Kettner Edelmetalle

Nahost-Krise: Geopolitische Spannungen gefährden globale Märkte

24.01.2026VideoKettner Edelmetalle

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft – und die Auswirkungen sind längst an den globalen Märkten spürbar. Was sich zwischen Washington und Teheran zusammenbraut, ist weit mehr als ein diplomatisches Säbelrasseln. Es ist eine Konfrontation, die das Potenzial hat, die gesamte Weltwirtschaft in ihren Grundfesten zu erschüttern. Und mittendrin: die Frage, wie Anleger ihr Vermögen in einer Welt schützen können, die zunehmend aus den Fugen gerät.

Flugzeugträger im Persischen Golf: Die militärische Eskalation nimmt Fahrt auf

Die Zeichen stehen auf Sturm. US-Flugzeugträgerverbände haben sich im Persischen Golf in Stellung gebracht, die militärische Infrastruktur der Vereinigten Staaten in der Region läuft auf Hochtouren. Donald Trump hat unmissverständlich klargemacht, dass er bereit ist, militärische Gewalt einzusetzen, sollte der Iran nicht kooperieren. Keine diplomatischen Floskeln mehr. Keine Hintertüren.

Die Antwort aus Teheran? Ebenso unmissverständlich. Die iranische Führung hat öffentlich demonstriert, dass sie US-Flugzeugträger ins Visier genommen hat – eine Geste, die in der Sprache der Geopolitik keiner weiteren Übersetzung bedarf. Es ist eine Warnung, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt.

Sollten die USA einen Angriff wagen, werden wir mit allen Mitteln zurückschlagen. Das bedeutet Krieg – den totalen Krieg.

Diese Worte aus Teheran sind keine leere Rhetorik. Der Iran verfügt über ein beachtliches Raketenarsenal, eine strategisch günstige geografische Position und – was vielleicht am wichtigsten ist – mächtige Verbündete.

Das Kalkül hinter der Konfrontation: Es geht um Öl, Gas und globale Dominanz

Wer verstehen will, warum sich die Lage derart zuspitzt, muss auf die Ressourcenkarte schauen. Der Iran sitzt auf den größten Öl- und Gasreserven des Nahen Ostens. Für Donald Trump, der die globale Energieversorgung unter amerikanische Kontrolle bringen will, ist der Iran ein Schlüsselstück in einem weitaus größeren Puzzle.

Von der Blockade von Nord Stream 2 über den Druck auf Venezuela bis hin zur Iran-Konfrontation – die Strategie ist erkennbar:

  • Kontrolle der globalen Energieströme als geopolitisches Machtinstrument
  • Schwächung konkurrierender Energielieferanten, insbesondere Russlands und des Irans
  • Sicherung der Dollar-Hegemonie im internationalen Ölhandel
  • Aufbau einer unangreifbaren Verhandlungsposition gegenüber China und den BRICS-Staaten

Doch genau hier liegt der Sprengstoff. Denn China und Russland haben längst erkannt, was auf dem Spiel steht – und sie sind nicht bereit, tatenlos zuzusehen.

Der Stellvertreterkrieg der Supermächte: China und Russland stellen sich hinter den Iran

Was die Situation von einem regionalen Konflikt zu einer globalen Konfrontation eskalieren lässt, ist die Positionierung der anderen Großmächte. China hat angekündigt, den Iran zu unterstützen. Russland, als BRICS-Partner und wichtiger Abnehmer iranischer Rohstoffe, stellt sich ebenfalls hinter Teheran.

Die Implikationen sind gewaltig. Sollten die USA tatsächlich militärisch gegen den Iran vorgehen, während China und Russland auf der anderen Seite stehen, hätten wir es mit einem Stellvertreterkrieg zwischen den beiden größten Machtblöcken der Welt zu tun – vergleichbar nur mit den gefährlichsten Momenten des Kalten Krieges.

Das ist nicht mehr nur ein regionaler Konflikt. Das ist der Beginn einer globalen Konfrontation zwischen Supermächten – zwischen West und Ost.

Die Allianzbildung im Nahen Osten liest sich wie ein geopolitisches Schachbrett auf höchster Eskalationsstufe:

  1. USA und Israel – bereit für einen koordinierten Militärschlag gegen den Iran
  2. Saudi-Arabien – positioniert sich strategisch, laviert zwischen den Blöcken
  3. Die Türkei – beobachtet nervös, als NATO-Mitglied in einer Zwickmühle
  4. China und Russland – bauen eine Rohstoffallianz auf und stützen den Iran
  5. Europa – eingeklemmt zwischen allen Fronten, abhängig von allen Seiten

Dass das Weltwirtschaftsforum in seinem Global Risk Report 2026 genau diese geoökonomische Konfrontation als größtes Risiko identifiziert hat, überrascht vor diesem Hintergrund niemanden mehr. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann und wie heftig die Eskalation ausfällt.

