Kettner Edelmetalle

Heraeus: Deutsche Tradition in Goldbarren und Silberbarren

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Wenn ein Goldbarren im Licht gedreht wird und plötzlich das komplette Farbspektrum eines Regenbogens aufblitzt, ist die Handschrift eines der ältesten Edelmetallhäuser Deutschlands zu erkennen: Heraeus. Das 1851 in Hanau gegründete Familienunternehmen gehört zu den weltweit führenden Verarbeitern von Gold, Silber und Platin und prägt Barren, die international als bankenhandelsfähig gelten. Dieser Ratgeber beleuchtet Geschichte, Produktpalette, das berühmte Kinegram-Sicherheitsmerkmal, Feinheit und Design sowie die steuerlichen Besonderheiten von Heraeus-Barren.

Heraeus: deutsche Tradition seit 1851

Die Geschichte von Heraeus beginnt an einem ungewöhnlichen Ort: einer Apotheke. 1851 übernahm der Apotheker und Chemiker Wilhelm Carl Heraeus die Einhorn-Apotheke in Hanau und schmolz wenige Jahre später als Erster reines Platin im industriellen Maßstab mit einem Knallgas-Gebläsebrenner. Aus dieser Pionierleistung wuchs binnen weniger Jahrzehnte der größte deutsche Platinproduzent seiner Zeit. Heute ist Heraeus ein Technologiekonzern mit rund 13.000 Mitarbeitern, der neben Edelmetallen auch in Bereichen wie Sensorik, Quarzglas und Medizintechnik tätig ist – doch der Geschäftsbereich Edelmetalle bleibt bis heute das Herzstück.

Der Sitz des Unternehmens ist nach wie vor Hanau bei Frankfurt am Main, ergänzt durch Produktionsstandorte unter anderem in Irland, China, Indien und den USA sowie im deutschen Pforzheim. Für den weltweiten Edelmetallhandel betreibt Heraeus eigene Handelszentren in Hanau, New York, Hongkong und Shanghai. Ein entscheidender Schritt fiel 2017: Damals übernahm der Konzern sämtliche Anteile der Schweizer Scheideanstalt Argor-Heraeus, die bis heute für Präzisionsprägungen wie den bekannten Kinebar steht. Wer die gesamte Bandbreite deutscher und internationaler Prägehäuser vergleichen möchte, findet in der Übersicht der Edelmetall-Hersteller einen guten Einstieg.

Das Produktportfolio von Heraeus

Heraeus konzentriert sich anders als klassische Münzprägeanstalten fast ausschließlich auf Barren – eigene Anlagemünzen gibt das Haus nicht heraus. Das Sortiment reicht von handlichen Kleinbarren für Einsteiger bis zu massiven Gussbarren für größere Vermögen und deckt alle vier Anlagemetalle ab.

Goldbarren

Die Goldbarren von Heraeus sind in einer breiten Stückelung erhältlich – vom 1-Gramm-Barren über gängige Zwischengrößen bis zum 1-Kilogramm-Gussbarren. Alle Goldbarren tragen die Feinheit 999,9 (Feingold) und sind damit von höchster Reinheit. Wer nur kleine Beträge anlegen möchte, greift oft zu den 5-Gramm- oder 10-Gramm-Formaten, während der 100-Gramm-Barren das klassische Format für die mittlere Anlagegröße darstellt.

Silberbarren

Die Silberbarren aus dem Hause Heraeus decken die Spanne von wenigen Gramm bis zu imposanten 15 Kilogramm ab. Beliebte Einstiegsgrößen sind der 100-Gramm- und der 1-Kilogramm-Barren. Die Reinheit der Silberbarren wurde 2014 auf 999,9 angehoben; gegossene Barren tragen seither eine Seriennummer. Wer größere Summen möglichst kosteneffizient anlegen will, profitiert bei den schweren 5-Kilogramm-Barren vom günstigeren Verhältnis zwischen Materialwert und Herstellungskosten.

