Digitaler Euro vs. Bargeld: EU bevorzugt E-Zahlungen systematisch
Es ist ein Vorgang, der in seiner Tragweite kaum zu überschätzen ist – und dennoch findet er weitgehend unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit statt: Während die Europäische Kommission dem digitalen Euro eine klare Annahmepflicht zugestehen will, soll das bewährte Bargeld genau diesen Schutz nicht erhalten. Ein Zweiklassensystem der Zahlungsmittel, das die Weichen für eine Zukunft ohne physisches Geld stellt. Doch es regt sich Widerstand – und die Schweiz zeigt, dass es auch anders geht.
Zwei Verordnungen, zwei Welten: Der digitale Euro wird bevorzugt
Am 28. Juni 2023 legte die Europäische Kommission zwei Verordnungsvorschläge vor, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der eine ebnet dem digitalen Euro den Weg als gesetzliches Zahlungsmittel mit voller Annahmepflicht. Der andere – der Verordnungsvorschlag für Bargeld – bleibt erschreckend zahnlos.
Der E-Euro soll eine klare Annahmepflicht bekommen, Bargeld nicht. Das ist gravierend. Man muss sich vorstellen: Das ist ein gesetzliches Zahlungsmittel, das der Staat herausgibt – und der nimmt sein eigenes gesetzliches Zahlungsmittel nicht mehr an. Da stimmt einfach etwas grundsätzlich nicht.
Diese Worte des Bargeld-Experten und Geldumgangstrainers Hansjörg Stützle bringen das Dilemma auf den Punkt. Wer die beiden Gesetzestexte nebeneinanderlegt, erkennt ein systematisches Muster: 13 Punkte, in denen Bargeld gegenüber dem digitalen Euro schwerwiegend benachteiligt wird.
Die Asymmetrie ist frappierend. Für den digitalen Euro werden die Wege – bildlich gesprochen – gebohnert. Für das Bargeld hingegen werden Steine um Steine in den Weg gelegt: Bargeldobergrenzen, die Abschaffung des 500-Euro-Scheins, Münzgeldprüfverordnungen, der schleichende Abbau von Bankautomaten.
Die Schweiz als leuchtendes Gegenbeispiel
Während die EU den Zugang zu hohen Bargeldbeträgen mit dem Argument der Kriminalitätsbekämpfung systematisch einschränkt, geht die Schweiz einen diametral entgegengesetzten Weg. Der 1.000-Franken-Schein – umgerechnet deutlich mehr als 1.000 Euro – bleibt selbstverständlicher Bestandteil des Schweizer Zahlungsverkehrs.
Die Botschaft könnte klarer nicht sein: Was die EU als Sicherheitsrisiko brandmarkt, betrachtet die Schweiz als Ausdruck bürgerlicher Freiheit. Zwei Philosophien, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und die zeigen, dass die Bargeldeinschränkungen in der Eurozone keineswegs alternativlos sind.
- EU: Abschaffung des 500-Euro-Scheins, geplante Bargeldobergrenzen, keine Annahmepflicht im Verordnungsentwurf
- Schweiz: 1.000-Franken-Schein weiterhin im Umlauf, hohe gesellschaftliche Wertschätzung für Bargeld
- Trend in Europa: Immer mehr Länder führen eine Bargeldannahmepflicht ein – Frankreich, Spanien, Luxemburg, Belgien, Norwegen, Polen, Ungarn
- Deutschland: Kämpft aktiv gegen eine Bargeldannahmepflicht
Bargeld ist 100% tot – wenn wir nichts tun
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Vor der Pandemie lag die Barzahlungsquote in Deutschland bei über 60 Prozent. Laut Statistik der Deutschen Bundesbank war sie 2023 bereits auf 51 Prozent gefallen. Der jährliche Rückgang beträgt rund 4 Prozentpunkte – Tendenz beschleunigend.
Wer diese Entwicklung extrapoliert, kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: In weniger als einem Jahrzehnt könnte die Barzahlungsquote unter die kritische Schwelle von 15 bzw. 10 Prozent fallen. Dann greift das sogenannte Verhältnismäßigkeitsprinzip – die Frage, ob es noch wirtschaftlich vertretbar ist, die gesamte Bargeldinfrastruktur aufrechtzuerhalten.
Bargeld ist 100% tot nach meiner Analyse, wenn es so weitergeht. Deshalb braucht Bargeld zwingend einen extrem guten gesetzlichen Schutz.
