
12 Milliarden Euro fĂŒr den Staatsdienst: Wer soll das noch bezahlen?

WĂ€hrend die deutsche Wirtschaft in einer der schwersten Krisen der Nachkriegsgeschichte steckt, Unternehmen reihenweise Stellen abbauen und der Mittelstand um sein Ăberleben kĂ€mpft, gönnt sich der öffentliche Dienst der LĂ€nder eine satte Gehaltserhöhung. Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb haben sich mit der Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder (TdL) auf ein Lohnplus von insgesamt 5,8 Prozent geeinigt. Die Gesamtkosten? Stolze 12,34 Milliarden Euro. Man reibt sich die Augen.
Die Details eines teuren Kompromisses
Konkret sollen die TarifbeschĂ€ftigten in drei Stufen mehr Geld erhalten. Zum 1. April 2026 tritt die erste Erhöhung von 2,8 Prozent in Kraft, wobei mindestens 100 Euro monatlich garantiert werden. Im MĂ€rz 2027 folgen weitere zwei Prozent, und zum Januar 2028 kommt noch ein Prozent obendrauf. Der Tarifvertrag lĂ€uft insgesamt 27 Monate â bis Ende Januar 2028.
Betroffen sind zunĂ€chst rund 925.000 TarifbeschĂ€ftigte in allen BundeslĂ€ndern auĂer Hessen, wo separat verhandelt wird. Doch die wahre Dimension offenbart sich erst, wenn man die Beamten und PensionĂ€re hinzurechnet, auf die das Ergebnis traditionell ĂŒbertragen wird. Dann profitieren insgesamt 2,2 Millionen BeschĂ€ftigte der LĂ€nder von der Erhöhung. Andreas Dressel, VerhandlungsfĂŒhrer der TdL, rĂ€umte ein, das Ergebnis gehe âan die Grenzen des finanziell Machbaren". Eine bemerkenswerte Untertreibung angesichts der Haushaltslage vieler BundeslĂ€nder.
Lehrer, Erzieher, Tierpfleger â alle bekommen mehr
Neben der allgemeinen Gehaltserhöhung sieht der Tarifabschluss weitere Verbesserungen vor. Lehrer, BeschĂ€ftigte im Strafvollzug, Kitapersonal und sogar Tierpfleger erhalten zusĂ€tzliche Zulagen. Praktikanten, Auszubildende und duale Studenten dĂŒrfen sich ĂŒber eine VergĂŒtungssteigerung von insgesamt 150 Euro in den kommenden zwei Jahren freuen. FĂŒr die bundesweit 300.000 studentischen HilfskrĂ€fte an UniversitĂ€ten soll ab dem Sommersemester eine MindestvergĂŒtung von 15,20 Euro pro Stunde gelten, die ein Jahr spĂ€ter auf 15,90 Euro steigt.
DarĂŒber hinaus werden die Arbeitsregelungen in Ostdeutschland an westdeutsche Standards angeglichen. In den drei ostdeutschen UniversitĂ€tskliniken in Jena, Rostock und Greifswald wird die Arbeitszeit abgesenkt. Auch der KĂŒndigungsschutz fĂŒr TarifbeschĂ€ftigte soll verbessert werden â als ob es im öffentlichen Dienst nicht ohnehin schon nahezu unmöglich wĂ€re, jemanden zu entlassen.
Warnstreiks als Druckmittel â eine bewĂ€hrte Taktik
Dem Abschluss waren wochenlange Warnstreiks vorausgegangen, die das öffentliche Leben in Deutschland empfindlich störten. Am 2. Februar legten groĂe Teile des öffentlichen Personennahverkehrs bundesweit die Arbeit nieder. Kurz vor der finalen Verhandlungsrunde hatten zahlreiche KindertagesstĂ€tten in Berlin geschlossen oder nur eingeschrĂ€nkt gearbeitet. BerufstĂ€tige Eltern standen einmal mehr vor dem Nichts. Die letzte Verhandlungsrunde begann am Freitag und zog sich bis in den Samstag â es seien âsehr zĂ€he Verhandlungen mit wenig Schlaf" gewesen, wie berichtet wurde.
UrsprĂŒnglich hatte Verdi sogar sieben Prozent mehr Lohn gefordert und ein monatliches Plus von 300 Euro. Dass man sich letztlich auf 5,8 Prozent einigte, wird von der Gewerkschaft als Kompromiss verkauft. Doch ist es wirklich ein Kompromiss, wenn die Zeche am Ende der Steuerzahler begleicht?