Platin und Palladium

Auf Platin gründet der historische Erfolg von Heraeus – das Haus verarbeitete früh Platin in höchster Reinheit. Bis heute sind Platinbarren und Palladiumbarren ein fester Bestandteil des Sortiments und werden häufig herstellerübergreifend zusammen mit Umicore und Degussa gehandelt. Diese beiden Metalle gelten als interessante Ergänzung für Anleger, die ihr Portfolio über Gold und Silber hinaus streuen möchten.

Kinegram und Kinebar: das einmalige Sicherheitsmerkmal

Kaum ein anderes Merkmal ist so eng mit Heraeus verbunden wie der Kinebar. Geprägte Heraeus-Goldbarren – erhältlich von einem Gramm bis zu einer Unze – sind auf der sonst blanken Unterseite mit einem hochmodernen Hologramm versehen, dem sogenannten Kinegram®. Je nach Blickwinkel und Lichtverhältnissen erscheint dort das komplette Farbspektrum eines Regenbogens. Dieses optisch reizvolle Merkmal lässt sich mit bloßem Auge prüfen und macht eine Fälschung erheblich schwerer.

Der Kinebar verbindet handfeste Sicherheit mit einem faszinierenden Farbenspiel – aus dem nüchternen Anlagebarren wird so zugleich ein begehrtes Sammlerobjekt.

Der Kinebar wird von der Schwestergesellschaft Argor-Heraeus gefertigt und ist bei Kettner in mehreren Stückelungen verfügbar, darunter 2 Gramm, 10 Gramm, 20 Gramm und 1 Unze. Auch das MultiDisc-Format, bei dem mehrere Ein-Gramm-Einheiten in einer Einheit zusammengefasst sind, stammt aus dieser Produktfamilie und eignet sich für alle, die flexibel in kleinen Teilmengen verkaufen möchten.

Feinheit, Design und Prägeverfahren

Ein Blick auf einen Heraeus-Barren verrät sofort die Herkunft. Auf der Vorderseite finden sich der Herstellername, das ikonische Heraeus-Wappen – eine Hand voller Rosen, umgeben von der Rundschrift Heraeus Edelmetalle Hanau – sowie die Angabe von Metallart und Feinheit. Bei Gold steht dort der Schriftzug Feingold und die Feinheit 999,9.

Entscheidend ist die Grenze bei 100 Gramm:

  • Bis 100 Gramm: geprägt – diese Barren entstehen durch Ausstanzen und Prägen, haben glatte Kanten und eine exakt definierte Form. Kleinere Formate weisen teils noch stanztypische Grate an den Rändern auf.
  • Ab 100 Gramm: gegossen – Gussbarren besitzen die charakteristische, leicht konische Form mit abgerundeten Ecken und individuellen Gussmerkmalen, die jeden Barren zu einem Unikat machen.
  • Kinebar-Varianten – geprägte Barren bis eine Unze sind gegen Aufpreis zusätzlich mit dem Kinegram® auf der Rückseite erhältlich.

Seit Mai 2011 tragen sämtliche Heraeus-Goldbarren eine individuelle Seriennummer, die als zusätzliches Echtheitsmerkmal dient. Bei den gegossenen Silberbarren gilt diese Nummerierung seit der Feinheitsanhebung 2014. Der berühmte 5-Kilogramm-Silberbarren bildet dabei eine Ausnahme und trägt keine Seriennummer.

Verpackung, Echtheit und LBMA-Zertifizierung

Damit die empfindliche Oberfläche geschützt bleibt, werden sämtliche geprägten Goldbarren von Heraeus – die Kinebarren eingeschlossen – in eine Blisterkarte eingeschweißt. Diese schützt zuverlässig vor Kratzern und dokumentiert zugleich die Zugehörigkeit zum jeweiligen Barren. Gegossene Barren werden ebenfalls in Folie versiegelt und häufig mit einem Echtheitszertifikat ausgeliefert.