Besonders brisant: Mit der Einführung des digitalen Euro als zweitem gesetzlichen Zahlungsmittel dürfte sich dieser Verdrängungsprozess noch massiv beschleunigen. Ein Teufelskreis, der nur durch entschlossenes politisches Handeln durchbrochen werden kann.
Die Petition: 313.000 Stimmen für den Bargelderhalt
Inmitten dieser bedrohlichen Entwicklung hat Hansjörg Stützle eine Petition ins Leben gerufen, die bereits über 313.000 Unterschriften gesammelt hat – und das weitgehend ohne Unterstützung der großen Medien. Die Kernforderung ist so simpel wie überzeugend: Bargeld muss mindestens die gleichen Rechte erhalten wie der digitale Euro.
Die 13 konkreten Verbesserungsvorschläge wurden über verschiedene Politiker in den ECON-Ausschuss des Europäischen Parlaments eingebracht – den Ausschuss für Währung und Wirtschaft. Dort werden sie derzeit diskutiert, eine Entscheidung wird voraussichtlich im Mai 2026 fallen.
Was die Petition konkret fordert:
- Eine Annahmepflicht für Bargeld im gesamten Handel
- Annahmepflicht bei allen staatlichen Stellen und öffentlichen Verkehrsmitteln
- Gesetzlicher Schutz des Bargeldkreislaufs – inklusive einer Mindestanzahl an Bankautomaten
- Gleichstellung von Bargeld und digitalem Euro in allen 13 identifizierten Benachteiligungspunkten
- Verhinderung der schleichenden Bargeldverdrängung durch staatliche Stellen
Ein erster Erfolg zeichnet sich bereits ab: Der Ministerrat hat tatsächlich eine Gesetzesvorlage eingereicht, die eine Bargeldannahmepflicht im Handel vorsieht. Noch ist die Formulierung nicht perfekt, noch gibt es Ausweichmanöver – aber die Richtung stimmt.
Der Staat als Bargeld-Verweigerer: Ein Skandal
Besonders alarmierend ist, dass nicht nur private Unternehmen, sondern zunehmend auch staatliche Stellen Bargeld ablehnen. In Heidelberg etwa kann man in öffentlichen Bussen nicht mehr bar bezahlen. Ein Vorgang, den Stützle zu Recht als übergriffig bezeichnet.
Die Absurdität liegt auf der Hand: Der Staat gibt ein gesetzliches Zahlungsmittel heraus – und weigert sich dann, es selbst anzunehmen. Das ist, als würde ein Restaurant seine eigenen Gutscheine nicht akzeptieren. Nur dass es hier nicht um Gutscheine geht, sondern um das fundamentale Recht auf Teilhabe am öffentlichen Leben.
Auch im Alltag erleben Bürger zunehmend Einschränkungen:
- Bäckereien akzeptieren nur noch Scheine bis 20 oder 50 Euro
- Tankstellen reduzieren die akzeptierten Scheingrößen
- Cafés und Restaurants stellen auf bargeldlose Zahlung um
- Die Zahl der Bankautomaten sinkt kontinuierlich, besonders in ländlichen Regionen
Die Deutsche Bundesbank argumentiert mit der Vertragsfreiheit der Wirtschaft. Doch diese Argumentation greift zu kurz, wenn dadurch Menschen von der öffentlichen Teilhabe ausgeschlossen werden – insbesondere ältere Menschen, die nicht digital unterwegs sind, oder Menschen ohne Bankkonto.
Warum physisches Geld psychologisch unverzichtbar ist
Jenseits aller politischen und rechtlichen Dimensionen gibt es einen Aspekt, der in der Debatte oft zu kurz kommt: die psychologische Bedeutung des Bargelds. Als Geldumgangstrainer weiß Stützle aus jahrelanger Beratungspraxis, dass der physische Kontakt mit Geld fundamental anders wirkt als eine digitale Transaktion.
Abstraktes Denken beginnt erst ab dem 10. Lebensjahr. Und selbst viele Erwachsene haben nie gelernt, mit abstrakten Geldbeträgen auf einem Bildschirm verantwortungsvoll umzugehen. Wer mit Bargeld bezahlt, spürt den Wert. Wer mit dem Smartphone an ein Terminal hält, verliert dieses Gefühl.
