
Brigadegeneral a. D. Erich Vad rechnet ab: „Vier Jahre sinnloses Blutvergießen" in der Ukraine
Es sind Worte, die in der deutschen Medienlandschaft selten so unverblümt ausgesprochen werden. Erich Vad, Brigadegeneral außer Dienst und ehemaliger militärpolitischer Berater von Angela Merkel, zieht nach vier Jahren Ukraine-Krieg eine vernichtende Bilanz – und stellt damit die gesamte westliche Strategie in Frage. Was er sagt, dürfte vielen Politikern in Berlin die Schamesröte ins Gesicht treiben. Wenn sie denn noch fähig wären, Scham zu empfinden.
Ein Krieg, der nie auf dem Schlachtfeld zu gewinnen war
Vad spricht Klartext: Sämtliche Offensiven der Ukraine, insbesondere jene von 2023, sowie die massiven westlichen Waffenlieferungen hätten „letzten Endes nichts gebracht". Sie seien zu keinem Zeitpunkt der medial beschworene „Game Changer" gewesen und hätten die militärische Gesamtlage zugunsten der Ukraine nicht verändert. Der Krieg sei aufgrund der Kräfteverhältnisse nie auf dem Schlachtfeld zu gewinnen gewesen. Eine Erkenntnis, die man in den Talkshows der Republik vergeblich sucht.
Während Präsident Selenskyj von 50.000 gefallenen ukrainischen Soldaten spreche, hält Vad diese Zahl für „schwer untertrieben". Hinzu kämen Vermisste, Verkrüppelte und schwer Verwundete. Hinter jedem Gefallenen stehe eine Mutter, die ihren Sohn verloren habe, eine Frau, die ihren Mann betrauere, ein Kind, das ohne Vater aufwachsen müsse. Es seien namenlose ukrainische und russische Soldaten, die sich gegenseitig bekämpften und töteten – jene, die nicht das Geld gehabt hätten, sich ins Ausland abzusetzen. Allein in Deutschland befänden sich 300.000 ukrainische Männer im wehrfähigen Alter.
Deutsche Soldaten in die Ukraine? „Hoch unmoralisch"
Besonders scharf kritisiert der ehemalige Merkel-Berater die Diskussion über eine mögliche Entsendung deutscher Soldaten in die Ukraine. Während Hunderttausende Ukrainer vor dem Kriegsdienst geflohen seien und es zu verzweifelten Zwangsrekrutierungen komme, über die im Westen kaum berichtet werde, befeuerten deutsche Politikerinnen und Leitmedien diesen Krieg weiterhin. In Debatten, Talkshows und selbst auf Kirchentagen werde der Krieg angeheizt – von Leuten, die nicht in die Todeszone hineinmüssten und sich das Inferno weder vorstellen könnten noch wollten.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während die politische Klasse in Berlin über Kriegstüchtigkeit philosophiert, sitzen 300.000 wehrfähige Ukrainer in Deutschland. Wer will es ihnen verdenken? Aber gleichzeitig über die Entsendung deutscher Söhne nachzudenken – das ist in der Tat, wie Vad es formuliert, „hoch unmoralisch".
Europa hat nur zugesehen – außer Orbán
Die geopolitische Realität, die Vad beschreibt, ist ernüchternd. Das Gebiet der Ukraine sei macht- und wirtschaftspolitisch bereits aufgeteilt. Die Amerikaner hätten lukrative Abkommen über Bodenschätze im westlichen Teil abgeschlossen, die Russen sicherten sich den industriellen Osten. Und Europa? Europa habe bei alledem nur zugesehen.
Einzig der „vielgescholtene" Viktor Orbán habe das getan, was Vad von deutschen Politikern erwartet hätte: Während der EU-Ratspräsidentschaft Ungarns sei er nach Kiew, Moskau, Peking und Washington gereist und habe versucht, eine europäische Friedensinitiative auf den Weg zu bringen. Der Vatikan habe es ebenfalls mehrfach versucht, es habe chinesische und brasilianische Friedensinitiativen gegeben. Nur aus Europa und Deutschland sei „rein gar nichts" gekommen. Die Europäer seien sogar stolz darauf gewesen, nicht mit den Russen zu reden.