Die unbequeme Wahrheit: Wer erwirtschaftet das Geld?
Man muss die Dinge beim Namen nennen. Jeder Euro, der an BeschĂ€ftigte des öffentlichen Dienstes, an Beamte und PensionĂ€re flieĂt, muss zuvor in der Privatwirtschaft erwirtschaftet werden. Und genau diese Privatwirtschaft befindet sich in einem Zustand, den man bestenfalls als desolat bezeichnen kann. Die Automobilindustrie wankt, der Maschinenbau schwĂ€chelt, Traditionsunternehmen melden Insolvenz an. Zehntausende verlieren ihre ArbeitsplĂ€tze â ohne goldenen Fallschirm, ohne PensionsansprĂŒche, ohne die Sicherheit eines unkĂŒndbaren Beamtenstatus.
NatĂŒrlich verdienen Polizisten, Feuerwehrleute und RettungskrĂ€fte eine angemessene Bezahlung. Niemand bestreitet das ernsthaft. Doch die Frage, die sich stellt, ist eine grundsĂ€tzliche: Kann sich ein Land, dessen Wirtschaftsleistung stagniert, dessen Steuereinnahmen unter Druck geraten und dessen Schuldenberg mit dem sogenannten âSondervermögen" von 500 Milliarden Euro gerade erst auf neue Rekordhöhen getrieben wurde, eine solche GroĂzĂŒgigkeit leisten?
Rechnet man ehrlich, sieht die Erhöhung bescheidener aus
Fairerweise muss man anmerken, dass die 5,8 Prozent ĂŒber 27 Monate gestreckt sind. Rechnet man die tatsĂ€chliche durchschnittliche jĂ€hrliche Erhöhung, landet man bei deutlich unter zwei Prozent pro Jahr â was angesichts der Inflationsrate faktisch einem realen Kaufkraftverlust gleichkommt. Die Ăberschrift â5,8 Prozent" klingt ĂŒppiger, als das Ergebnis tatsĂ€chlich ist. Hinzu kommt die kalte Progression: Was brutto mehr auf dem Gehaltszettel steht, wird durch höhere SteuersĂ€tze teilweise wieder aufgefressen.
Dennoch bleibt die Gesamtsumme von 12,34 Milliarden Euro eine gewaltige Belastung fĂŒr die LĂ€nderhaushalte. Und diese Milliarden mĂŒssen irgendwo herkommen. Entweder durch höhere Steuern, höhere GebĂŒhren oder â was am wahrscheinlichsten ist â durch neue Schulden. Die Spirale dreht sich weiter.
Ein Symptom einer tieferliegenden Krankheit
Der Tarifabschluss ist letztlich nur ein Symptom einer viel tieferliegenden Krankheit des deutschen Staates. Der öffentliche Sektor wĂ€chst und wĂ€chst, wĂ€hrend die produktive Basis, die ihn finanziert, schrumpft. Immer mehr Verwaltungsstellen werden geschaffen, immer neue Regulierungen erfordern immer mehr BĂŒrokraten â und all diese Menschen wollen bezahlt werden. Margaret Thatcher brachte es einst auf den Punkt: âDas Problem mit dem Sozialismus ist, dass einem irgendwann das Geld anderer Leute ausgeht."
Die neue GroĂe Koalition unter Friedrich Merz hĂ€tte die Chance gehabt, hier ein Zeichen zu setzen. Stattdessen wird weiter verteilt, was nicht mehr da ist. Das 500-Milliarden-Sondervermögen â in Wahrheit nichts anderes als ein gigantischer Schuldenberg â wird die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Zins- und Tilgungslasten erdrĂŒcken. Und die nĂ€chste Tariferhöhung kommt bestimmt.
In Zeiten wie diesen, in denen die wirtschaftliche Unsicherheit mit HĂ€nden zu greifen ist und die Kaufkraft des Euro stetig erodiert, erscheint es umso wichtiger, das eigene Vermögen auf ein solides Fundament zu stellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als verlĂ€sslicher Wertspeicher bewĂ€hrt â gerade dann, wenn Staaten ĂŒber ihre VerhĂ€ltnisse leben und die Notenpresse die Antwort auf alle Probleme zu sein scheint. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.