Geld ist Energie. Ich bin nur zu diesem Geld gekommen, weil ich etwas Gutes gemacht habe, Produkte geschaffen habe, die andere Menschen mögen und lieben. Dafür habe ich mich eingesetzt, dafür habe ich 40 Stunden gearbeitet. Das ist dann gespeichert in diesen Scheinen, in diesen Münzen.
Gerade für Kinder ist das haptische Erleben von Geld essenziell. Wenn ein Kind einen 20-Euro-Schein in der Hand hält und weiß, dass es diesen für das Ausräumen der Spülmaschine verdient hat, entsteht ein Verständnis für den Zusammenhang zwischen Leistung und Wert, das keine App der Welt vermitteln kann.
Debanking: Wenn die Bank zum Richter wird
Ein weiteres beunruhigendes Phänomen verdeutlicht, warum finanzielle Unabhängigkeit wichtiger denn je ist: das sogenannte Debanking. Immer häufiger werden Bankkonten von Journalisten, Politikern und Systemkritikern gekündigt – nicht wegen finanzieller Vergehen, sondern wegen ihrer Meinungen.
Wer sein gesamtes Vermögen auf einem Bankkonto liegen hat, ist verwundbar. Nicht nur durch Debanking, sondern auch durch die Bail-in-Regelung, die seit der Finanzkrise gilt: Im Insolvenzfall einer Bank haften die Einleger mit ihrem Guthaben. Das Geld auf dem Konto ist – juristisch betrachtet – ein Kredit an die Bank, kein sicherer Besitz.
Die Empfehlung erfahrener Finanzexperten ist daher eindeutig: Diversifikation. Und zwar nicht nur über verschiedene Banken und Bankenarten hinweg, sondern über verschiedene Vermögensklassen und Rechtsräume.
Strategien gegen finanzielle Abhängigkeit
- Konten bei mindestens zwei bis drei verschiedenen Bankenarten führen (Privatbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen)
- Einen Bargeldvorrat zu Hause halten
- In physisches Gold und Goldmünzen investieren als krisenresistenter Wertspeicher
- Gegebenenfalls ein Bankkonto außerhalb der EU eröffnen (z.B. Schweiz)
- Nicht alles in einem einzigen Rechtsraum konzentrieren
Gold und Silber: Die dritte Säule der finanziellen Freiheit
In der Debatte um Bargeld versus digitales Geld wird ein entscheidender Aspekt oft übersehen: Es gibt nicht nur zwei, sondern drei freie Zahlungssysteme, die eine freie Gesellschaft braucht. Neben Bargeld und dezentralen Kryptowährungen sind es vor allem Edelmetalle wie Gold und Silber, die seit Jahrtausenden als Wertspeicher und Tauschmittel dienen.
Während Bargeld den Status des gesetzlichen Zahlungsmittels genießt und damit eine Art Windschatten für die anderen freien Zahlungsmittel schafft, bieten Edelmetalle etwas, das weder Bargeld noch digitale Währungen leisten können: absolute Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen.
Ein Wiener Philharmoniker oder ein Maple Leaf braucht keine Zentralbank, keinen Server und kein Stromnetz. Er ist, was er ist – ein Stück konzentrierter Wert, das seit Menschengedenken anerkannt wird. In einer Welt, in der selbst Länder wie Simbabwe auf goldgedeckte Währungen setzen, gewinnt diese Eigenschaft zunehmend an Bedeutung.
Wer heute in Känguru-Goldmünzen, Britannias oder China Pandas investiert, schafft sich eine Vermögensbasis, die von keiner Regierung per Knopfdruck eingefroren, entwertet oder gelöscht werden kann. Das Gold Starter-Set bietet beispielsweise einen niedrigschwelligen Einstieg für alle, die ihre finanzielle Unabhängigkeit stärken möchten.
Das Fiat-System und seine Achillesferse
Die gesamte Debatte um Bargeld und digitalen Euro offenbart ein tieferliegendes Problem: Unser Geldsystem basiert auf Vertrauen – und dieses Vertrauen bröckelt. Seit der Abkopplung vom Goldstandard ist Geld nur noch so viel wert, wie die Menschen daran glauben. Ein System, das intrinsisch auf inflationäre Tendenzen gebaut ist.
Die aktuelle Dollar-Schwäche und die damit verbundenen Verwerfungen zeigen, wie fragil dieses System ist. Und während Zentralbanken weltweit ihre Goldreserven aufstocken – teilweise über verschlungene Wege –, wird dem Bürger suggeriert, er solle sein Vertrauen in digitale Nullen und Einsen setzen.
