Kettner Edelmetalle

Goldpreis-Explosion 2026: Warum Privatanleger jetzt handeln müssen

15.12.2025VideoKettner Edelmetalle

Die Edelmetallmärkte befinden sich in einer Phase, die selbst erfahrene Analysten in Staunen versetzt. Gold jenseits der 4.000-Dollar-Marke, Silber bei über 60 US-Dollar, Platin und Palladium mit starkem Momentum – und dennoch mehren sich die Stimmen, dass wir erst am Anfang einer historischen Hausse stehen. Einer der profiliertesten Edelmetall-Analysten Deutschlands, Dimitri Speck, Autor der Bestseller „Die geheime Goldpolitik" und „Die größte Finanzblase aller Zeiten", hat eine klare Warnung für 2026 formuliert: Wer jetzt nicht investiert ist, könnte den Großteil der Bewegung verpassen.

Erst ein Viertel der Goldhausse ist vorbei

Was auf den ersten Blick wie eine gewagte These klingt, hat einen soliden analytischen Unterbau. Speck argumentiert, dass die aktuelle Goldhausse möglicherweise erst ein Drittel oder sogar nur ein Viertel ihres gesamten Potenzials entfaltet hat. Der Grund? Das globale Finanzsystem steht auf einem Fundament aus Schulden, das in der gesamten Menschheitsgeschichte ohne Beispiel ist.

„Wir haben sehr viele Schulden gegenüber der Wirtschaftskraft, weitaus mehr als je in der Geschichte. Es herrscht eine grundfeste Überzeugung, dass wir als Menschheit das Finanzsystem trotz Überschuldung irgendwie managen können. Das können wir meines Erachtens eben nicht."

Diese Einschätzung ist keine Panikmache, sondern nüchterne Analyse. Zu jeder Schuld gehört ein Guthaben – eine finanzielle Forderung, die irgendwann eingelöst werden will. Wenn Inflation kommt, wenn das Vertrauen in Papierwährungen schwindet, dann suchen diese enormen Guthaben ein sicheres Zuhause. Und dieses Zuhause heißt seit Jahrtausenden: Gold.

Privatanleger sind noch nicht einmal richtig investiert

Ein besonders aufschlussreiches Detail der aktuellen Marktlage: Die Privatanleger haben die Rally bisher weitgehend verschlafen. Der massive Goldpreisanstieg der letzten zwei Jahre wurde primär von Zentralbanken getragen – nicht von privaten Investoren oder Vermögensverwaltern.

Messbar wird das an den Gold-ETF-Beständen. Diese haben erst vor wenigen Wochen ihren Höchststand aus dem Jahr 2020 übertroffen. Zur Einordnung: Damals lag der Goldpreis bei etwa der Hälfte des heutigen Niveaus. Das bedeutet im Klartext:

  • Privatanleger und Vermögensverwalter sind nicht stärker investiert als bei einem halb so hohen Goldpreis
  • Die breite Masse tummelt sich weiterhin in Bitcoin, Nvidia und anderen spekulativen Anlagen
  • Die Großbanken werden erst jetzt langsam positiv gegenüber Edelmetallen – „ein bisschen spät", wie Speck trocken anmerkt
  • Goldman Sachs hat mit einem Kursziel von 4.900 US-Dollar für 2026 vorgelegt

Wer sich jetzt mit Goldmünzen oder Goldbarren eindeckt, befindet sich also keineswegs in einer überhitzten Spätphase. Im Gegenteil: Die breite Anlegermasse ist noch gar nicht an Bord.

Silber: Die 60-Dollar-Marke geknackt – und jetzt?

