Kettner Edelmetalle
22.12.2025
16:42 Uhr

Cannabis-Boom bei US-Senioren: Wenn die Hippie-Generation zum Joint zurĂŒckkehrt

Eine bemerkenswerte Entwicklung erschĂŒttert die amerikanische Gesellschaft: Die Generation, die einst in Woodstock tanzte und gegen das Establishment rebellierte, greift nun im Rentenalter wieder beherzt zur TĂŒte. Der Anteil der ĂŒber 65-jĂ€hrigen Marihuana-Konsumenten in den Vereinigten Staaten hat sich seit 2007 schlichtweg verhundertfacht – von einem bescheidenen Promille auf satte zehn Prozent.

Die RĂŒckkehr der Blumenkinder

Was auf den ersten Blick wie eine statistische KuriositĂ€t anmutet, entpuppt sich bei nĂ€herer Betrachtung als gesellschaftliches PhĂ€nomen von beachtlicher Tragweite. Die National Survey on Drug Use and Health dokumentiert einen Trend, der keine andere Altersgruppe in dieser Geschwindigkeit erfasst hat. Jeder fĂŒnfzehnte Befragte ĂŒber 65 Jahren konsumiert Cannabis mittlerweile sogar monatlich. Die ehemaligen Hippies der 1970er Jahre, jene Generation, die mit "Make Love, Not War" auf den Lippen durch die Straßen zog, kehrt zu ihren Wurzeln zurĂŒck.

Doch diesmal geschieht dies nicht im Verborgenen, sondern im Licht der LegalitĂ€t. In 40 Bundesstaaten ist Cannabis inzwischen medizinisch zugelassen, in 24 Staaten sogar fĂŒr den Freizeitgebrauch. Über die HĂ€lfte der amerikanischen Bevölkerung lebt mittlerweile in einem Staat, in dem der Freizeitkonsum erlaubt ist. Drei Viertel aller Amerikaner haben eine offizielle Verkaufsstelle in ihrer NĂ€he.

Neue Darreichungsformen fĂŒr die Ă€ltere Kundschaft

Die Industrie hat sich lĂ€ngst auf ihre ergraute Kundschaft eingestellt. Statt des klassischen Joints bevorzugen Senioren diskretere Varianten: Esswaren, Cremes und Tropfen dominieren den Markt fĂŒr die Ă€ltere Generation. Die Anwendungsgebiete sind dabei durchaus nachvollziehbar – Schlafprobleme, chronische Schmerzen und psychische Belastungen wie Angststörungen treiben die Nachfrage.

„Ich werd wohl auch anfangen. Soviel Alkohol kann man ja gar nicht trinken, um die ZustĂ€nde in D auszuhalten."

So kommentiert ein Leser die Entwicklung mit bitterem Humor – und trifft damit einen Nerv. Die Flucht in berauschende Substanzen, sei es Alkohol oder Cannabis, erscheint vielen als letzter Ausweg aus einer Welt, die zunehmend aus den Fugen gerĂ€t.

Risiken und Nebenwirkungen einer alternden Gesellschaft

Freilich birgt der Konsum im fortgeschrittenen Alter seine TĂŒcken. Die Kombination mit verschreibungspflichtigen Medikamenten kann zu Schwindel und erhöhter Sturzgefahr fĂŒhren – fĂŒr Senioren keine Bagatelle. Dennoch berichten viele Konsumenten von spĂŒrbarer Linderung ihrer Beschwerden. Die Frage, ob Cannabis tatsĂ€chlich das geringere Übel gegenĂŒber pharmazeutischen Alternativen darstellt, bleibt Gegenstand hitziger Debatten.

Was diese Entwicklung ĂŒber den Zustand unserer westlichen Gesellschaften aussagt, mag jeder fĂŒr sich selbst beurteilen. Dass eine ganze Generation im Lebensabend zum Rauschmittel greift, um den Alltag ertrĂ€glicher zu gestalten, wirft jedenfalls Fragen auf, die weit ĂŒber die Drogenpolitik hinausreichen. Vielleicht ist es weniger ein Zeichen von Dekadenz als vielmehr ein stiller Protest gegen eine Welt, die ihren Senioren wenig Trost zu bieten hat.

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