Kettner Edelmetalle

Pax Americana zerbricht: Geopolitische Umbruch und Vermögensschutz

25.03.2026PodcastKettner Edelmetalle

Die geopolitischen Verwerfungen unserer Zeit haben eine Dimension erreicht, die selbst erfahrene Beobachter in Atem hält. Während die Welt auf die Eskalation im Nahen Osten blickt, die Straße von Hormus zum Nadelöhr der globalen Energieversorgung wird und Europa zwischen Bündnistreue und Selbsterhaltung laviert, stellt sich eine fundamentale Frage: Erleben wir gerade das Ende der amerikanischen Weltordnung – und was bedeutet das für unser Vermögen, unsere Sicherheit und unsere Zukunft?

Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Ulrike Guérot, eine der profiliertesten und streitbarsten Stimmen der europäischen Debatte, zeichnet im Gespräch mit Dominik Kettner ein Bild, das gleichermaßen ernüchternd wie aufrüttelnd ist. Ihre Analyse reicht weit über tagespolitische Schlagzeilen hinaus – und berührt Fragen, die jeden Anleger, jeden Sparer und jeden Bürger unmittelbar betreffen.

Die Pax Americana zerbricht – und Europa steht nackt da

Was sich derzeit in der Golfregion abspielt, ist weit mehr als ein regionaler Konflikt. Es ist, so Guérot, der sichtbare Zerfall einer Weltordnung, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs das internationale System geprägt hat. Die amerikanischen Militärbasen in der Region seien weitgehend funktionslos geworden, ehemalige Verbündete wie die Vereinigten Arabischen Emirate hätten sich zurückgezogen.

„Was wir sehen, ist das Ende der Weltordnung, wie wir sie kennen, und den Übergang von der Pax Americana zur multipolaren Welt."

Diese Einschätzung mag dramatisch klingen. Doch die Indizien häufen sich. Auf Al Jazeera titelte man kürzlich: „Iran is liberating Iraq" – eine Schlagzeile, die vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Die irakischen Kurden, jahrzehntelang treue Verbündete Washingtons, wenden sich ab. Die Iraner haben China und Russland im Rücken und verfügen offenbar über erhebliche militärische Kapazitäten.

Für Anleger ist diese Entwicklung von enormer Tragweite. Denn der Zerfall der unipolaren Weltordnung bedeutet auch den Zerfall der Sicherheitsarchitektur, auf der das westliche Finanzsystem aufgebaut ist. Es ist kein Zufall, dass China seit 16 Monaten ununterbrochen Gold kauft – Peking bereitet sich auf eine Welt nach der Dollar-Dominanz vor.

Das Völkerrecht als Trümmerfeld

Besonders brisant ist die völkerrechtliche Dimension des Konflikts. Guérot verweist auf eine Gruppe deutscher Völkerrechtler, die auf dem Verfassungsblog unmissverständlich festgestellt hat: Die Intervention im Iran ist völkerrechtswidrig. Selbst das Wall Street Journal habe Quellen zitiert, wonach keine reale Bedrohung vorgelegen habe – es handele sich um einen unprovozierten Angriff.

Doch es geht noch weiter. Die systematische Aushöhlung internationaler Institutionen hat eine neue Qualität erreicht:

  • Der ICC-Richter Karim Khan, der die Anklage gegen Netanjahu vorangetrieben hatte, wurde mit haltlosen Vorwürfen überzogen
  • Einem französischen ICC-Richter wurden Bankkonten, PayPal und Kreditkarten gesperrt – er kann faktisch keine Geschäfte mehr tätigen
  • Die Bundesregierung hat ihre Nebenklage gegen Netanjahu nicht aufrechterhalten
  • Gleichzeitig laufen Klagen Nicaraguas gegen Deutschland wegen Waffenlieferungen an Israel

Was hier geschieht, ist nichts weniger als die Zerstörung der regelbasierten internationalen Ordnung durch jene, die sie einst geschaffen haben. Für jeden, der sein Vermögen in einem System aus Papierwerten, digitalen Versprechen und staatlichen Garantien hält, sollte das ein Alarmsignal sein.

