
Brennender Autofrachter vor Borkum: Fast 500 Elektroautos an Bord

Ein bedrohliches Szenario spielt sich derzeit in der deutschen Nordsee ab. Der Autotransporter âMS Thames Highway" liegt nach einem verheerenden Brand im Maschinenraum manövrierunfĂ€hig vor der KĂŒste Borkums. Was als routinemĂ€Ăige Fahrt von Emden nach GroĂbritannien begann, entwickelte sich binnen Stunden zu einem maritimen Notfall, der einmal mehr die Frage aufwirft, welche Risiken der Transport von Elektrofahrzeugen auf hoher See mit sich bringt.
Feuer im Maschinenraum â Crew reagiert besonnen
Kurz nachdem der 149 Meter lange und 25 Meter breite Frachter den Emder Hafen am Montagabend verlassen hatte, brach das Feuer aus. Die 18 Besatzungsmitglieder sowie ein Lotse an Bord handelten offenbar geistesgegenwĂ€rtig. Sie verschlossen den betroffenen Bereich des Schiffes luftdicht und verhinderten so eine weitere Ausbreitung der Flammen. Alle Personen an Bord blieben unverletzt â ein Umstand, der angesichts der Dramatik der Situation fast schon als kleines Wunder bezeichnet werden darf.
Das Havariekommando teilte in den frĂŒhen Morgenstunden mit, dass der Transporter vorsorglich auĂerhalb des Fahrwassers der EmsmĂŒndung ankere. Die Wetterbedingungen erschweren die Lage zusĂ€tzlich: Wellen von bis zu zwei Metern tĂŒrmen sich rund um das havarierte Schiff. Immerhin, so die Behörden, wĂŒrden derzeit keine Schadstoffe austreten.
Brisante Ladung: Fast 1.300 Fahrzeuge, darunter hunderte E-Autos
Besonders brisant erscheint die Ladung des Frachters. An Bord befinden sich insgesamt 1.294 Fahrzeuge â und davon sind nicht weniger als 477 Elektroautos. Wer die Nachrichten der vergangenen Jahre verfolgt hat, weiĂ um die besondere Problematik brennender Lithium-Ionen-Batterien. Die BrĂ€nde solcher Akkus sind extrem schwer zu löschen und können sich selbst nach vermeintlicher EindĂ€mmung erneut entzĂŒnden. Die Erinnerung an die Havarie der âFremantle Highway" im vergangenen Jahr, bei der ebenfalls Elektrofahrzeuge an Bord waren, dĂŒrfte bei den EinsatzkrĂ€ften noch frisch sein.
Gegen Mitternacht wurde ein sechsköpfiges, speziell ausgebildetes Feuerwehr-Team per Hubschrauber auf das Schiff gebracht. Weitere EinsatzkrĂ€fte seien unterwegs, ein Seenotrettungskreuzer sowie zusĂ€tzliche Schiffe und Hubschrauber stĂŒnden in unmittelbarer NĂ€he bereit. Die Koordination eines solchen Einsatzes auf offener See, bei Dunkelheit und rauer See, stellt die RettungskrĂ€fte vor enorme Herausforderungen.
Die Schattenseiten der ElektromobilitÀt
WĂ€hrend die Politik nicht mĂŒde wird, die ElektromobilitĂ€t als Allheilmittel fĂŒr den Klimaschutz zu preisen, zeigen VorfĂ€lle wie dieser die Kehrseite der Medaille. Die Risiken beim Transport von Elektrofahrzeugen werden von Experten seit Jahren thematisiert, doch echte Konsequenzen lassen auf sich warten. Stattdessen werden Milliarden in Subventionen gepumpt, wĂ€hrend grundlegende Sicherheitsfragen ungeklĂ€rt bleiben.
Dass ausgerechnet deutsche GewÀsser erneut Schauplatz einer solchen Havarie werden, sollte den Verantwortlichen in Berlin zu denken geben. Doch ob die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hier andere PrioritÀten setzt als ihre VorgÀnger, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Ausgang ungewiss
Wie lange die âMS Thames Highway" vor Borkum liegen bleiben wird und ob die Ladung gerettet werden kann, ist derzeit völlig offen. Die Behörden halten sich mit Prognosen zurĂŒck â verstĂ€ndlich angesichts der komplexen Lage. Eines steht jedoch fest: Die Bilder eines brennenden Frachters vor der deutschen KĂŒste werden die Debatte ĂŒber die Sicherheit von Elektrofahrzeugen erneut befeuern. Ob daraus politische Konsequenzen erwachsen, steht freilich auf einem anderen Blatt.