Noch dramatischer als beim Gold ist die Entwicklung beim Silber. Mit dem Durchbruch über die 65-Dollar-Marke hat das weiße Edelmetall eine Performance hingelegt, die selbst Optimisten überrascht hat. Die Zahlen sprechen für sich:

  1. Year-to-date: Plus 120 Prozent im US-Dollar
  2. 12-Monats-Entwicklung: Ein Zuwachs von 40 Dollar – das entspricht 168 Prozent
  3. Gold-Silber-Ratio: Von einem Peak bei etwa 111 auf rund 67-68 zurückgegangen

Natürlich ruft ein solcher Anstieg Erinnerungen an 2011 wach, als der Silberpreis nach dem Erreichen der 50-Dollar-Marke brutal einbrach. Doch die fundamentale Ausgangslage ist diesmal eine völlig andere. Damals stand Gold bei 1.900 bis 1.950 Dollar und Silber bei knapp 50. Heute steht Gold über 4.000 Dollar – und Silber hat relativ gesehen noch enormes Aufholpotenzial.

„Wenn man 2011 als Maßstab nimmt, hat Silber relativ zu Gold weiterhin extrem viel Potenzial. Ich würde aktuell nicht Silber gegen Gold tauschen."

Für Anleger, die in Silber investiert sind oder einen Einstieg erwägen, ist das ein wichtiges Signal. Ob Maple Leaf Silber, Wiener Philharmoniker Silber oder Silberbarren – die fundamentale Unterbewertung gegenüber Gold bleibt bestehen.

Manipulation? Diesmal anders als 2011

Kurz vor dem Wochenende gab es am Silbermarkt einen auffälligen Rücksetzer. Die COMEX erhöhte die Margin-Anforderungen, 67 Millionen Unzen wurden in nur 15 Minuten liquidiert. Zufall? Marktmanipulation? Die Frage beschäftigt die Edelmetall-Community intensiv.

Dimitri Speck, der wie kaum ein anderer die Geschichte der Edelmetallmanipulation erforscht hat, ordnet die Situation überraschend gelassen ein. Ein Blick auf die historischen Präzedenzfälle macht deutlich, warum:

  • 1980 – Die Hunt-Brüder: Die damals reichste Familie der Welt kaufte hunderte Millionen Unzen Silber. Die COMEX erhöhte die Margins drastisch, ließ praktisch keine Käufe mehr zu. Sogar die US-Zentralbank schickte Emissäre zu europäischen Banken mit der Anweisung, den Hunts keine Kredite mehr zu gewähren.
  • 2011 – Der Flash Crash: Beim damaligen Höchstkurs von knapp 50 Dollar ging es in 12 Minuten um 12 Prozent nach unten – eine brutale, koordinierte Drückung.
  • 2025/2026 – Die aktuelle Lage: Die Rücksetzer sind „völlig moderat" im Vergleich zu diesen historischen Vorbildern. Die Margin-Erhöhung der COMEX ist real, aber relativ gering.
„Die Manipulation, wenn es denn eine war, ist schwach. Sie kann den Preisanstieg nicht mehr verhindern. Wir sind nicht mehr 2011. Da würde ich mir als mittelfristiger oder langfristiger Investor keinerlei Gedanken drüber machen."

Das ist eine bemerkenswerte Aussage – gerade von jemandem, der ein ganzes Buch über die geheime Goldpolitik und systematische Preisdrückungen geschrieben hat. Wenn selbst der Experte für Edelmetallmanipulation Entwarnung gibt, sollte das Anlegern Zuversicht geben.

Die saisonale Trumpfkarte: Dezember bis Februar

Ein oft unterschätzter Faktor für die kurzfristige Preisentwicklung ist die Saisonalität. Speck betreibt mit seiner Plattform Seasonax.com eine der führenden Analyseplattformen für saisonale Muster an den Finanzmärkten. Und die Daten sind eindeutig:

Von Mitte Dezember bis in die zweite Februarhälfte zeigen Silber, Platin, Palladium und auch Gold seit vielen Jahrzehnten eine besonders starke Performance. Der vermutete Grund: industrielle Käufe, die nach Abschluss der Jahresplanung getätigt werden – ein Effekt, der sich auch bei anderen Industriemetallen wie Nickel beobachten lässt.

Für Anleger bedeutet das: Wir befinden uns genau jetzt in der statistisch stärksten Phase des Jahres für Edelmetalle. Wer über den Kauf von Wiener Philharmonikern, Känguru-Goldmünzen oder Britannia-Silbermünzen nachdenkt, findet hier einen zusätzlichen Antriebsfaktor.