Europa hat sein Kapital verspielt – politisch und ökonomisch

Guérots Diagnose für Europa ist schonungslos. Die EU habe ihr politisches, diplomatisches, soziales und friedenspolitisches Kapital verspielt. Die Aufzählung der Versäumnisse liest sich wie ein Katalog des Scheiterns:

  1. Energiepolitik: Die Beziehungen zu Russland sind zerstört, die Pipeline-Infrastruktur sabotiert, Europa bezieht teures amerikanisches Fracking-Gas
  2. Handelspolitik: Die Beziehungen zu China werden systematisch beschädigt, den BRICS-Staaten wurde die Hand nicht ausgestreckt
  3. Sicherheitspolitik: Eine eigenständige europäische Verteidigungspolitik existiert de facto nicht
  4. Agrarpolitik: Ein möglicher EU-Beitritt der Ukraine würde die europäische Landwirtschaft erschüttern
„Die EU hat im Moment praktisch nichts mehr. Wir haben keine Energie, wir haben es mit Russland vergeigt, wir sind uns dabei, es mit China zu vergeigen. Es wird für uns sowohl ökonomisch wie wirtschaftlich wie sozial wahrscheinlich sehr prekär."

Die Konsequenzen sind bereits spürbar. Benzinpreise über 2 Euro pro Liter, explodierende Energiekosten, eine Exportwirtschaft unter massivem Druck. Spanien stützt bereits die Spritpreise, in Frankreich beginnt jede politische Diskussion mit der Frage der Energiesicherheit. Deutschland hingegen scheint in einer Art politischer Schockstarre gefangen.

Deutschland als Ausnahmeland – im negativen Sinne

Besonders bemerkenswert ist Guérots Beobachtung zur deutschen Sonderrolle. Während Spanien, Irland, Griechenland, Italien und sogar Kanada und Mexiko die geopolitische Dynamik erkannt hätten und sich von der bedingungslosen Unterstützung der US-israelischen Achse lösten, beharre Deutschland auf seiner Position. Das Problem: An Deutschland geht in der EU nichts vorbei.

Mit 80 Millionen Einwohnern und der Dominanz in den EU-Institutionen ist Deutschland das Schlüsselland – und gleichzeitig dasjenige mit der am stärksten abweichenden Position zu den zentralen Fragen der Zeit. Diese Konstellation, so Guérot, könne nicht gutgehen. Entweder ändere sich die deutsche Diskussion grundlegend, oder die EU werde daran zerbrechen.

Die Kriegswirtschaft frisst den Wohlstand

Ein besonders brisanter Aspekt der Analyse betrifft die wirtschaftliche Transformation, die sich unter dem Radar der öffentlichen Debatte vollzieht. Guérot beschreibt eine Verklumpung von Staat und Wirtschaft in drei zentralen Bereichen:

  • Energiewirtschaft: Hochgradig korrupte Strukturen rund um die Energiewende, von Windkraft bis zu fragwürdigen Subventionspraktiken
  • Rüstungsindustrie: Die Umsteuerung der deutschen Automobilindustrie auf Kriegswirtschaft – „statt Porsche halt Panzer"
  • Pharmaindustrie: Die Milliarden-Transfers im Zuge der Corona-Krise als Blaupause für staatsgesteuerte Industriepolitik

Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf jeden einzelnen Bürger. Wenn Milliarden in geopolitische Abenteuer und militärische Aufrüstung fließen, fehlt das Geld für Soziales, Infrastruktur und die Entlastung der Bürger. Die Frage nach einer Spritpreisbremse oder Steuersenkungen wird mit Achselzucken beantwortet – das Geld ist schlicht nicht mehr da.

In solchen Zeiten zeigt sich der wahre Wert von Sachwerten. Während Papiergeld durch Inflation und politische Entscheidungen entwertet wird, während Anleger zunehmend aus Papiergold in physisches Gold flüchten, bieten Edelmetalle genau das, was das politische System nicht mehr garantieren kann: Stabilität und Werterhalt.

Der LNG-Dollar und das Ende des Petrodollar-Systems

Ein faszinierender Aspekt, den Guérot anspricht, betrifft die Zukunft des Dollar-Systems. Während die geopolitische Debatte die Schlagzeilen dominiert, arbeiten die USA offenbar an einer fundamentalen Neuausrichtung: der Umstellung vom Petrodollar auf ein LNG-Dollar-System – also die Bindung der Leitwährung an amerikanisches Fracking-Gas statt an Öl aus dem Nahen Osten.

