Kettner Edelmetalle

Colorierte Silbermünzen

Wie die Farbe auf das Silber kommt.

Die Perth Mint hat beschrieben, wie Farbe auf ihre Münzen kommt. Am Anfang steht eine Kamera, am Ende ein Schrank mit UV‑Licht.

Australischer Emu 2026, Bildseite: Emu in einer farbigen Landschaft
Australischer Emu 2026Emu 2026Perth Mint, farbigFarbig
Perth Mint, Australien, 1 Dollar, 1 Unze (31,1 g) Silber, Feinheit 999,9/1.000, 40,9 mm, farbig.

Früher druckte die Prägestätte die Farbe im Tampondruck auf, heute mit einem LED‑UV‑Drucker, der eigens dafür entwickelt wurde, Münzen zu färben. Eine Digitalkamera erfasst zuerst die Stellen des Motivs, die Farbe bekommen. Dann trägt der Drucker eine Grundierung auf, darauf Weiß und danach die Farben. Anschließend kommen die Münzen für eine festgelegte Zeit in einen UV‑Schrank.

Any coins which are blemished are melted back down, cast back to blocks of metal, ready to begin the process again until perfection is reached.

Münzen mit Makeln werden wieder eingeschmolzen und zu Metallblöcken gegossen, bereit für einen neuen Durchgang, bis alles makellos ist.

The Perth Mint, „How are coins coloured?“, 16. November 2022
nicht maßstäblich

Ein Elefant in drei Stufen.

Der Elefant ist auf allen drei Münzen derselbe. Was sich ändert, ist das Gold: Von Stufe zu Stufe liegt mehr davon auf dem Silber.

Elefant 2026 ohne Gold, Bildseite: Elefant und Kristallgrund ganz in Silber
Elefant 2026, teilvergoldet, Bildseite: Elefant und Rand golden, der Kristallgrund dunkel
Elefant 2026, vergoldet, Bildseite: die ganze Fläche golden
Szene KI‑generiert
  1. Stufe 1Ohne GoldAuflage 1.000in der Münzkapsel
  2. Stufe 2Elefant und Rand goldenAuflage 250im Etui
  3. Stufe 3Ganz goldenAuflage 250im Etui

Alle drei kommen von Kettner Edelmetalle: Ausgabeland Liberia, Nennwert 20 Dollar, 1 Unze (31,1 g) Silber mit einer Feinheit von 999,9/1.000, 40 mm Durchmesser. Auf der ersten bleibt die ganze Münze silbern. Auf der zweiten sind der Elefant und der Rand golden, der Kristallgrund dahinter wirkt dunkel. Auf der dritten ist die ganze Fläche golden. Die Fotos stehen im selben Maßstab, so lassen sich Ohren, Rüssel und Rand direkt vergleichen.

Was auf dem Zertifikat steht.

Im Etui der beiden goldenen Elefanten steckt eine Karte. Drei Angaben stehen darauf.

Geöffnetes Holzetui. Im Deckel eine Karte mit dem Zeichen KETTNER EDELMETALLE, seit 2011, der Überschrift ECHTHEITS‑ZERTIFIKAT und der Nummer 001/250; davor steht der teilvergoldete Elefant mit REPUBLIC OF LIBERIA und 20 DOLLARS.
Das Etui des teilvergoldeten Elefanten, Produktfoto
  1. Das Zeichen KETTNER EDELMETALLE, seit 2011
  2. Die Überschrift ECHTHEITS‑ZERTIFIKAT
  3. Die Nummer 001/250

Die Zahl hinter dem Schrägstrich entspricht der Auflage von 250 Stück. Wie dick Gold oder Farbe sind und wer sie aufgebracht hat, steht auf der Karte nicht.

Auch Prägestätten führen Zahlen. Die Perth Mint unterscheidet in ihrer Liste die Höchstauflage, „Maximum Mintage“, und die gemeldete Auflage, „Declared Mintage“. Auf ihrer Produktseite nennt sie für das farbige Quokka von 2021 in Polierter Platte die Höchstauflage und ein nummeriertes Zertifikat.

