
Brandgefahr bei Mercedes: Fast 12.000 Elektrofahrzeuge zurĂŒckgerufen
Was passiert, wenn man 70.000 Euro oder mehr fĂŒr ein schickes Elektrofahrzeug ausgibt â und dieses sich dann spontan selbst entzĂŒnden kann? Genau diese unangenehme Frage mĂŒssen sich nun knapp 12.000 Besitzer von Mercedes-Benz Elektromodellen stellen. Der Stuttgarter Premiumhersteller hat einen massiven RĂŒckruf eingeleitet, der die gesamte EQB-Baureihe betrifft. Der Grund: fehlerhafte Batteriezellen, die sowohl wĂ€hrend der Fahrt als auch im geparkten Zustand in Flammen aufgehen können.
Chinesische Batteriezellen als Brandherd
Die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA veröffentlichte am 12. Februar eine Sicherheitswarnung, die es in sich hat. Betroffen sind insgesamt 11.895 Fahrzeuge â darunter 1.708 Mercedes-Benz EQB 350 4Matic der Modelljahre 2022 bis 2024, 3.674 EQB 250+ Hybrid-Kompakt-SUVs der JahrgĂ€nge 2023 und 2024 sowie 6.513 EQB 300 4Matic aus den Jahren 2022 bis 2024. Ein interner Kurzschluss in der Hochvoltbatterie könne zu einem thermischen Zwischenfall fĂŒhren, so die Behörde.
Besonders pikant: Die verbauten Lithium-Ionen-Batterien stammen vom chinesischen Hersteller Farasis Energy mit ProduktionsstĂ€tten im sĂŒdostchinesischen Ganzhou. Einmal mehr zeigt sich, welche Risiken die AbhĂ€ngigkeit europĂ€ischer Automobilhersteller von chinesischen Zulieferern birgt. Dass ausgerechnet Mercedes-Benz â einst Inbegriff deutscher Ingenieurskunst und QualitĂ€t â bei einer so sicherheitskritischen Komponente wie der Batterie auf einen chinesischen Lieferanten setzt, dĂŒrfte manchen Traditionalisten die Zornesröte ins Gesicht treiben.
Software-Update versagte klÀglich
Die Geschichte wird noch brisanter. Mercedes-Benz hatte bereits nach ersten BrandfĂ€llen â darunter ein EQB, der sich Anfang 2024 vor einem HĂ€ndler in Malaysia wĂ€hrend des Ladevorgangs entzĂŒndete â ein Software-Update ausgerollt, das das Problem beheben sollte. Doch im November 2025 gingen zwei weitere Fahrzeuge in Europa in Flammen auf, obwohl sie das vermeintliche Sicherheitsupdate bereits erhalten hatten. Ein Software-Pflaster auf ein Hardware-Problem â man könnte fast meinen, hier wurde nach dem Prinzip Hoffnung gearbeitet.
Mercedes-Benz rĂ€umte schlieĂlich ein, dass die Wirksamkeit des Software-Updates ânicht fĂŒr alle betroffenen Fahrzeuge vollstĂ€ndig bestĂ€tigt werden" könne. Eine bemerkenswert diplomatische Formulierung fĂŒr das EingestĂ€ndnis, dass die vermeintliche Lösung schlicht nicht funktioniert hat. Im Dezember 2025 und Januar 2026 begann der Konzern gemeinsam mit dem Batterielieferanten, Batteriepakete und Zellen zu zerlegen und zu testen. Auch eine Vor-Ort-Inspektion der Produktionsmethoden bei Farasis Energy wurde durchgefĂŒhrt.
Besitzer sollen drauĂen parken
Die Empfehlungen an die betroffenen Fahrzeughalter lesen sich wie eine Realsatire auf die vermeintliche Zukunftstechnologie: Man solle sein Fahrzeug nur noch auf 80 Prozent laden und es â man höre und staune â vorsichtshalber im Freien parken. Wer also sein teures Elektro-SUV in der heimischen Garage abstellt, lebt offenbar gefĂ€hrlich. So viel zum Thema âPremium-Erlebnis".
In den USA sind bislang zwei FahrzeugbrĂ€nde dokumentiert, die nachweislich auf die fehlerhaften Batteriezellen zurĂŒckzufĂŒhren seien. Mercedes-Benz hat angekĂŒndigt, die Batteriepakete der betroffenen Fahrzeuge in autorisierten WerkstĂ€tten kostenlos auszutauschen. Fahrzeuge, die nach dem 31. Juli 2024 produziert wurden, sollen von dem Problem nicht mehr betroffen sein, da die Produktionsverfahren inzwischen angepasst worden seien. Die Benachrichtigung der Fahrzeughalter soll ab dem 27. Februar erfolgen.
Ein Symptom des ĂŒberhasteten Elektro-Umbaus
Dieser RĂŒckruf ist mehr als nur ein isolierter QualitĂ€tsmangel â er ist ein Symptom fĂŒr den ideologisch getriebenen Umbau der Automobilindustrie. Jahrzehntelang war der deutsche Verbrennungsmotor das MaĂ aller Dinge, ein Exportschlager, der Wohlstand und ArbeitsplĂ€tze sicherte. Dann kam die politisch verordnete Elektrowende, befeuert von Klimazielen und EU-Regulierungen, die Hersteller in einen Wettlauf zwangen, bei dem Geschwindigkeit offenbar wichtiger war als GrĂŒndlichkeit.
Dass nun ausgerechnet Mercedes-Benz â jene Marke, die den Stern als Symbol fĂŒr Sicherheit und ZuverlĂ€ssigkeit fĂŒhrt â Fahrzeuge zurĂŒckrufen muss, weil deren Batterien sich spontan entzĂŒnden können, sollte jedem zu denken geben, der die ElektromobilitĂ€t als alternativloses Allheilmittel preist. Die AbhĂ€ngigkeit von chinesischen Batterieherstellern, die mangelnde Langzeiterfahrung mit der Technologie und der enorme politische Druck, möglichst schnell möglichst viele E-Fahrzeuge auf den Markt zu bringen â all das rĂ€cht sich nun.
WĂ€hrend die Politik weiterhin Milliarden in die Subventionierung der ElektromobilitĂ€t pumpt und gleichzeitig den bewĂ€hrten Verbrenner an den Pranger stellt, zeigt die RealitĂ€t ein anderes Bild. Vielleicht wĂ€re es an der Zeit, technologische Entscheidungen wieder den Ingenieuren zu ĂŒberlassen â und nicht den Ideologen in BrĂŒssel und Berlin.