Dieser Paradigmenwechsel hätte enorme Konsequenzen für das globale Finanzsystem. Er würde bedeuten, dass die USA versuchen, ihre Währungsdominanz auf eine neue Ressourcenbasis zu stellen – während gleichzeitig die BRICS-Staaten an alternativen Zahlungssystemen arbeiten und Zentralbanken weltweit ihre Goldreserven massiv aufstocken.

„Wir sind in einem solchen Multiparadigmenwechsel, dass praktisch alles neu gemacht wird – auf der Ebene der Technologie mit KI, im Geldsystem, in der Geostrategie. Und die drei Sachen gehören zusammen."

Für Anleger bedeutet das: Die Diversifikation in physische Edelmetalle ist keine Spekulation, sondern eine rationale Antwort auf eine Welt im Umbruch. Wer heute Wiener Philharmoniker oder Maple Leaf Goldmünzen erwirbt, sichert sich gegen genau jene systemischen Risiken ab, die Guérot so eindringlich beschreibt.

False-Flag-Gefahr und der NATO-Bündnisfall

Besonders alarmierend ist Guérots Warnung vor sogenannten False-Flag-Operationen. Die Gefahr, dass fingierte Angriffe auf NATO-Mitglieder den Bündnisfall nach Artikel 5 auslösen könnten, sei real. Sie verweist auf bereits stattgefundene Übergriffe auf die Türkei, die zunächst dem Iran zugeschrieben wurden – bis Erdogan selbst Zweifel anmeldete.

Die historische Parallele, die Guérot zieht, ist beunruhigend: 1939 war es ein Beistandsvertrag mit Polen, der den Mechanismus des Zweiten Weltkriegs in Gang setzte. Heute könnte ein ähnlicher Automatismus über den EU-Vertrag (Artikel 42, Absatz 7) oder den NATO-Vertrag (Artikel 5) ausgelöst werden.

  • Fingierte Angriffe auf NATO-Territorium könnten den Bündnisfall auslösen
  • Die Eskalationsdynamik in der Straße von Hormus ist kaum noch kontrollierbar
  • Frankreichs Flugzeugträger im Persischen Golf erhöht das Risiko eines Zwischenfalls
  • Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran (angekündigt: 85%) hätte katastrophale Folgen für die globale Energieversorgung

In einem solchen Szenario wären die wirtschaftlichen Verwerfungen kaum absehbar. Lieferketten würden zusammenbrechen, Energiepreise explodieren, Finanzmärkte in Panik geraten. Gold und Silber haben in solchen Krisen historisch immer als sicherer Hafen fungiert – und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es diesmal anders wäre.

Warum physisches Gold jetzt wichtiger ist denn je

Die Analyse von Guérot macht eines überdeutlich: Wir befinden uns in einem Multiparadigmenwechsel, der alle Bereiche unseres Lebens erfasst – Geopolitik, Technologie, Geldsystem. Die alte Ordnung zerbricht, die neue ist noch nicht geboren. In dieser Übergangsphase sind die Risiken für Vermögenswerte, die auf dem bestehenden System aufbauen, enorm.

Betrachten wir die Fakten nüchtern:

  1. Das Dollar-System steht vor einer fundamentalen Neuausrichtung
  2. Die BRICS-Staaten bauen aktiv an einer alternativen Finanzarchitektur
  3. Europas Energieversorgung ist unsicher und teuer
  4. Die Kriegswirtschaft frisst die Substanz des europäischen Wohlstands
  5. Die Gefahr einer weiteren militärischen Eskalation ist real

In diesem Umfeld ist physisches Gold in Barrenform oder als international anerkannte Anlagemünze nicht nur eine Anlageentscheidung – es ist eine Entscheidung für finanzielle Souveränität. Während Regierungen Bankkonten sperren können (wie im Fall des französischen ICC-Richters), während digitale Zahlungssysteme abgeschaltet werden können, bleibt physisches Gold das, was es seit 5.000 Jahren ist: unzerstörbarer Wert in Ihren Händen.