Quokka 2021, Bildseite: farbiges Quokka
Perth Mint, Australien, 1 Dollar, 1 Unze (31,1 g) Silber, Feinheit 999,9/1.000, 40,9 mm, Polierte Platte, farbig.
Rehkitz 2026, Bildseite: Rehkitz und Vögel im Wald, farbigRehkitz 2026RehkitzNiue, Zertifikat nummeriertZertifikat nummeriert

Quokka 2021 1oz Silver Proof Coin

SKU 21H49BAA

Maximum Mintage
5,000
Finish
Proof, Coloured

Accompanied by a numbered certificate of authenticity, the coin is housed in a classic display case with a clear lid.

The Perth Mint, ProduktseiteMit nummeriertem Echtheitszertifikat; die Münze liegt in einem klassischen Schaukasten mit Klarsichtdeckel.

Wie dünn eine Goldschicht ist.

Wie dick das Gold auf einer Münze liegt, nennt keine Prägestätte, deren Angaben wir gelesen haben. Ein Bericht aus dem Jahr 1946 zeigt aber die Größenordnung.

Jede Stufe zehnmal kleinerBeispiel aus einem Bericht über vergoldeten Schmuck, 1946.0,49 mg Gold auf 1 cm²

Damals beschrieb das amerikanische National Bureau of Standards, wie sich Goldschichten auf Schmuck, Uhrgehäusen und Abzeichen messen lassen. Ein Beispiel aus dem Bericht: 0,00025 mm Gold, das sind 250 Nanometer. Ein Quadratzentimeter mit dieser Schicht enthält 0,49 mg Gold.

Unsere eigene Rechnung zum Vergleich: 250 Nanometer sind ein Vierhundertstel eines Blatts Papier. Übereinander gelegt, wären es etwa 750 Goldatome.

Kiwi 2025, teilvergoldet, Bildseite: goldener Ornamentring mit $2, in der Mitte zwei Kiwis in Schwarz und Grau
New Zealand Mint, Neuseeland, 2 Dollar, 2 Unzen (62,2 g) Silber, Feinheit 999/1.000, 50 mm; zu sehen ist die Seite mit den Kiwis.

Vom Feuer zum Strom.

Lange vergoldete man Metall im Feuer. Im 19. Jahrhundert lernte man, es mit Strom zu tun.

Stich einer Werkstatt: Menschen an Tischen und an einem Herd unter einem Rauchfang, durch hohe Fenster fällt Licht.
Stich aus dem 18. Jahrhundert, „Doreur sur métaux“, Vergolder auf Metall; gezeichnet von Bonaventure‑Louis Prévost. Paris Musées, Musée Carnavalet, Histoire de Paris, CC0

Bei der Feuervergoldung strich man ein Amalgam aus Gold und Quecksilber auf das Stück und erhitzte es behutsam, bis nur das Gold blieb.

Up to 1840 plated silver goods were made only by rolling or soldering thin sheets of silver upon copper.

Bis 1840 entstanden plattierte Silberwaren nur, indem man dünne Silberbleche auf Kupfer walzte oder lötete.

Dictionary of National Biography, 1889, Band 17, „Elkington, George Richards“

Ab 1836 meldeten die Elkingtons Patente an. Die Flüssigkeit, die sich zum Versilbern und Vergolden mit Strom am besten eignete, fand John Wright, ein Chirurg aus Birmingham.

  1. 1801Wollaston wendet das Prinzip der Voltaschen Säule auf das Abscheiden eines Metalls auf einem anderen an.
  2. 1836 und 1837Die Elkingtons melden Patente an, noch für die Vergoldung mit Quecksilber.
  3. Juli 1838Ein Patent der Elkingtons nennt zum ersten Mal einen eigenen Strom.
  4. Frühe 1840er‑JahreJohn Wright findet die passende Flüssigkeit.
  5. 1845Cooleys Lexikon beschreibt „Voltaic Gilding“.
  6. Seit den 1990er‑JahrenDie Perth Mint gibt vergoldete Münzen aus.
First Gold Rush 2026, Bildseite: Werkzeuge, die Zahl 175 und der Rand golden
Perth Mint, Australien, 1 Dollar, 1 Unze (31,1 g) Silber, Feinheit 999,9/1.000, 40,9 mm, teilvergoldet.

Zum Vergolden taucht die Perth Mint die Münze meist in eine Flüssigkeit mit Gold; der Strom trägt das Gold auf das freiliegende Silber. Wie nur einzelne Flächen golden werden, beschreibt ihr Artikel von 2023 nicht.

The duration of the electric current determines how many microns of gold are applied to the coin.