Die Straße von Hormus: Nadelöhr der Weltwirtschaft

Ein Aspekt, der in der öffentlichen Debatte oft unterschätzt wird, ist die strategische Bedeutung der Straße von Hormus. Durch diese schmale Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel fließen rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels. Es ist das verwundbarste Nadelöhr der globalen Energieversorgung.

Und genau hier liegt die größte Drohung des Iran. Eine Blockade der Straße von Hormus – sei es durch Seeminen, Raketenbeschuss oder die bloße Androhung militärischer Aktionen gegen durchfahrende Tanker – würde die globalen Ölmärkte in einen beispiellosen Schockzustand versetzen.

Die Konsequenzen wären verheerend:

  • Ölpreise von 200 Dollar pro Barrel oder mehr – viele Rohstoffexperten halten dies für ein realistisches Szenario
  • Zusammenbruch globaler Lieferketten – von der Chemie- über die Transportindustrie bis zur Lebensmittelversorgung
  • Massive Inflationsschübe weltweit – insbesondere in energieabhängigen Volkswirtschaften wie Deutschland
  • Rezession oder gar Depression in den am stärksten betroffenen Regionen

Für Europa, das ohnehin unter Rekord-Energiepreisen ächzt und dessen industrielle Basis durch die Dollar-Schwäche und die damit verbundenen Wettbewerbsnachteile bereits massiv unter Druck steht, wäre ein solches Szenario katastrophal.

Europa als großer Verlierer: Zwischen allen Stühlen

Die europäische Position in diesem Konflikt ist so prekär wie selten zuvor. Abhängig von amerikanischem LNG, nachdem die russischen Gaslieferungen weitgehend versiegt sind. Abhängig von nahöstlichem Öl, das durch die Straße von Hormus fließt. Und abhängig von chinesischen Industriegütern, deren Lieferketten ebenfalls betroffen wären.

Deutschland steht dabei besonders schlecht da. Die Energiepreise sind bereits auf Rekordniveau, die Industrie wandert ab, und die wirtschaftliche Substanz erodiert. Ein Krieg im Nahen Osten würde diese Entwicklung nicht nur beschleunigen – er könnte sie irreversibel machen.

Europa steht zwischen den Fronten – abhängig von allen Seiten. Am Ende wird es der große Verlierer sein.

In einer solchen Situation wird die Frage des Vermögensschutzes zur existenziellen Frage. Denn wenn Energiepreise explodieren, Lieferketten zusammenbrechen und die Inflation durch die Decke geht, verliert Papiergeld rasant an Kaufkraft. Was bleibt, ist das, was seit Jahrtausenden seinen Wert bewahrt hat.

Gold als Krisenversicherung: Warum das Edelmetall jetzt wichtiger denn je ist

In Zeiten geopolitischer Eskalation gibt es ein Muster, das sich durch die gesamte Finanzgeschichte zieht: Investoren flüchten in den sicheren Hafen Gold. Und die aktuelle Situation bildet da keine Ausnahme – im Gegenteil.

Die Goldpreisentwicklung der vergangenen Monate spricht eine deutliche Sprache. Bereits ohne eine militärische Eskalation im Iran hat Gold neue Allzeithochs erreicht. Sollte es tatsächlich zum Krieg kommen, halten Experten Preise von 6.000, 7.000 oder gar 8.000 Dollar pro Unze für möglich.

Die Treiber für einen solchen Preisanstieg sind vielfältig:

  • Flucht aus Papierwährungen – in Kriegszeiten verlieren Fiat-Währungen rapide an Vertrauen
  • Zentralbankkäufe – insbesondere China und Russland stocken ihre Goldreserven massiv auf, wie jüngste Recherchen zu Pekings goldener Waschmaschine eindrucksvoll belegen
  • Inflationsschutz – bei explodierenden Energiepreisen ist Gold der bewährteste Schutzschild
  • Systemisches Risiko – die Gefahr eines Zusammenbruchs des globalen Finanzsystems steigt mit jedem Eskalationsschritt

Es ist kein Zufall, dass selbst Staaten, die dem westlichen Finanzsystem kritisch gegenüberstehen, verstärkt auf Gold setzen. Simbabwes goldgedeckte Währung ist nur ein Beispiel dafür, wie das Vertrauen in ungedeckte Papierwährungen weltweit schwindet.