Die nächste Inflationswelle lauert bereits

Ein Schlüsselfaktor für die weitere Entwicklung der Edelmetallpreise ist die US-Geldpolitik. Mit der erwarteten Ernennung von Kevin Hassett als neuem Fed-Vorsitzenden unter Donald Trump könnte eine deutlich lockerere Geldpolitik bevorstehen. Die Konsequenzen wären weitreichend.

Jerome Powell hatte – wenn auch verspätet – auf den Inflationsanstieg reagiert und die Zinsen stark erhöht. Ein Nachfolger, der das lockerer sieht, könnte bei den bestehenden Defiziten und dem enormen Schuldenstand die nächste Inflationswelle auslösen. Speck zieht hier eine historische Parallele, die aufhorchen lässt:

In den 1970er Jahren waren es die zweite und dritte Inflationswelle, die den Goldpreis regelrecht explodieren ließen. Der entscheidende Unterschied zu heute: Damals herrschte bereits tiefes Misstrauen gegenüber dem Finanzsystem. Ausländische Zentralbanken misstrauten den Amerikanern offen. Inflation war das Thema.

Heute hingegen herrscht eine fast schon naive Zuversicht. Die Überzeugung, dass wir jede Krise managen können – 2008, die Eurokrise, Corona – sitzt tief. Doch genau diese Sorglosigkeit birgt das größte Risiko. Wenn sich das Blatt wendet, wenn die Inflation zurückkehrt und das Vertrauen schwindet, wird die Flucht in Sachwerte umso heftiger ausfallen.

Warum Gold für Zentralbanken alternativlos ist

Die geopolitische Dimension der Edelmetall-Rally wird oft unterschätzt. Die Rolle Chinas und Russlands im globalen Goldmarkt gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die BRICS-Staaten diskutieren einen eigenen Währungskorb – die sogenannte „Unit" –, der zu 60 Prozent aus BRICS-Währungen und zu 40 Prozent aus Gold bestehen soll.

Speck ist hier allerdings skeptisch, was den Währungskorb selbst betrifft. Die Geschichte solcher Konstrukte ist keine Erfolgsgeschichte – von den Sonderziehungsrechten des IWF bis zum Euro mit seinen „diversen erheblichen Konstruktionsmängeln". Doch das eigentlich Entscheidende liegt woanders:

  • Die Abkehr vom Dollar als internationaler Reservewährung ist im Gange
  • Zentralbanken kaufen bereits massiv Gold – und werden das weiter tun
  • Für Zentralbanken gibt es keine Alternative zu Gold als Reservemedium
  • Weder der chinesische Yuan, noch der russische Rubel, noch der Euro oder der Yen bieten die nötige Stabilität und Unabhängigkeit

Die zunehmende Dollar-Schwäche verstärkt diesen Trend zusätzlich. Gold ist und bleibt das klassische internationale Geld – über Jahrtausende bewährt, erstmalig in der Geschichte durch eine schuldenbasierte Währung ersetzt. Dass dieses Experiment auf Dauer funktioniert, darf bezweifelt werden.

Die USA in der Schuldenfalle – und Europa erst recht

Mit 37 bis 38 Billionen Dollar Staatsschulden stehen die USA vor einer beispiellosen fiskalischen Herausforderung. Doch Speck macht eine bemerkenswerte Unterscheidung: So problematisch die amerikanische Situation auch ist – „so dumm wie die europäischen Politiker stellen sich die Amerikaner dann doch nicht an."

Die amerikanische Wirtschaft läuft im Vergleich zur deutschen deutlich besser. Deutschland leidet unter einer „ziemlich lausigen Wirtschaft", wie Speck es unverblümt formuliert. Die Konsequenz für europäische Anleger ist klar: Wer sein Vermögen in Euro hält, ist doppelt exponiert – gegenüber der globalen Schuldenkrise und gegenüber der europäischen Wirtschaftsschwäche.

Dass selbst Simbabwe mit einer goldgedeckten Währung experimentiert, während der Westen weiter auf ungedecktes Papiergeld setzt, ist ein Treppenwitz der Geschichte – und gleichzeitig ein Warnsignal, das man nicht ignorieren sollte.

