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28.08.2026
15:32 Uhr
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20,51 Tage krank: Der Bund fehlt hÀufiger als jeder Arbeitnehmer

20,51 Tage krank: Der Bund fehlt hÀufiger als jeder Arbeitnehmer
Symbolbild: KI-generiert

Die BeschÀftigten der Bundesverwaltung waren im Jahr 2024 im Schnitt 20,51 Arbeitstage krankheitsbedingt abwesend. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. In einer Laufbahngruppe klettert der Wert sogar auf fast 35 Tage.

Fast sechs Tage ĂŒber dem Rest der Republik

Zum Vergleich: Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes fehlten Arbeitnehmer in Deutschland 2024 durchschnittlich 14,8 Arbeitstage. Zwischen Behördenschreibtisch und Werkbank klafft damit eine LĂŒcke von knapp sechs Tagen.

Der Abstand wird noch bemerkenswerter, wenn man ihn nach Laufbahnen aufschlĂŒsselt. Denn dort zeigt sich ein Muster, das man in der freien Wirtschaft in dieser Deutlichkeit selten findet.

  • Einfacher Dienst: 34,66 Fehltage – rund 20 Tage mehr als der Bundesschnitt
  • Mittlerer Dienst: 25,45 Tage
  • Gehobener Dienst: 17,63 Tage
  • Höherer Dienst: 10,97 Tage – weniger als ein Drittel des Werts im einfachen Dienst

Beamte und Richter kamen laut der Regierungsantwort auf 20,13 Tage, TarifbeschĂ€ftigte auf 22,68 Tage. Wer im einfachen Dienst arbeitet, war also – zusĂ€tzlich zum Urlaub – mehr als einen ganzen Monat nicht am Arbeitsplatz.

Oben Ministerium, unten nachgeordnete Behörde

Auch zwischen den Ebenen liegen Welten. In den obersten Bundesbehörden lag die Fehlzeit bei 15,20 Tagen, in den nachgeordneten GeschÀftsbereichsbehörden bereits bei 21,09 Tagen.

Spitzenreiter unter den Ressorts ist den Angaben zufolge der Bundesrat mit 25,15 Fehltagen je BeschÀftigtem, gefolgt vom Bereich der Kulturstaatsministerin (23,55) und dem Bundesverteidigungsministerium (23,33). Beim Bundestag waren es 22,34, im Innenministerium 21,00 Tage. Den niedrigsten Wert meldete der UnabhÀngige Kontrollrat mit 11,65 Tagen.

Immerhin: Die Fehlzeiten seien wieder leicht rĂŒcklĂ€ufig, heißt es. Nach der Corona-Pandemie waren sie krĂ€ftig nach oben geschossen. Zahlen fĂŒr 2025 liegen noch nicht vor.

134 Milliarden Euro – der Preis des Fehlens

Was Ausfalltage volkswirtschaftlich bedeuten, hat die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fĂŒr 2024 berechnet: 881,5 Millionen ArbeitsunfĂ€higkeitstage, daraus geschĂ€tzte ProduktionsausfĂ€lle von rund 134 Milliarden Euro und ein Ausfall an Bruttowertschöpfung von etwa 227 Milliarden Euro.

Die Politik hat das Thema erkannt – zumindest rhetorisch. Anfang Juli forderte die Union in einem Papier, telefonische Krankschreibungen abzuschaffen und die Vorlage der Krankmeldung schon ab dem ersten Tag zu verlangen. AuffĂ€llig nur: Debattiert wird vor allem ĂŒber Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft.

Aus Sicht unserer Redaktion drĂ€ngt sich eine unbequeme Frage auf: Wer Leistungsbereitschaft von Handwerkern, PflegekrĂ€ften und MittelstĂ€ndlern einfordert, sollte zuerst im eigenen Apparat nachsehen. FĂŒr viele BĂŒrger, die jeden Krankheitstag mit dem Chef abstimmen mĂŒssen, dĂŒrften diese Zahlen wie ein Schlag ins Gesicht wirken.

Ein Staat, der sich selbst nicht misst

Deutschland leistet sich einen wachsenden Verwaltungsapparat in einer Phase wirtschaftlicher SchwĂ€che – bei ĂŒber drei Millionen Arbeitslosen und einem 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket, das kommende Generationen bezahlen sollen. Wer Vertrauen in staatliche Institutionen zurĂŒckgewinnen will, kommt an Transparenz und klaren LeistungsmaßstĂ€ben in der eigenen Verwaltung kaum vorbei.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. FĂŒr eigene Entscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich.

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