Ein zentrales Qualitätssiegel ist die Zertifizierung durch die London Bullion Market Association (LBMA). In diesem Zusammenschluss haben sich zertifizierte Prägeanstalten auf gemeinsame Qualitätsstandards nach dem international anerkannten London Good Delivery Standard verständigt. Barren von Heraeus erfüllen diese Vorgaben, was ihnen eine hohe weltweite Liquidität und einfache Handelbarkeit sichert. Bei Kettner Edelmetalle durchlaufen alle gehandelten Barren zudem eine ISO-konforme Echtheitsprüfung, bevor sie zum jeweiligen Tagespreis versichert versendet werden. Wer die Prägung eines Herstellers unmittelbar vergleichen möchte, findet mit Umicore und Degussa zwei ebenfalls LBMA-zertifizierte Alternativen.

Steuer, Aufbewahrung und sinnvolle Ergänzungen

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Metallen betrifft die Umsatzsteuer. Anlagegold ist in Deutschland umsatzsteuerbefreit, weshalb Heraeus-Goldbarren mehrwertsteuerfrei gehandelt werden. Silberbarren dagegen unterliegen dem Mehrwertsteuersatz von 19 %. Für Gewinne aus dem späteren Verkauf physischer Edelmetalle gilt in der Regel eine Haltefrist von einem Jahr.

Steuerlicher Hinweis

Anlagegold ist in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit, während auf Silberbarren 19 % Mehrwertsteuer anfallen. Diese Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine steuerliche Beratung.

Bei der Aufbewahrung setzen viele Anleger auf das eigene Zuhause oder ein Bankschließfach. Barren lassen sich besonders gut stapeln und platzsparend lagern. Passendes Zubehör wie Münzkassetten oder ein Dosensafe helfen, die Sammlung geordnet und geschützt zu verwahren. Wer sein Vermögen breit aufstellen möchte, kombiniert Barren häufig mit klassischen Anlagemünzen oder baut über Sparplan-Produkte schrittweise einen Bestand auf.

Häufig gestellte Fragen zu Heraeus

Was ist ein Kinebar von Heraeus? +

Ein Kinebar ist ein geprägter Heraeus-Goldbarren, der auf der Rückseite ein Hologramm trägt, das sogenannte Kinegram®. Je nach Lichteinfall zeigt sich dort ein Regenbogen-Farbspektrum. Das Merkmal erschwert Fälschungen und macht den Barren zugleich optisch attraktiv. Kinebarren sind von einem Gramm bis zu einer Unze erhältlich.

Welche Feinheit haben Heraeus-Barren? +

Goldbarren von Heraeus besitzen eine Feinheit von 999,9 (Feingold). Bei den Silberbarren wurde die Reinheit im Jahr 2014 ebenfalls auf 999,9 angehoben. Damit erfüllen die Barren die hohen Anforderungen an Anlageedelmetalle.

Sind Heraeus-Barren LBMA-zertifiziert? +

Ja. Sämtliche Barren aus dem Hause Heraeus sind von der London Bullion Market Association zertifiziert und erfüllen den London Good Delivery Standard. Das sichert ihnen weltweite Anerkennung und eine hohe Liquidität beim Wiederverkauf.

Warum sind Heraeus-Goldbarren steuerfrei, Silberbarren aber nicht? +

Anlagegold ist in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit, weshalb Goldbarren mehrwertsteuerfrei gehandelt werden. Auf Silberbarren fällt dagegen der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 % an. Diese Information ersetzt keine steuerliche Beratung.

Woran erkennt man einen echten Heraeus-Barren? +

Typische Merkmale sind das Heraeus-Wappen mit der Hand voller Rosen und der Rundschrift Heraeus Edelmetalle Hanau, die Angabe der Feinheit, die Blisterverpackung geprägter Barren sowie die seit 2011 aufgeprägte Seriennummer. Bei Kinebarren kommt das Kinegram-Hologramm hinzu.

Gibt Heraeus auch eigene Münzen heraus? +

Nein. Heraeus konzentriert sich auf die Produktion von Barren in Gold, Silber, Platin und Palladium. Eigene Anlagemünzen gibt das Haus nicht heraus. Wer Münzen sucht, wird bei anderen Prägeanstalten fündig.