Wie lange der elektrische Strom fließt, bestimmt, wie viele Mikrometer Gold auf die Münze kommen.

The Perth Mint, „Finishing touches make all the difference to coins“, 3. August 2023

Was eine veredelte Oberfläche mag.

Gold und Farbe liegen auf der Oberfläche der Münze. Was ihr schadet, beschreiben zwei Prägestätten und ein staatliches Institut für Konservierung.

nicht maßstäblich
  • Am Rand halten
  • Nicht polieren
  • Nicht abwischen
  • Wenig über der Münze sprechen

Die Royal Canadian Mint rät, Münzen nicht zu reinigen, wenn man kein Fachmann ist; schon das Abwischen mit einem weichen Tuch kann die Oberfläche beschädigen. Anfassen soll man Münzen immer am Rand und möglichst wenig über ihnen sprechen, weil winzige Speicheltröpfchen Flecken hinterlassen können, die nicht mehr weggehen. Nach der Perth Mint brauchen Münzen in Polierter Platte, farbige und vergoldete Münzen eine schützende Acrylkapsel. Damit sie darin nicht scheuern, muss der Rand der dickste Teil der Münze sein.

Polishes will damage gilding.

Politur beschädigt Vergoldung.

Canadian Conservation Institute, CCI Note 9/7, Pflege von Silber
Löwe 2025, Bildseite: farbiger LöweLöwe 2025LöweFarbig, 20 FrancsFarbig
Quellen: Clabaugh 1946 (W. S. Clabaugh, Journal of Research of the National Bureau of Standards, Band 36); National Nanotechnology Coordination Office („Just How Small Is ‚Nano‘?“); Oddy 1995 (Andrew Oddy, „A history of gilding with particular reference to statuary“); Dictionary of National Biography 1889 (Band 17, „Elkington, George Richards“); The Perth Mint, Artikel vom 16.11.2022 und 03.08.2023, Liste „Other Bullion Products“ vom 11.04.2025, Produktseite Quokka 2021; Royal Canadian Mint, Coin Care; Canadian Conservation Institute, CCI Note 9/7. Stich nach einer Zeichnung von Bonaventure‑Louis Prévost, „Doreur sur métaux“, Tafel I, Paris Musées, Musée Carnavalet, Histoire de Paris, CC0. Szene der Werkbank KI‑generiert. Münzfotos und Etui: Produktfotos aus dem Shop von Kettner Edelmetalle.

Es gibt diesen Moment, in dem eine Münze aus der Kapsel gehoben wird und das Motiv förmlich zum Leben erwacht: leuchtendes Rot eines Drachenauges, das tiefe Blau eines Meeresbewohners, das satte Grün eines Dschungelblatts. Genau dieser Effekt macht colorierte Silbermünzen zu einer der emotionalsten Sammlerkategorien überhaupt. Sie verbinden das beständige Edelmetall Silber mit einer Farbgestaltung, die jedes Motiv zum Blickfang macht. In den folgenden Abschnitten wird erklärt, wie colorierte Münzen entstehen, worauf es beim Sammeln ankommt, wie es um Auflage, Sammlerwert und Steuer steht und was echte Prägungen von fragwürdigen Nachbearbeitungen unterscheidet.

Was colorierte Silbermünzen ausmacht

Colorierte Silbermünzen sind Sammlermünzen aus Feinsilber, bei denen einzelne Motivelemente oder das gesamte Bildfeld farbig gestaltet werden. Im Fachjargon spricht man von einer Farbapplikation, im internationalen Handel von coloured oder colored coins. Anders als bei klassischen Anlageprägungen steht hier nicht der reine Materialwert im Vordergrund, sondern das Zusammenspiel aus Prägekunst, Motiv und Farbe. Eine farbige Münze bringt Abwechslung in ein ansonsten stark limitiertes Gestaltungsspektrum, denn traditionelle Münzmotive kennen nur den metallischen Glanz von Hochglanz, Mattierung und Relief.

Meistens wird die Farbe sparsam eingesetzt: Oft erhält nur ein zentrales Element Farbe, während der Rest der Münze im typischen Silberglanz erstrahlt. Der Kontrast zwischen dem kühlen Edelmetall und dem lebendigen Farbtupfer erzeugt jene Tiefe, die viele Sammler so schätzen. Am weitesten verbreitet ist die klassische 1-Unze-Stückelung aus 999er Feinsilber, daneben erscheinen einzelne Motive auch als halbe Unze oder in schweren Mehrunzen-Ausgaben. Wer sich einen Überblick über das gesamte Angebot verschaffen möchte, findet in der übergeordneten Kategorie der Silbermünzen zahlreiche weitere Serien und Ausführungen. Colorierte Ausgaben stehen dabei thematisch zwischen reinen Anlagestücken und den klassischen Sammlermünzen.

