Kettner Edelmetalle

Trump-Zölle 2026: Gold über 4.000 Euro – Handelskrieg eskaliert

19.01.2026VideoKettner Edelmetalle

Es ist ein Paukenschlag, der die Weltwirtschaft erschüttert – und doch für aufmerksame Beobachter keine Überraschung darstellt. Am 18. Januar 2026 hat US-Präsident Donald Trump erneut die Zollkeule geschwungen, diesmal direkt gegen das Herz Europas. Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Skandinavien und Großbritannien stehen im Fadenkreuz einer Handelspolitik, die in ihrer Aggressivität an die dunkelsten Kapitel der Wirtschaftsgeschichte erinnert. Und während Politiker auf beiden Seiten des Atlantiks mit Vergeltungsmaßnahmen drohen, während Aktienmärkte einbrechen und Kryptowährungen abstürzen, gibt es einen stillen Gewinner: Gold durchbricht die 4.000-Euro-Marke, Silber kratzt an den 100 Dollar. Der Rohstoff-Superzyklus, den viele belächelt haben, entfaltet seine volle Kraft.

Trumps Zoll-Offensive: Ein Zeitplan der Eskalation

Die Ankündigung aus Washington lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Ab dem 1. Februar 2026 gelten zunächst 10 Prozent Zoll auf europäische Waren. Doch das ist nur der Anfang. Zum 1. Juni 2026 sollen diese auf 25 Prozent ansteigen – ein Niveau, das den transatlantischen Handel in seinen Grundfesten erschüttern wird.

Besonders brisant: Die Zölle richten sich nicht wahllos gegen alle EU-Staaten, sondern gezielt gegen acht Länder:

  • Deutschland – Europas größte Exportnation und damit Hauptziel
  • Frankreich – zweitgrößte Volkswirtschaft der EU
  • Dänemark – mit der expliziten Forderung, Grönland an die USA zu verkaufen
  • Norwegen – strategisch wichtig für arktische Ressourcen
  • Schweden und Finnland – neue NATO-Mitglieder unter Druck
  • Die Niederlande – Europas Tor zum Welthandel
  • Großbritannien – trotz Brexit nicht verschont

US-Finanzminister Scott Bessent verschärfte die Rhetorik zusätzlich, indem er die EU als zu schwach bezeichnete, um Grönland selbst zu beschützen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Washington will nicht nur Handelskonzessionen – es will geopolitische Unterwerfung.

Die EU schlägt zurück: 93 Milliarden Euro Gegenzölle

Brüssel reagierte mit einer Geschwindigkeit, die man der oft als träge verschrienen EU-Bürokratie kaum zugetraut hätte. Ein Sondergipfel wurde einberufen, und das Ergebnis war eindeutig: Gegenzölle im Wert von 93 Milliarden Euro, automatisch wirksam ab dem 6. Februar 2026. Keine Verhandlungen. Keine Kompromisse.

Die Zielauswahl der europäischen Vergeltungsmaßnahmen verrät strategisches Kalkül. Betroffen sind Produkte, die in politisch sensiblen US-Bundesstaaten hergestellt werden:

  1. Bourbon-Whiskey – trifft Kentucky, die Heimat des Senate Minority Leaders
  2. Harley-Davidson-Motorräder – ein amerikanisches Kulturgut aus Wisconsin
  3. Sojabohnen – das Rückgrat der Landwirtschaft im Mittleren Westen
  4. Flugzeugteile – Boeing und die gesamte US-Luftfahrtindustrie
  5. Geflügel und Jeans – Konsumgüter mit hoher symbolischer Wirkung

Doch Frankreichs Präsident Macron geht noch weiter. Er fordert den Einsatz des sogenannten Anti-Coercion-Instruments – der „Handelsbazooka" der EU. Dieses Instrument ermöglicht den Ausschluss amerikanischer Unternehmen von öffentlichen Aufträgen, Exportsteuern auf kritische Technologien und Zugangsbeschränkungen für US-Techkonzerne. Ein Wirtschaftskrieg, wie ihn die Welt seit den 1930er Jahren nicht mehr gesehen hat.

Die EU lässt sich das nicht gefallen. 93 Milliarden Euro Gegenzölle, automatisch ab dem 6. Februar. Keine Verhandlungen, keine Kompromisse. Das ist kein Handelsstreit mehr – das ist ein Wirtschaftskrieg par excellence.