Jetzt handeln: Warum Abwarten die teuerste Option ist

Die Geschichte lehrt uns eine unbequeme Wahrheit: Wenn die Krise da ist, ist es zu spät. Wer erst dann Gold kaufen will, wenn die Bomben fallen, wird entweder keine Ware mehr bekommen oder astronomische Preise zahlen müssen. Die Prämien auf physisches Gold schießen in Krisenzeiten regelmäßig in die Höhe, Lieferzeiten verlängern sich dramatisch, und manche Produkte sind schlicht nicht mehr verfügbar.

Für Anleger, die jetzt in den Edelmetallmarkt einsteigen möchten, bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

Bei der Wahl einzelner Münzen haben sich international anerkannte Anlagemünzen bewährt. Der Maple Leaf aus Kanada, der Wiener Philharmoniker aus Österreich oder der Känguru aus Australien gehören zu den liquidesten und am weitesten verbreiteten Goldmünzen weltweit.

Diversifikation innerhalb des Edelmetallportfolios

Erfahrene Edelmetallanleger setzen nicht nur auf eine einzige Münze oder einen einzigen Barren. Eine kluge Streuung über verschiedene Stückelungen und Prägungen – vom American Eagle über die Britannia bis zum China Panda – erhöht die Flexibilität im Ernstfall. Kleinere Stückelungen lassen sich leichter tauschen, größere Goldbarren bieten den geringsten Aufschlag pro Gramm.

Auch die Lunar-Serie erfreut sich bei Sammlern und Anlegern gleichermaßen großer Beliebtheit – ein zusätzlicher numismatischer Wert, der über den reinen Materialwert hinausgeht.

Das große Bild: Warum dieser Konflikt Teil eines systemischen Wandels ist

Die Iran-Krise ist kein isoliertes Ereignis. Sie ist ein Symptom eines fundamentalen Umbruchs der globalen Ordnung. Die unipolare Welt unter amerikanischer Führung weicht einem multipolaren System, in dem China, Russland und die BRICS-Staaten zunehmend eigene Strukturen aufbauen – eigene Zahlungssysteme, eigene Handelsrouten, eigene Rohstoffallianzen.

In diesem Kontext wird Gold zum geopolitischen Instrument. Es ist die einzige Währung, die keiner Zentralbank gehört, die nicht per Knopfdruck entwertet werden kann und die von keinem Sanktionsregime erfasst wird. Gold ist – und das war es schon immer – die ultimative Form der finanziellen Souveränität.

Die Zentralbanken der Welt haben das längst erkannt. Ihre Goldkäufe befinden sich auf Rekordniveau. Was sie tun, sollte auch für den privaten Anleger ein deutliches Signal sein.

Fazit: Die Zeit der Sorglosigkeit ist vorbei

Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran ist real. Die Flugzeugträger sind in Position. Die Drohungen sind ausgesprochen. Die Allianzen sind gebildet. Ob es zum offenen Krieg kommt oder ob die Diplomatie in letzter Sekunde doch noch obsiegt, kann niemand mit Sicherheit sagen.

Was man aber mit Sicherheit sagen kann: Die Risiken für das globale Finanzsystem, für die Energieversorgung und für den Wert unseres Geldes waren selten so hoch wie heute. Wer in einer solchen Situation sein Vermögen ausschließlich in Papierwerten hält, geht ein Risiko ein, das in keinem vernünftigen Verhältnis zum potenziellen Ertrag steht.

Gold ist keine Spekulation auf steigende Preise. Es ist eine Versicherung gegen das Undenkbare – und das Undenkbare rückt mit jedem Tag näher. Die älteste Währung der Menschheitsgeschichte hat alle Kriege, alle Krisen und alle Währungszusammenbrüche überlebt. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es diesmal anders sein wird.

In Kriegszeiten flüchten Investoren immer in den sicheren Hafen. Und dieser sichere Hafen heißt seit 5.000 Jahren: Gold.

Wer jetzt handelt, handelt aus einer Position der Stärke. Wer wartet, bis die Krise eskaliert, wird feststellen, dass die Tür zum sicheren Hafen bereits geschlossen ist. Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen – aber die Zeit, sie zu treffen, wird knapper.