Platin und Palladium: Die vergessenen Edelmetalle erwachen

Neben Gold und Silber verdienen auch Platin und Palladium Aufmerksamkeit. Platin ist kürzlich ausgebrochen, Palladium zeigt starkes Aufwärtsmomentum. Speck empfiehlt allerdings, nicht hektisch zwischen den Edelmetallen zu switchen:

„Dafür gibt's verschiedene Edelmetalle, in denen man investiert sein kann, um die Kapitalertragskurve etwas zu glätten. Ich würde hier nicht versuchen zu switchen. Das ist im Moment zu früh."

Die Diversifikation innerhalb der Edelmetalle – etwa durch eine Kombination aus Maple Leaf Gold, Krügerrand Silber und Britannia Gold – bleibt der klügere Ansatz als spekulatives Hin-und-Her-Tauschen.

Fünfstellige Goldpreise: Keine Fantasie, sondern Mathematik

Bereits 2017 und 2018 sprach Dimitri Speck auf der Edelmetallmesse in München offen über fünfstellige Goldpreise – damals eine Prognose, die vielen als utopisch erschien. Die Erwartungen lagen zwischen 12.000 und 15.000 US-Dollar. Hat sich daran etwas geändert?

Specks Antwort ist eindeutig: Nein. Die zentrale Kennziffer – der Schuldenstand gegenüber der Wirtschaftskraft – hat sich nicht verbessert, sondern verschlechtert. Die Geldmenge hat sich massiv erweitert. Wenn überhaupt, müsste man die Prognosen nach oben anpassen.

Für Anleger, die heute in American Eagle Gold, China Panda Gold oder Lunar Goldmünzen investieren, bedeutet das: Die aktuelle Preisexplosion könnte tatsächlich erst der Anfang sein. Nicht in Monaten gemessen, sondern in Jahren und Jahrzehnten.

Was Anleger jetzt konkret beachten sollten

Aus der Analyse ergeben sich mehrere zentrale Handlungsempfehlungen für sicherheitsbewusste Investoren:

  1. Nicht von kurzfristiger Volatilität verunsichern lassen. Korrekturen sind normal und gesund – sie ändern nichts am langfristigen Trend.
  2. Nicht zwischen Edelmetallen hin- und herswitchen. Die Diversifikation über Gold, Silber und ggf. Platin ist sinnvoller als spekulatives Trading.
  3. Die saisonale Stärke nutzen. Die Phase von Mitte Dezember bis Ende Februar ist historisch die stärkste für Edelmetalle.
  4. Physisch investieren. In einer Welt zunehmender Systemrisiken bieten physische Goldbarren und Silbermünzen eine Sicherheit, die kein Papierversprechen ersetzen kann.
  5. Langfristig denken. Wenn Speck recht hat, stehen wir erst am Anfang einer Bewegung, die noch 10 Jahre und länger dauern kann.

Das Fazit: Die größte Finanzblase aller Zeiten sucht ihr Ventil

Die Botschaft von Dimitri Speck ist so klar wie unbequem: Das globale Finanzsystem ist überschuldet wie nie zuvor in der Geschichte. Die Überzeugung, dass wir diese Situation „irgendwie managen" können, ist eine gefährliche Illusion. Wenn sich diese Illusion auflöst – und die Frage ist nicht ob, sondern wann –, wird Gold als das dastehen, was es immer war: die älteste und verlässlichste Währung der Menschheit.

Die Großbanken werden langsam bullish. Die Zentralbanken kaufen seit Jahren. Die Privatanleger schlafen noch. Und die Schulden wachsen weiter. Wer diese Konstellation versteht, erkennt: Der aktuelle Goldpreis von über 4.000 Dollar und der Silberpreis von über 60 Dollar sind keine Übertreibung. Sie sind möglicherweise erst der Prolog einer Geschichte, die noch viele Kapitel haben wird.

Ob Känguru Gold, American Eagle Silber oder klassische Känguru Silbermünzen – die Zeit zum Handeln ist jetzt. Nicht morgen. Nicht wenn die Schlagzeilen noch lauter werden. Jetzt.