
1,2 Billionen Dollar: Bessent stellt China vor dem G20-Gipfel an den Pranger

US-Finanzminister Scott Bessent hat die Finanzminister und Notenbankchefs der G20 an diesem Montag im nordcarolinischen Asheville versammelt — mit einer klaren Kampfansage an Peking. Auf der Tagesordnung des zweitägigen Treffens: Wachstum, globale Ungleichgewichte, die Schuldenkrise vieler Staaten und die Frage, wie der Westen mit Chinas gewaltigem Handelsüberschuss umgeht. Auch die wirtschaftliche Isolation des Iran soll besprochen werden.
„Die Welt kann kein China mit 1,2 Billionen Dollar Überschuss haben"
Bessents Botschaft an die Nachrichtenagentur Reuters war unmissverständlich:
„Die Welt kann kein China mit einem Handelsüberschuss von 1,2 Billionen Dollar haben. Der Rest der Welt wird seine Handelsbedingungen mit China überprüfen müssen."
Peking versuche, sich mit Billigexporten aus einer schwachen Konjunktur herauszuretten — auf Kosten der Industrie anderer Länder. Nach Reuters-Angaben erreichte Chinas globaler Handelsüberschuss 2025 mit rund 1,189 Billionen Dollar einen Rekordwert. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass der Yuan um etwa 21 Prozent unterbewertet ist — ein struktureller Preisvorteil für jede Ware, die den Hafen von Shanghai verlässt.
Europas Industrie zahlt die Zeche
Für deutsche Leser ist das keine ferne Handelsstatistik, sondern gelebte Realität. Die europäische Autoindustrie bekommt die Wucht chinesischer Elektromodelle seit Monaten zu spüren. Und hier liegt der bittere Punkt: Washington schottet mit Zöllen ab — die umgeleiteten Warenströme landen dann eben in Europa und Lateinamerika.
Berichten zufolge hat die US-Regierung ihr bilaterales Defizit mit China per Zoll im ersten Halbjahr 2026 auf 73,9 Milliarden Dollar gedrückt, rund ein Drittel weniger als zuvor. Das Problem verschwindet dadurch nicht. Es zieht nur um. Wer in Brüssel jahrelang über Lieferkettengesetze und Klimabürokratie debattierte, statt die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Industrie zu sichern, steht jetzt vor der Rechnung.
Zoll-Hammer geladen — aber noch nicht abgefeuert
Die US-Regierung bereitet Medienberichten zufolge einen zusätzlichen Zoll von 7,5 Prozent auf chinesische Waren vor, begründet mit Überkapazitäten in der Industrie. Damit lägen Trumps Zölle der zweiten Amtszeit wieder bei rund 20 Prozent.
Gleichzeitig hält Bessent die Tür offen: Auf Zölle für nicht-strategische Güter im Umfang von je 30 Milliarden Dollar könne man auf beiden Seiten verzichten, sagte er. Ein Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping wird für September erwartet — Beobachter vermuten, dass die eigentliche Eskalation erst danach kommen dürfte.
Aus Peking kam der erwartbare Konter. Außenamtssprecher Guo Jiakun erklärte, die Wirtschaftsbeziehungen seien beiderseitig vorteilhaft, China strebe keinen Überschuss an und lehne einseitige Zollmaßnahmen jeder Form ab.
Was das fĂĽr Sparer bedeutet
Hinzu kommt die Iran-Front: Vergangenen Montag verkündete Bessent die „Operation Economic Outcast" mit Sanktionen gegen knapp 60 Iran-nahe Einheiten, viele davon in China ansässig.
Handelskriege, Sanktionsspiralen, unterbewertete Währungen und ein globaler Schuldenberg, über den die G20 nun ausdrücklich beraten — das ist das Umfeld, in dem Papierversprechen an Wert verlieren können. Physisches Gold und Silber kennen weder Zollschranken noch Währungsmanipulation. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleiben sie deshalb ein bewährter Anker.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben ausschließlich unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.