Märkte im freien Fall – eine Anlageklasse trotzt dem Sturm

Die Reaktion der Finanzmärkte war so vorhersehbar wie brutal. Der DAX rutschte unter die Marke von 25.000 Punkten – ein Minus von 1,12 Prozent an einem einzigen Tag. Wer am Sonntagabend seine Krypto-App öffnete, sah nur eine Kerze: steil nach unten. Mehr als 100 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung lösten sich im Kryptomarkt innerhalb von zwölf Stunden in Luft auf. Bitcoin verlor 4.000 Dollar in nur 60 Minuten.

Auch der S&P 500 geriet unter massiven Druck. Die amerikanische Notenbank sah sich gezwungen, erneut Liquidität in die Märkte zu pumpen – über den Repomarkt, den Kauf von Anleihen und weitere Zinssenkungen. Die Druckerpressen laufen auf Hochtouren, um den Anschein einer florierenden US-Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Doch genau diese Dollar-Schwäche ist es, die den Edelmetallen zusätzlichen Rückenwind verleiht.

Und dann ist da Gold. Während alles andere fällt, steigt das gelbe Metall auf 4.668 US-Dollar – ein Plus von 73 Dollar an einem einzigen Tag. In Euro gerechnet durchbrach Gold erstmals die 4.000-Euro-Marke und erreichte im Peak 4.020 Euro. Ein historischer Moment.

Warum Gold und Silber die einzigen Gewinner sind

Die Frage, warum Edelmetalle in Zeiten des Handelskriegs steigen, lässt sich nicht mit einem einzigen Faktor beantworten. Es ist ein Zusammenspiel mehrerer mächtiger Kräfte, die sich gegenseitig verstärken.

Geopolitische Unsicherheit als Preistreiber

Der Handelskrieg zwischen den USA und Europa ist nur ein Puzzleteil eines größeren Bildes. Der Grönland-Konflikt, die Spannungen um Venezuela, die zunehmende NATO-Spaltung – all das schafft ein Umfeld maximaler Unsicherheit. Und in genau diesem Umfeld suchen Investoren seit Jahrtausenden Schutz in dem einzigen Vermögenswert, der keine Gegenparteirisiken kennt: physisches Gold.

Zentralbanken kaufen Rekordmengen

Während westliche Zentralbanken ihren Bürgern das Fiatgeld als verlässliches Zahlungsmittel verkaufen, tun sie selbst das Gegenteil: Sie horten Gold. China, Indien und die Türkei kaufen Rekordmengen des Edelmetalls. Dieser Trend hat sich 2025 und 2026 noch einmal massiv beschleunigt. Die Ironie könnte kaum größer sein – diejenigen, die das Geldsystem kontrollieren, vertrauen ihm selbst am wenigsten.

Besonders aufschlussreich ist dabei, wie Peking als Drehscheibe für russisches Gold fungiert und damit die westlichen Sanktionsregime unterläuft. Die geopolitischen Verwerfungen treiben die Nachfrage nach dem Edelmetall auf immer neue Höhen.

Der Dollar bröckelt

Der US-Dollarindex befindet sich in einem anhaltenden Abwärtstrend. Eine bemerkenswerte Entwicklung: Gold steigt derzeit stärker in Euro als in Dollar – ein Phänomen, das im gesamten Jahr 2025 nicht zu beobachten war. Die Dollarschwäche ist ein klares Signal dafür, dass das Vertrauen in die Leitwährung der Welt schwindet. Und wenn das Vertrauen in Papiergeld erodiert, gibt es nur eine logische Konsequenz: die Flucht in reale Werte.

Gold ist die älteste Währung der Menschheitsgeschichte. Es hat jede Hyperinflation, jeden Krieg und jeden Handelskrieg überlebt. Wer heute noch glaubt, dass Fiatgeld sicherer ist als Gold, hat die Geschichte nicht verstanden.

Silber: Die unterschätzte Rakete

Doch so beeindruckend die Gold-Rally auch ist – die eigentliche Geschichte schreibt Silber. Mit einem aktuellen Kurs von 94 US-Dollar steht das weiße Metall nur noch wenige Dollar von der magischen 100-Dollar-Marke entfernt. Ein Niveau, das noch vor wenigen Jahren als utopisch galt.

