Kettner Edelmetalle
08.01.2026
21:53 Uhr

Deutschlands Gasspeicher auf historischem Tiefstand: Die bittere Bilanz einer verfehlten Energiepolitik

Deutschlands Gasspeicher auf historischem Tiefstand: Die bittere Bilanz einer verfehlten Energiepolitik

Während die politische Klasse in Berlin sich jahrelang mit ideologischen Debatten über Windräder und Wärmepumpen beschäftigte, offenbart sich nun die ganze Tragweite einer energiepolitischen Geisterfahrt. Die aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur sprechen eine unmissverständliche Sprache: Deutschland hat im Jahr 2025 mehr als zehn Prozent seiner Gasimporte über Terminals für Flüssigerdgas abgewickelt – ein Notbehelf, der die Versäumnisse vergangener Regierungen nur mühsam kaschiert.

Die nackten Zahlen einer Abhängigkeit

Insgesamt wurden nach vorläufigen Berechnungen 1031 Terawattstunden Erdgas importiert. Davon entfielen stolze 106 Terawattstunden auf die deutschen LNG-Terminals an Nord- und Ostsee – ein Anteil von 10,3 Prozent. Im Vorjahr waren es lediglich 69 Terawattstunden, was acht Prozent entsprach. Der Anstieg mag auf den ersten Blick wie ein Erfolg erscheinen, doch er ist nichts anderes als das Ergebnis einer erzwungenen Notoperation am offenen Herzen der deutschen Energieversorgung.

Die drei Nordsee-Standorte des staatlichen Betreibers Deutsche Energy Terminal speisten im vergangenen Jahr rund 79 Terawattstunden in das deutsche Gasnetz ein. Das entspricht rechnerisch dem Jahresverbrauch zum Heizen von mehr als 5,6 Millionen Vierpersonenhaushalten. An der Ostsee steuerte der private Betreiber Deutsche ReGas über sein Terminal in Mukran weitere 26,5 Terawattstunden bei.

Historischer Tiefstand: Ein Alarmsignal wird ignoriert

Doch die eigentliche Hiobsbotschaft verbirgt sich in den Speicherständen. Deutschlands Gasspeicher sind mit historisch niedrigen Füllständen in das Jahr 2026 gestartet. Nach Daten des Verbands der europäischen Gasinfrastruktur-Betreiber waren die Speicher am 5. Januar nur zu erschreckenden 53 Prozent gefüllt. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2011 – ein trauriger Rekord, der die Versorgungssicherheit der Bundesrepublik ernsthaft gefährdet.

Im Durchschnitt lagen die Speicherstände zu diesem Zeitpunkt rund 20 Prozentpunkte höher. Deutschland bleibt damit auch deutlich unter dem europäischen Mittelwert von etwa 59 Prozent. Während Italien einen Füllstand von rund 72 Prozent vorweisen kann, Polen sogar 80 Prozent und Portugal stolze 93 Prozent, steht die einstige Wirtschaftslokomotive Europas mit heruntergelassenen Hosen da.

Technische Pannen und Verzögerungen

Als wäre die Lage nicht schon prekär genug, häufen sich auch die technischen Probleme. In Brunsbüttel ging das Regasifizierungsschiff „Höegh Gannet" nach einer Wartungsphase erst im November wieder ans Netz. Ein weiteres schwimmendes Terminal in Stade wird nach Angaben der Deutschen Energy Terminal voraussichtlich nicht vor dem zweiten Quartal 2026 in Betrieb gehen – das dort vorgesehene Regasifizierungsschiff „Energos Force" ist derzeit unterverchartert.

Die Rechnung für politisches Versagen

Die Initiative Energien Speichern hatte bereits im November vor möglichen Engpässen bei außergewöhnlich kalter Witterung gewarnt. Der erhöhte Gasverbrauch der vergangenen vier Monate verschärft die Situation zusätzlich. Was passiert, wenn ein strenger Winter Deutschland heimsucht? Diese Frage möchte in Berlin offenbar niemand beantworten.

Die hastig errichtete LNG-Infrastruktur ist letztlich nichts anderes als ein teures Pflaster auf einer klaffenden Wunde. Vor der Energiekrise verfügte Deutschland über keine eigenen Terminals – ein Versäumnis, das sich nun bitter rächt. Der größte Teil des Erdgases kommt zwar wieder per Pipeline, vor allem aus Norwegen, doch die Abhängigkeit von externen Lieferanten bleibt bestehen.

Die deutsche Energiepolitik gleicht einem Schiff ohne Kompass: Man reagiert nur noch, statt zu agieren. Die Bürger werden die Zeche für diese Planlosigkeit bezahlen – in Form steigender Heizkosten und einer ungewissen Versorgungslage.

Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz endlich die notwendigen Weichen stellt, um Deutschland aus dieser selbstverschuldeten Misere zu führen. Die Zeit der ideologischen Experimente muss ein Ende haben – die Versorgungssicherheit der Bürger darf nicht länger auf dem Altar grüner Träumereien geopfert werden.

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