Geschichte und Entwicklung der Farbmünze

Als die ersten Farbmünzen Anfang der 1990er-Jahre auf den Markt kamen, war die Empörung in der numismatischen Fachwelt groß. Viele betrachteten die Farbgebung als Verunstaltung einer klassischen Prägung. Die Sammler jedoch reagierten begeistert: Gerade Motive aus der Tier- und Pflanzenwelt entfalteten in Farbe eine völlig neue Wirkung. Ein Schweizer Unternehmen zählte zu den frühen Pionieren, bald sprangen weitere Prägestätten und private Hersteller auf.

Besonders in Asien war die Nachfrage enorm. Die China Mint begann früh, ihren berühmten Panda mit Farbe zu veredeln. In Nordamerika wagte die Royal Canadian Mint 2004 einen viel beachteten Schritt und brachte fast 29 Millionen farbige 25-Cent-Stücke zum Jahrestag der Landung in der Normandie heraus. In Deutschland dagegen blieb die Farbmünze lange ein Tabu: Erst 2019 erschienen anlässlich des Jubiläums der Weimarer Reichsverfassung erste offizielle deutsche Sammlermünzen in Farbe, gefolgt von der colorierten Freiherr-von-Münchhausen-Gedenkmünze.

Was gestern noch als Kommerzprodukt belächelt wurde, ist heute ein eigenständiges Sammelgebiet mit treuer Fangemeinde.

Heute reicht das Spektrum von farbenfrohen Tiermotiven über die Lunar-Serien mit den chinesischen Tierkreiszeichen bis zu Lizenzthemen aus Film, Fernsehen und Comic. Wer thematisch stöbern möchte, findet unter den Tiermotiven oder in der Welt von TV und Comic unzählige Anknüpfungspunkte für die eigene Sammlung.

Herstellung: Wie eine Münze Farbe bekommt

Die Kolorierung ist ein zusätzlicher Fertigungsschritt, der nach der eigentlichen Prägung erfolgt. Über die Jahrzehnte haben sich mehrere Techniken etabliert, die sich in Aufwand und Wirkung deutlich unterscheiden:

  • Folienapplikation – die früheste Methode, bei der eine flache, bedruckte Folie auf die Oberfläche aufgebracht wird.
  • Direktdruck – das Motiv wird per Druckverfahren direkt auf das Silber aufgetragen, lange Zeit nur auf flachen Flächen.
  • Druck auf Relief – erst um 2010 zur Marktreife gebracht, ermöglicht diese Technik plastische, realitätsnahe Farbmotive auf dem geprägten Relief.
  • Chemische Verfärbung – bei den österreichischen Niob-Münzen entsteht die Farbe nicht durch Lack, sondern durch eine gezielte chemische Reaktion im Metall.
  • Leuchteffekte – spezielle Farbstoffe lassen einzelne Elemente im Dunkeln nachleuchten, ein besonders bei jungen Sammlern beliebtes Merkmal.

Moderne Prägemaschinen schaffen nur rund 300 Farbmünzen pro Stunde – ein Bruchteil der Menge klassischer Umlaufprägungen. Dieser Mehraufwand ist einer der Gründe, warum colorierte Ausgaben fast immer in geringer Auflage erscheinen. Häufig kombinieren die Prägeanstalten die Farbe mit einer edlen Oberflächenveredelung wie der Polierten Platte oder einem Antik Finish, was den Sammlercharakter zusätzlich unterstreicht. Verwandte Veredelungen finden sich auch bei den teilvergoldeten Silbermünzen, die einen ähnlichen Effekt über eine partielle Goldschicht statt über Farbe erzielen.

Motivwelten und beliebte Serien

Der Reiz colorierter Silbermünzen liegt in ihrer thematischen Vielfalt. Weil die Zielgruppe weit über die klassische Sammlergemeinde hinausreicht, greifen die Prägestätten gern populäre Motive auf, die auch Fans und Quereinsteiger begeistern.