Der Blick auf den Chart offenbart ein faszinierendes Muster:

  • Januar 2025: Trump droht mit Zöllen → Silber steigt
  • April 2025: „Liberation Day" → Silber explodiert
  • Oktober 2025: 100% Zölle gegen China → Silber schießt nach oben
  • Januar 2026: Zölle gegen Europa → Silber bei 94 Dollar

Bei jeder einzelnen Eskalation des Handelskriegs hat Silber mit massiven Kursgewinnen reagiert. Das Jahr 2025 brachte einen Anstieg von 148 Prozent. In den ersten zwei Wochen des Jahres 2026 sind es bereits 31 Prozent Plus. Das ist kein Zufall – das ist ein Muster.

Die vier Treiber der Silber-Explosion

Hinter der Silber-Rally stehen vier fundamentale Mechanismen, die sich gegenseitig verstärken:

  1. Währungsabwertung: Handelskriege schwächen Dollar und Euro gleichermaßen. Investoren fliehen in physische Silbermünzen und Silberbarren als Wertaufbewahrungsmittel.
  2. Steigende Anleihenrenditen: Das Vertrauen in den Dollar bröckelt, die Renditen steigen – ein klassisches Umfeld für Edelmetall-Investments.
  3. Lieferketten-Disruption: China stoppt Exporte, Zölle stören Handelsrouten. Das ohnehin knappe Silberangebot wird noch knapper.
  4. Ungebrochene Industrienachfrage: 83 Prozent des Silbers gehen in die Industrie – Solar, E-Autos, Elektronik. Diese Nachfrage verschwindet nicht durch einen Handelskrieg. Weniger Angebot plus gleiche Nachfrage gleich höhere Preise.

Wer sich heute noch nicht mit Maple Leaf Silbermünzen, Wiener Philharmonikern in Silber oder Krügerrand Silbermünzen eingedeckt hat, sollte die aktuelle Situation als Weckruf verstehen.

Was der Handelskrieg für Deutschland konkret bedeutet

Die Zahlen sind ernüchternd – und für die deutsche Wirtschaft potenziell verheerend. Bereits 2025 haben Trumps Zölle Deutschland 0,3 Prozent des Wirtschaftswachstums gekostet. Für 2026 rechnen Ökonomen mit einem Minus von 0,6 Prozent. In einer Volkswirtschaft, die ohnehin seit Jahren stagniert, ist das ein vernichtender Schlag.

Doch die politischen Folgen wiegen noch schwerer als die ökonomischen:

  • Die transatlantischen Beziehungen befinden sich am absoluten Tiefpunkt
  • Die NATO wackelt – das Verteidigungsbündnis, das Europa seit über 75 Jahren Sicherheit garantiert
  • Das Vertrauen zwischen Washington und Brüssel ist nachhaltig zerstört
  • Europa steht vor der Frage, ob es sich militärisch und wirtschaftlich emanzipieren kann

Und genau diese Unsicherheit ist der Treibstoff für die Edelmetall-Rally. Denn wenn die geopolitische Ordnung, die seit dem Zweiten Weltkrieg Bestand hatte, ins Wanken gerät, dann suchen Menschen und Institutionen gleichermaßen nach dem ultimativen sicheren Hafen.

Trumps Zölle haben Deutschland 2025 bereits 0,3 Prozent Wachstum gekostet. 2026 werden es 0,6 Prozent sein. Bei unserer aktuellen Wirtschaftslage ist das vernichtend. Wer sein Vermögen nicht in realen Werten gesichert hat, spielt russisches Roulette mit seiner finanziellen Zukunft.

Historische Parallelen: Der Smoot-Hawley-Moment

Die Parallelen zum Smoot-Hawley Tariff Act von 1930 sind frappierend – und beunruhigend. Damals wie heute versuchte eine US-Regierung, durch massive Zollerhöhungen die heimische Wirtschaft zu schützen. Das Ergebnis war eine Spirale aus Vergeltungszöllen, die den Welthandel um 65 Prozent einbrechen ließ und die Große Depression verschärfte.

Natürlich ist die Weltwirtschaft heute anders strukturiert als vor fast 100 Jahren. Doch die Mechanismen sind dieselben: Zölle führen zu Gegenzöllen, Gegenzölle zu weiterer Eskalation, und am Ende verlieren alle – außer denjenigen, die in physisches Gold investiert haben.

