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob die Investitionsentscheidung von TSMC wirklich ein Beleg fĂŒr die AttraktivitĂ€t und WettbewerbsfĂ€higkeit des deutschen Wirtschaftsstandortes ist, oder ob sie nicht vielmehr durch die großzĂŒgigen staatlichen Subventionen beeinflusst wurde.

Kritische Stimmen werden laut

Die Entscheidung der Ampelregierung, die Investition von TSMC als Beleg fĂŒr die AttraktivitĂ€t und WettbewerbsfĂ€higkeit Deutschlands zu sehen, wird von Kritikern als FehleinschĂ€tzung angesehen. Eine Studie des Bundesverbandes der deutschen Industrie zeigt, dass jedes sechste Unternehmen Deutschland teilweise oder ganz verlassen will. 16 Prozent der Unternehmen des industriellen Mittelstandes in Deutschland sind derzeit dabei, ArbeitsplĂ€tze und Teile ihrer Produktion ins Ausland zu verlagern. Weitere 30 Prozent tragen sich konkret mit Abwanderungsgedanken.

"Deutschland ist alles andere als ein attraktiver Wirtschaftsstandort – daran Ă€ndert eine dick subventionierte Einzelinvestition nichts", so die kritischen Stimmen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Investition von TSMC tatsÀchlich einen positiven Effekt auf die deutsche Wirtschaft haben wird, oder ob sie lediglich ein Strohhalm ist, an den sich die Ampelregierung klammert, um die wirtschaftliche Lage Deutschlands positiver darzustellen, als sie tatsÀchlich ist.

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