Tierwelt und Natur

Fische, Vögel, Reptilien und Raubtiere gehören zu den Klassikern der Kolorierung, weil Farbe ihre natürliche Pracht erst richtig zur Geltung bringt. Verwandte Ausgaben finden sich etwa beim Somalia Elefant oder in der farbstarken Welt der Wildlife-Kanada-Serie.

Lunar-Motive und Tierkreiszeichen

Die chinesischen Tierkreiszeichen sind ein Dauerbrenner. Ob Drache, Schlange oder Pferd – die Lunar-Serie erscheint immer wieder in farbigen Sonderausführungen, oft in mehreren Farbvarianten desselben Jahrgangs. Auch der China Panda zählt zu den frühen Vorreitern der Farbgestaltung.

Film, Comic und Popkultur

Lizenzthemen aus Kino und Fernsehen treffen den Nerv einer jungen, leidenschaftlichen Zielgruppe. Von Superhelden bis zu Zeichentrickfiguren reicht die Bandbreite an colorierten Sammlerstücken, wie sie sich thematisch unter Disney oder in der Rubrik Star Wars wiederfinden.

Sammlerwert, Auflage und Investmentaspekt

Viele colorierte Silbermünzen weisen einen stabilen oder steigenden Sammlerwert auf. Der entscheidende Faktor ist fast immer die Kombination aus geringer Auflage und einem Thema, das breiten Anklang findet. Trifft ein Motiv den Geschmack einer großen Fangemeinde und ist zugleich stark limitiert, sind Ausgaben oft schon kurz nach Erscheinen ausverkauft – und der Wert auf dem Zweitmarkt zieht an.

Gleichwohl gilt: Eine Farbapplikation ist keine Garantie für Wertzuwachs. Es gibt farbige Münzen, die kaum über dem Materialpreis gehandelt werden. Wer sammelt, sollte daher Thema, Prägequalität und Auflagenhöhe sorgfältig ins Verhältnis setzen. Colorierte Ausgaben verstehen sich in erster Linie als Sammlerobjekt, nicht als reines Investment im Sinne einer klassischen Anlageprägung. Wer den reinen Werterhalt über das Edelmetall sucht, wird eher bei einer Silber-Anlagemünze oder bei Silberbarren fündig. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Kaufkriterien zusammen:

  • Auflagenhöhe – je geringer, desto höher das Potenzial für Seltenheit.
  • Themenstärke – populäre, langlebige Motive sind stabiler gefragt.
  • Erhaltung – Kapsel, Etui und unversehrte Farbschicht sind entscheidend.
  • Zertifikat – ein offizielles Echtheitszertifikat dokumentiert Auflage und Herkunft.

Echtheit: Offizielle Prägung statt privater Nachbearbeitung

Ein zentrales Thema beim Kauf colorierter Silbermünzen ist die Unterscheidung zwischen offiziellen Ausgaben und nachträglich veredelten Prägungen. Offizielle Farbmünzen werden von der ausgebenden Prägestätte selbst koloriert und sind über das Echtheitszertifikat oder die Angaben der jeweiligen Zentralbank nachvollziehbar.

Vorsicht ist dagegen bei privaten Nachbearbeitungen geboten: Wird ein klassisches Anlagestück wie ein Maple Leaf oder ein Wiener Philharmoniker nachträglich von Dritten bemalt, handelt es sich streng genommen nicht mehr um eine originale Sammlermünze in Farbe – solche Münzen erzielen beim Weiterverkauf häufig nur einen Bruchteil des Kaufpreises. Reine Investmentprägungen werden von den Prägeanstalten in aller Regel nie mit einer offiziellen Farbapplikation ausgestattet. Ein prüfender Blick auf Herkunft und Zertifikat lohnt sich daher immer. Wer die geprägten Stücke sicher aufbewahren möchte, sollte zudem auf passendes Münzkapseln achten, um die empfindliche Farbschicht vor Abrieb zu schützen.

Steuerlicher Hinweis

Silbermünzen unterliegen in Deutschland anders als Anlagegold der Umsatzsteuer. Colorierte Sammlerprägungen werden häufig nach der Differenzbesteuerung gemäß §25a UStG gehandelt, wodurch nur die Handelsspanne besteuert wird. Die konkrete Behandlung hängt von der jeweiligen Münze ab – dies ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung.