Auch damals, in den 1930er Jahren, war Gold der einzige Vermögenswert, der seinen Wert nicht nur bewahrte, sondern steigerte. Die US-Regierung unter Roosevelt sah sich 1933 sogar gezwungen, den privaten Goldbesitz zu verbieten – ein drastischer Schritt, der zeigt, wie sehr die Machthaber die Kraft des Goldes fürchteten.

Der Rohstoff-Superzyklus hat gerade erst begonnen

Wer glaubt, die Rally bei Gold und Silber sei bereits am Ende, verkennt die historischen Dimensionen dessen, was sich gerade abspielt. Wir stehen am Beginn eines 10- bis 15-jährigen Rohstoff-Superzyklus, der durch mehrere Faktoren angetrieben wird:

  • Deglobalisierung: Der Handelskrieg beschleunigt den Trend zur Regionalisierung von Lieferketten
  • Energiewende: Solar, Wind und E-Mobilität verschlingen enorme Mengen an Silber und anderen Rohstoffen
  • Staatsverschuldung: Die Schulden der westlichen Staaten explodieren – die Druckerpressen laufen auf Hochtouren
  • De-Dollarisierung: Immer mehr Länder wenden sich vom US-Dollar ab und suchen Alternativen
  • Physische Knappheit: Die oberirdischen Silberbestände schrumpfen seit Jahren

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Blick auf Simbabwes goldgedeckte Währung, die zeigt, dass selbst Entwicklungsländer die Schwächen des Fiat-Systems erkannt haben und nach Alternativen suchen. Wenn ein afrikanisches Land den Mut hat, seine Währung an Gold zu koppeln, was sagt das über den Zustand des westlichen Geldsystems aus?

Wie Sie sich jetzt positionieren sollten

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Gold und Silber weiter steigen werden, sondern wie schnell. Die Prognosen für Gold liegen bei 5.800 Dollar in diesem Jahr – die 5.000-Dollar-Marke dürfte in den nächsten Monaten fallen. Für Silber stehen dreistellige Kurse unmittelbar bevor.

Für Anleger, die noch nicht positioniert sind, bieten sich verschiedene Einstiegsmöglichkeiten:

Gold als Fundament

Goldbarren bilden das Fundament jedes krisenfesten Portfolios. Wer auf bewährte Anlagemünzen setzt, findet mit dem Wiener Philharmoniker, dem Maple Leaf oder dem Känguru erstklassige Optionen mit weltweiter Liquidität. Auch der American Eagle und die Britannia gehören zu den meistgehandelten Goldmünzen der Welt.

Silber als Hebel

Silber bietet aufgrund seiner industriellen Nachfrage und der relativen Unterbewertung gegenüber Gold ein noch größeres Aufwärtspotenzial. American Eagle Silbermünzen, Känguru Silbermünzen oder Britannia Silbermünzen sind ideal für den Einstieg. Auch der China Panda in Gold und Sammlerausgaben wie die Lunar-Serie bieten interessante Möglichkeiten.

Das große Bild: Eine Weltordnung im Umbruch

Was wir derzeit erleben, ist weit mehr als ein Handelskrieg. Es ist die Neuordnung der geopolitischen Landschaft, wie wir sie seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr gesehen haben. Die transatlantische Partnerschaft, die Europa seit Jahrzehnten Sicherheit und Wohlstand garantiert hat, steht auf dem Spiel. Die NATO wackelt. Das Vertrauen zwischen den westlichen Demokratien erodiert.

In solchen Zeiten des Umbruchs hat sich über Jahrtausende hinweg eine einzige Anlageklasse als verlässlicher Schutz erwiesen: Edelmetalle. Gold und Silber haben jede Krise, jeden Krieg, jede Hyperinflation und jeden Handelskrieg überstanden. Sie haben Imperien kommen und gehen sehen, Währungen entstehen und vergehen – und sie werden auch diesen Sturm nicht nur überstehen, sondern gestärkt daraus hervorgehen.

Die Frage, die sich jeder Anleger stellen muss, ist simpel: Sind Sie positioniert? Nicht nur mit Wissen, sondern mit physischem Gold und Silber in der Hand? Denn wenn die Geschichte eines lehrt, dann dies: In Zeiten, in denen die Welt aus den Fugen gerät, ist das Einzige, worauf man sich verlassen kann, das, was man tatsächlich besitzt. Und nichts besitzt man so sicher wie ein Stück Gold oder Silber, das man in den eigenen Händen hält.

Die Rally hat gerade erst begonnen. Das war noch lange nicht das Ende – es war der Anfang.