Für vorausschauende Anleger ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung: Wer sein Vermögen langfristig schützen will, sollte einen substanziellen Teil in physische Werte umschichten. Ein Gold Krisenschutzpaket S oder für größere Vermögen das Gold Krisenschutzpaket M bieten hier durchdachte Lösungen.
China als Warnung: Wenn digitales Geld zur Waffe wird
Wer wissen will, wohin die Reise gehen könnte, muss nur nach China blicken. Dort ist der digitale Yuan bereits Realität – eingebettet in ein Social-Scoring-System, das Bürger anhand ihres Verhaltens, ihres Konsums und ihrer gesellschaftlichen Einordnung bewertet.
Wer sich systemkonform verhält, genießt Privilegien. Wer aufmuckt, wird bestraft – nicht durch Polizei oder Gerichte, sondern durch den Entzug finanzieller Möglichkeiten. Kein Zugticket, kein Kredit, kein Zugang zu bestimmten Dienstleistungen. Die perfekte Kontrolle, ermöglicht durch digitales Geld.
Ist ein solches Szenario in Europa undenkbar? Die Gesetzestexte zum digitalen Euro lassen erschreckend viel Interpretationsspielraum. Die Möglichkeit der Interoperabilität zwischen digitaler Identität und digitalem Euro ist bereits angelegt. Die technische Infrastruktur für programmierbare Zahlungen – also Geld, das nur für bestimmte Zwecke ausgegeben werden kann – ist kein Science-Fiction, sondern eine designte Funktion.
Was jeder Einzelne jetzt tun kann
Die gute Nachricht: Noch ist es nicht zu spät. Noch haben wir die Wahl. Und diese Wahl treffen wir jeden Tag – an der Kasse.
- Bar bezahlen, wo immer möglich. Jede Barzahlung ist ein Votum für den Erhalt des Bargelds. Jede Kartenzahlung senkt die Barzahlungsquote und bringt uns der kritischen Schwelle näher.
- Die Petition unterzeichnen. Unter bargelderhalt.org kann jeder seinen Beitrag leisten, um den politischen Druck zu erhöhen.
- Physische Werte aufbauen. American Eagles, Lunar-Münzen oder Goldbarren sind nicht nur Wertanlage, sondern ein Stück finanzielle Souveränität.
- Sich informieren und andere aufklären. Das Bewusstsein für die Bedrohung des Bargelds muss in der Breite der Gesellschaft ankommen.
- Konten diversifizieren. Nicht alles bei einer Bank, nicht alles in einem Land, nicht alles in einer Vermögensklasse.
Der Wahlschein an der Kasse
Es gibt ein Bild, das die gesamte Problematik auf den Punkt bringt: Jeder Geldschein, den wir an der Kasse überreichen, ist ein Wahlschein für den Erhalt des Bargelds. Und jedes Mal, wenn wir stattdessen das Smartphone zücken, geben wir – ob bewusst oder unbewusst – einen Wahlschein für die Bargeldabschaffung ab.
Eine freie Gesellschaft braucht ein freies, nicht überwachungsfähiges Zahlungssystem. Wir brauchen nicht eines – wir brauchen drei freie Zahlungssysteme: Bargeld, Kryptowährungen und Edelmetalle.
Diese Erkenntnis ist der Schlüssel. Es geht nicht um Nostalgie oder Technologiefeindlichkeit. Es geht um die fundamentale Frage, ob wir in einer Gesellschaft leben wollen, in der jede finanzielle Transaktion überwacht, gespeichert und potenziell kontrolliert werden kann. Oder ob wir uns die Freiheit bewahren, selbst zu entscheiden, wofür wir unser Geld ausgeben – ohne dass ein Algorithmus, eine Zentralbank oder ein Politiker darüber urteilt.
Wer diese Freiheit schätzt, sollte jetzt handeln. Die Petition unterschreiben. Bar bezahlen. Und einen Teil seines Vermögens in das älteste und bewährteste Wertaufbewahrungsmittel der Menschheitsgeschichte umschichten: physisches Gold. Denn Gold hat jede Währung, jedes Imperium und jedes Geldsystem überlebt. Es wird auch den digitalen Euro überleben.
Für den Einstieg eignet sich das Gold Starterpaket S, für umfassenden Krisenschutz das Gold Krisenschutzpaket XXL. Entscheidend ist nicht die Größe des ersten Schritts – entscheidend ist, dass man ihn geht.