Aufbewahrung und Pflege colorierter Münzen

Da die Farbschicht empfindlicher ist als eine blanke Silberoberfläche, kommt der richtigen Lagerung besondere Bedeutung zu. Direkter Kontakt, Reibung und aggressive Reinigungsmittel können die Farbe beschädigen und den Sammlerwert mindern. Folgende Punkte haben sich bewährt:

  1. In der Kapsel belassen – die Originalkapsel schützt Motiv und Farbe optimal.
  2. Nicht reinigen – niemals polieren oder mit Tüchern über die Farbfläche wischen.
  3. Trocken und dunkel lagern – Feuchtigkeit und UV-Licht meiden.
  4. Zertifikat aufbewahren – es gehört untrennbar zum Sammlerwert.

Für größere Sammlungen bieten sich Münzkassetten und Etuis an, die mehrere Stücke ordentlich und geschützt zusammenhalten. So bleibt die Sammlung über Jahre in einem Zustand, der ihren ideellen und materiellen Wert bewahrt.

Colorierte Münzen als Geschenk

Wegen ihrer auffallenden Optik und der emotionalen Bindung an ein bestimmtes Motiv eignen sich colorierte Silbermünzen hervorragend als Geschenk zu besonderen Anlässen. Ein leuchtendes Tiermotiv zur Geburt, das persönliche Sternzeichen aus der Lunar-Reihe oder eine Lizenzausgabe zum Lieblingsfilm – die Verbindung aus echtem Edelmetall und individueller Bildsprache macht solche Münzen zu einem Präsent mit bleibendem Charakter. Wer nach passenden Ideen sucht, wird in der Rubrik Geschenkideen fündig. Als deutsches Familienunternehmen legt Kettner Edelmetalle dabei Wert auf geprüfte Echtheit und versicherten Versand jeder Sendung.

Häufig gestellte Fragen zu colorierten Silbermünzen

Wie werden colorierte Silbermünzen hergestellt? +

Die Farbe wird nach der Prägung in einem zusätzlichen Arbeitsschritt aufgebracht. Gängig sind Folienapplikation, Direktdruck sowie moderner Druck auf das geprägte Relief. Bei österreichischen Niob-Münzen entstehen die Farbeffekte durch eine chemische Reaktion im Metall statt durch Lack.

Sind colorierte Silbermünzen eine gute Kapitalanlage? +

Colorierte Münzen sind in erster Linie Sammlerobjekte. Ihr Wert hängt stark von Auflage und Themenbeliebtheit ab. Stark limitierte Ausgaben populärer Motive können im Sammlerwert steigen, eine Farbapplikation allein ist jedoch keine Garantie für Wertzuwachs. Für reinen Werterhalt über das Edelmetall eignen sich klassische Anlagemünzen oder Barren besser.

Woran erkennt man eine offizielle Farbmünze? +

Offizielle Farbmünzen werden von der ausgebenden Prägestätte selbst koloriert und sind über das Echtheitszertifikat sowie die Angaben der jeweiligen Zentralbank belegt. Bei nachträglich privat bemalten Anlagemünzen fehlt diese offizielle Legitimation, was den Wiederverkaufswert stark mindert.

Wie bewahrt man colorierte Silbermünzen am besten auf? +

Die Münzen sollten in ihrer Kapsel verbleiben, trocken und dunkel gelagert und niemals gereinigt oder poliert werden. Die Farbschicht ist empfindlicher als blankes Silber. Für mehrere Stücke eignen sich Münzkassetten und Etuis, die vor Abrieb und Feuchtigkeit schützen.

Fällt bei colorierten Silbermünzen Umsatzsteuer an? +

Silbermünzen unterliegen in Deutschland der Umsatzsteuer. Colorierte Sammlerprägungen werden häufig nach der Differenzbesteuerung gemäß §25a UStG gehandelt, bei der nur die Handelsspanne besteuert wird. Die genaue Behandlung ist von der einzelnen Münze abhängig. Dies ist eine allgemeine Information und ersetzt keine steuerliche Beratung.

Warum sind colorierte Münzen oft schnell ausverkauft? +

Die Kolorierung ist ein aufwendiger zusätzlicher Fertigungsschritt, moderne Maschinen schaffen nur rund 300 Farbmünzen pro Stunde. Deshalb erscheinen colorierte Ausgaben fast immer in geringer Auflage. Trifft ein Motiv den Geschmack einer großen Fangemeinde, ist es entsprechend schnell vergriffen.