Praktische Schritte für den Vermögensschutz

Wer angesichts dieser Entwicklungen handeln möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Für den Einstieg eignet sich das Gold Starter-Set, das einen niedrigschwelligen Zugang zu physischem Gold bietet. Wer bereits über ein größeres Vermögen verfügt, findet im Gold Krisenschutzpaket S oder dem Krisenschutzpaket M eine durchdachte Zusammenstellung verschiedener Goldmünzen und -barren.

Besonders international anerkannte Münzen wie der australische Känguru, der Britannia oder der China Panda bieten den Vorteil weltweiter Handelbarkeit – ein nicht zu unterschätzender Faktor in Zeiten, in denen nationale Grenzen und Handelsbeziehungen sich rapide verändern.

Europas Chance: Neutralität statt Vasallentum

Trotz aller Düsternis sieht Guérot auch Chancen. Europa verfüge immer noch über 500 Millionen Menschen, über Universitäten, Industrien, kulturelles Kapital und technologisches Know-how. Die Welt – Lateinamerika, der Iran, China, Indien – blicke auf Europa mit der Frage: Gibt es dort eine Umsteuerung?

Ihr Lösungsansatz: ein neutrales Europa, das sich als konstruktiver Vermittler in der multipolaren Welt positioniert. Nicht als verlängerter militärischer Arm der USA, sondern als eigenständiger Akteur, der Brücken baut – zur arabischen Welt, nach Eurasien, zu den BRICS-Staaten.

„Die Energiekrise ist sofort gelöst, wenn wir uns mit Iran und mit Russland verständigen. Wo liegt denn die Energie? Sie liegt in Eurasien, in Russland und im Iran."

Diese Vision mag utopisch klingen. Doch Guérot erinnert daran, dass die Diskussion in vielen Ländern bereits begonnen hat – in Spanien, Irland, Italien, bei den BRICS-Staaten. Die Frage sei nicht ob, sondern wann Europa in dieses Neudenken einsteige.

David gegen Goliath – und warum Hoffnung berechtigt ist

Guérots Schlussbotschaft ist bemerkenswert optimistisch für jemanden, der die Lage so schonungslos analysiert: „David gewinnt immer gegen Goliath." Sie verweist auf die afghanischen Partisanen, die mit Kalaschnikows die Supermacht USA zum Abzug zwangen. Auf die Huthis, die mit einfachen Waffen milliardenschwere Flugzeugträger in Bedrängnis brachten.

Die Parallele zum Vermögensschutz liegt auf der Hand. Während die großen Systeme – Zentralbanken, digitale Währungen, staatliche Kontrollmechanismen – immer mächtiger werden, liegt die wahre Stärke in der Einfachheit und Beständigkeit. Eine American Eagle Goldmünze braucht keinen Strom, kein Internet, keine Bankverbindung. Sie funktioniert seit Jahrhunderten – und wird es auch in Zukunft tun.

Auch Washingtons Griff nach Venezuelas Goldreserven zeigt, wie sehr selbst Großmächte in Krisenzeiten auf das älteste Wertaufbewahrungsmittel der Menschheit setzen. Gold ist keine Reliquie vergangener Zeiten – es ist die ultimative Versicherung gegen genau jene systemischen Risiken, die wir gerade in Echtzeit erleben.

Was jetzt zu tun ist

Die Analyse von Ulrike Guérot lässt wenig Raum für Illusionen. Die alte Weltordnung zerbricht, Europa steht am Scheideweg, und die wirtschaftlichen Konsequenzen werden jeden Einzelnen treffen. Doch genau in solchen Zeiten trennt sich die Spreu vom Weizen – bei Nationen wie bei individuellen Anlegern.

Wer jetzt handelt, wer sein Vermögen diversifiziert und einen Teil in physisches Gold umschichtet, trifft eine Entscheidung, die sich in jeder großen Krise der Geschichte als richtig erwiesen hat. Ob mit einem Gold Starterpaket für den Einstieg oder einem umfassenden Krisenschutzpaket für die vollständige Absicherung – der richtige Zeitpunkt ist immer bevor die Krise ihren Höhepunkt erreicht.

Denn eines lehrt uns die Geschichte mit absoluter Gewissheit: Imperien kommen und gehen. Währungen entstehen und vergehen. Gold bleibt.