Kettner Edelmetalle
16.02.2026
06:10 Uhr

Deutschlands Gasspeicher laufen leer – und die Ministerin gibt sich betont entspannt

Deutschlands Gasspeicher laufen leer – und die Ministerin gibt sich betont entspannt

WĂ€hrend sich die deutschen Gasspeicher in besorgniserregendem Tempo leeren, demonstriert Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine Gelassenheit, die man in der Energiebranche bestenfalls als gewagt, schlimmstenfalls als fahrlĂ€ssig bezeichnen dĂŒrfte. Aus ihrem Ministerium heißt es, die niedrigen SpeicherstĂ€nde seien „kein Anlass zur Sorge". Man könne dank der LNG-Importterminals – jener schwimmenden Gasanlandestationen, die einst unter Hochdruck als Rettungsanker der deutschen Energieversorgung installiert wurden – flexibel reagieren. Die Versorgung sei gesichert.

Kritik aus den eigenen Reihen

Doch so einfach lĂ€sst sich die RealitĂ€t nicht weglĂ€cheln. In der Energiebranche brodelt es gewaltig, und selbst innerhalb der Unionsfraktion mehren sich kritische Stimmen. Dass ausgerechnet eine CDU-Ministerin in einer Frage der Energiesicherheit derart sorglos agiert, wirft Fragen auf. Hat man aus den dramatischen Erfahrungen der Jahre 2022 und 2023 nichts gelernt? Damals stand Deutschland nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und dem Wegfall russischer Gaslieferungen am Rande einer Versorgungskrise. Die Speicher waren gefĂ€hrlich leer, die Preise explodierten, und Millionen BĂŒrger bangten um ihre Heizkosten.

Am Dienstag wird sich Reiche in einer Sondersitzung des Bundestags-Wirtschaftsausschusses erklĂ€ren mĂŒssen. Initiiert wurde diese von der GrĂŒnen-Fraktion – ein durchaus pikantes Detail, bedenkt man, dass es die GrĂŒnen waren, die unter Robert Habeck das Gasspeichergesetz auf den Weg brachten und damit erstmals verbindliche MindestfĂŒllstĂ€nde festlegten. Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der GrĂŒnen-Fraktion, wirft der Ministerin vor, die Gaskunden „in falscher Sicherheit" zu wiegen.

Strategische Gasreserve: Vom Tabu zur realistischen Option

Im Zentrum der Debatte steht eine Frage von enormer Tragweite: Muss der Staat die Bevorratung von Erdgas selbst in die Hand nehmen? Eine strategische Gasreserve – vergleichbar mit der seit Jahrzehnten existierenden strategischen Ölreserve – wird zunehmend als realistische Option diskutiert. Reiches Ministerium reagiert darauf bislang mit der typischen ordnungspolitischen ZurĂŒckhaltung: Die SpeicherbefĂŒllung mĂŒsse „marktlich erfolgen", staatliche Eingriffe könnten dies „gegebenenfalls unterstĂŒtzen oder ergĂ€nzen, aber nicht ersetzen", so eine Ministeriumssprecherin.

Diese marktglĂ€ubige Haltung mag in LehrbĂŒchern der Volkswirtschaft elegant klingen. In der rauen Wirklichkeit geopolitischer Verwerfungen, in der Energielieferungen lĂ€ngst als Waffe eingesetzt werden, wirkt sie jedoch geradezu naiv. Russland hat vorgemacht, wie schnell der Gashahn zugedreht werden kann. Die AbhĂ€ngigkeit von LNG-Lieferungen aus den USA, Katar oder anderen Quellen schafft neue AbhĂ€ngigkeiten – zumal unter einem US-PrĂ€sidenten Trump, der mit seinen massiven Zollerhöhungen auf EU-Importe bereits gezeigt hat, dass transatlantische VerlĂ€sslichkeit ein dehnbarer Begriff ist.

Die bittere Lehre der Energiewende

Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren systematisch seiner energiepolitischen SouverĂ€nitĂ€t beraubt. Kernkraftwerke wurden abgeschaltet, die Kohleverstromung wird zurĂŒckgefahren, und die erneuerbaren Energien können die Grundlast bei Weitem nicht zuverlĂ€ssig decken. Was bleibt, ist eine gefĂ€hrliche AbhĂ€ngigkeit von Gasimporten – und die Hoffnung, dass der Markt es schon richten wird. Eine Hoffnung, die sich in der Vergangenheit als trĂŒgerisch erwiesen hat.

Dass nun ausgerechnet eine CDU-gefĂŒhrte Regierung vor der Frage steht, ob der Staat stĂ€rker in die Energiebevorratung eingreifen muss, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Friedrich Merz hatte im Wahlkampf eine RĂŒckkehr zu marktwirtschaftlichen Prinzipien versprochen. Doch die geopolitische RealitĂ€t kennt keine ideologischen Scheuklappen. Eine strategische Gasreserve wĂ€re kein sozialistisches Experiment, sondern schlicht eine Frage der nationalen Sicherheit – Ă€hnlich wie die Bundeswehr oder die NotfallvorrĂ€te an Erdöl.

In Zeiten, in denen hybride KriegsfĂŒhrung und Energieerpressung zum Standardrepertoire geopolitischer Auseinandersetzungen gehören, kann sich ein Industrieland wie Deutschland keine BlauĂ€ugigkeit leisten. Die BĂŒrger haben ein Recht darauf, dass ihre Regierung vorausschauend handelt – und nicht erst dann reagiert, wenn die Speicher leer und die Heizungen kalt sind. Wer in unsicheren Zeiten auf Sicherheit setzt, der sollte auch bei der Vermögenssicherung vorsorgen: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewĂ€hrt und können als sinnvolle ErgĂ€nzung eines breit gestreuten Portfolios dienen.

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