„Warum wir entgegen unserer nationalen Interessenlage für ein anderes Land dermaßen all-in gehen, erschließt sich mir nicht."
Operationsplan Deutschland: Der Weg in den Untergang
Besonders alarmierend sind Vads Ausführungen zum sogenannten „Operationsplan Deutschland". Dieser sei kein Plan, der Deutschland schütze, sondern ein Plan, wie Deutschland im Rahmen einer NATO-Verteidigung funktionieren solle. Würde aus diesem Plan Wirklichkeit, ginge Deutschland damit in den Untergang. Die Aufmarschzentren und Bewegungsachsen, die quer durch Deutschland führten, würden im Kriegsfall angegriffen. Deutschland stünde flächendeckend unter Feuer. Kein Stein bliebe auf dem anderen.
Vad erinnert daran, dass bereits Helmut Kohl als Kanzler aus einer NATO-Übung ausgestiegen sei mit den Worten: „Schluss damit! Das ist für unser Land nicht tragbar." Auch Helmut Schmidt habe gesagt: „Das kommt nicht in Frage." Zwei Staatsmänner, die noch wussten, was deutsche Interessen bedeuten. Und was sagt Kanzler Merz? Vad konstatiert trocken: „Tja, ich habe nichts gehört, und wir hören nichts."
Kriegsökonomie statt Wohlstand
Der Brigadegeneral a. D. warnt eindringlich vor der Umstellung auf eine Kriegsökonomie. Diese sei kurzgedacht und werde am Ende mehr Wohlstand vernichten, als sie bringen könne. Man verspreche sich davon wirtschaftliche Impulse – einen Fehler, den Deutschland in den 1930er Jahren schon einmal gemacht habe. Damals habe man die Arbeitslosen durch Kriegswirtschaft von der Straße bekommen und sei im Ergebnis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs kurz vor dem Staatsbankrott gestanden. Die Kriegsrhetorik verschleiere zudem andere kritische Themen wie die Migrationskrise oder den wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands.
Hier trifft Vad einen Nerv, den die Bundesregierung unter Friedrich Merz offenbar nicht spüren will. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung, das Generationen auf Jahre hinaus mit Zinszahlungen belasten wird, ist nichts anderes als eine gigantische Wette auf eine Zukunft, die niemand vorhersagen kann. Und das von einem Kanzler, der versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen.
Frieden mit Russland: Historisch möglich, politisch gewollt?
Vad hält einen Waffenstillstand für durchaus möglich. Die trilateralen Gespräche liefen, wie er höre, gut und konstruktiv – was in deutschen Medien so nicht vermittelt werde. Vor einer EU-Mitgliedschaft der Ukraine warnt er hingegen eindringlich: Man würde damit das russische Problem nach Europa importieren, was den Kontinent sprengen könne.
Mit Blick auf die Geschichte erinnert Vad daran, dass Konrad Adenauer 1955, nur zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und nach 27 Millionen sowjetischen Kriegstoten, nach Moskau gereist sei und den Grundstein für neue deutsch-russische Beziehungen gelegt habe. Von Willy Brandt bis Angela Merkel hätten alle deutschen Kanzler einen direkten Draht in den Kreml gehabt. Dorthin müsse man mit Blick auf die deutsche Interessenlage wieder kommen.
Es ist bezeichnend für den Zustand der deutschen Debattenkultur, dass ein pensionierter Brigadegeneral mehr strategischen Weitblick beweist als die gesamte aktuelle Regierungsbank. Während in Berlin die Kriegstrommeln gerührt werden und man sich in moralischer Überlegenheit sonnt, sterben täglich junge Männer auf beiden Seiten der Front. Männer, die niemand gefragt hat, ob sie für die geopolitischen Ambitionen anderer ihr Leben lassen wollen.
In Zeiten solch fundamentaler geopolitischer Unsicherheit und einer Wirtschaftspolitik, die auf Schulden und Kriegsrhetorik setzt, dürfte es kaum verwundern, dass immer mehr Bürger nach bewährten Mitteln der Vermögenssicherung suchen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als krisenfester Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn Regierungen die Notenpresse anwerfen und die Inflation durch immer neue Schuldenberge befeuern. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Absicherung des eigenen Vermögens leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der dargestellten Informationen übernehmen wir keine Haftung.










