
Chinas Halbleiter-Revolution: Peking übertrifft eigene Ziele bei der Chip-Unabhängigkeit

Während der Westen noch über Sanktionen und Exportbeschränkungen debattiert, vollzieht sich im Reich der Mitte eine technologische Zeitenwende, die selbst die kühnsten Erwartungen der kommunistischen Planer übertrifft. Die chinesische Halbleiterindustrie hat im Jahr 2025 einen bemerkenswerten Sprung nach vorne gemacht – und das mit einer Geschwindigkeit, die Washington nervös machen dürfte.
35 Prozent Eigenversorgung: Peking überrascht sich selbst
Der Anteil heimisch produzierter Halbleiter-Fertigungsanlagen ist bis Ende 2025 auf stolze 35 Prozent gestiegen. Noch ein Jahr zuvor lag dieser Wert bei lediglich 25 Prozent. Besonders pikant: Die chinesische Führung hatte sich für 2025 ein Ziel von 30 Prozent gesetzt – ein Ziel, das nun deutlich übertroffen wurde. Die amerikanischen Branchenriesen Applied Materials, Lam Research und KLA dürften diese Entwicklung mit wachsender Sorge beobachten.
In strategisch besonders wichtigen Segmenten wie der Ätzung und der Dünnschichtabscheidung liegt der Anteil chinesischer Ausrüstung bereits bei über 40 Prozent. Unternehmen wie die Naura Technology Group und Advanced Micro-Fabrication Equipment haben sich als ernstzunehmende Konkurrenten auf dem Weltmarkt etabliert.
Technologischer Durchbruch bei kritischen Komponenten
Besonders bemerkenswert erscheint die Nachricht, dass Advanced Micro-Fabrication eine Ätzmaschine für den 5-Nanometer-Bereich entwickelt hat, die derzeit bei Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. – dem weltweit führenden Auftragsfertiger – für fortschrittliche Produktionslinien validiert wird. Ein Erfolg, der vor wenigen Jahren noch als undenkbar galt.
Bei Semiconductor Manufacturing International Corp., Chinas größtem Chip-Auftragsfertiger, stammen mittlerweile mehr als 60 Prozent der Oxidations- und Diffusionsöfen in den 28-Nanometer-Produktionslinien von Naura. Der Auftragsbestand des Unternehmens reicht bereits bis ins erste Quartal 2027 – ein deutliches Zeichen für das Vertrauen der Industrie in heimische Technologie.
Strategische Bedeutung für die Weltordnung
China wird voraussichtlich bis 2027 der weltweit größte Markt für Halbleiter-Fertigungsanlagen bleiben. Diese Entwicklung hat weitreichende geopolitische Implikationen. Die westlichen Sanktionen, die eigentlich Chinas technologischen Aufstieg bremsen sollten, scheinen paradoxerweise als Katalysator für die Eigenentwicklung zu wirken.
Für Europa und insbesondere Deutschland sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Während wir uns in ideologischen Debatten über Klimaneutralität und gesellschaftliche Transformation verlieren, baut China systematisch seine technologische Souveränität aus. Die Frage, ob der Westen seine technologische Führungsposition halten kann, wird sich in den kommenden Jahren entscheiden – und die Antwort könnte unbequemer ausfallen, als mancher Politiker wahrhaben möchte.
Der chinesische Halbleiter-Erfolg demonstriert eindrucksvoll, was möglich ist, wenn ein Land seine wirtschaftlichen Interessen konsequent verfolgt und strategische Industrien gezielt fördert – eine Lektion, die auch hierzulande Beachtung verdient.










